
Dr. Dennis Nitsche
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Wörth – In Wörth wird weiter wegen der Erschließung und Umnutzung des Schauffele-Geländes gestritten.
Zur Erinnerung: Geplant ist, das Dorschberg-Stadion auf das Schauffele-Gelände zu verlegen. Drei Fußballplätze, eine Halle und zusätzliche Sportanlagen sollen dazukommen. Während der Wörther Bürgermeister Dr. Dennis Nitsche (SPD) mit der Finanzierung des Projekts im Grunde keine Probleme sieht, mahnen CDU, FWG, FDP, Metin Istanbullu (parteilos) und einige wenige SPD-Räte im Stadtrat eine mögliche Kostenexplosion mit einhergehender jahrzehntelanger Verschuldung an.
Die Umnutzung wollen alle Parteien in Wörth, gestritten wird über das „wie“ und „wieviel“. Bei der letzten Sitzung wurde wurde mehrheitlich gegen die Beauftragung eines Planungsbüros gestimmt. Nun muss erst einmal geschaut werden, wie es weitergehen kann.
Aus Sicht von Bürgermeister Nitsche entwickelt sich die Diskussion um die Verlagerung der Sportstätten zunehmend zur „Provinzposse“, wie er dem Pfalz-Express mitteilte.
„Die Herren Ritter und Weber von der CDU und Herr Weiss von der FWG kritisieren die 2018 erhobenen Kostenschätzungen zur Verlagerung der Sportstätten. Dabei übersehen sie, dass die damalige Kostenschätzung selbstverständlich entsprechend der zwischenzeitlichen Baukostensteigerungen überholt ist“, so Nitsche.
„Kostenberechnung verweigert“
Erforderlich sei daher eine aktualisierte Kostenberechnung (sogenannte Leistungsphase III im Bauplanungsprozess). Doch genau den Beschluss zur Durchführung dieser Kostenberechnung hätten CDU und Freie Wähler verweigert. „Die Argumentation ist schlicht absurd: Man fordert aktualisierte und belastbare Zahlen, verweigert aber die Beauftragung eines Planungsbüros mit der Erhebung dieser Zahlen. Ich vermag da nur noch eine Provinzposse zu erkennen“, bewertet Nitsche die Situation.
Wie anders, fragt der Bürgermeister, solle die Verwaltung den Gremien Zahlen vorlegen, wenn nicht durch eine seriöse Kostenberechnung? „Es wird nun versucht, eine Begründung zu konstruieren, und den aus politischer Motivation erfolgten Projektstopp damit zu rechtfertigen“, kritisiert Nitsche. „Ohne Fachplaner können die Vereine mit meinen MitarbeiterInnen und mir noch beliebig viele Runden zusammensitzen – doch das wird keine belastbaren Zahlen erbringen. Hierzu braucht es zwingend den Auftrag an externe Fachplanungsbüros ohne deren Expertise wir nicht weiter kommen.“
Nitsche sieht den Vorgang weiterhin nicht als „persönliche Niederlage“, sondern als Niederlage für den überparteilichen Konsens, den er 2018 nach anderthalb Jahren Diskussion mit allen Parteien und allen betroffenen Vereinen und Moderation durch zwei externe Fachbüros erzielt habe.
In diesem Kompromiss habe insbesondere die CDU erhebliche Zugeständnisse erhalten. Nitsche selbst habe sich strikt an den einstimmigen Grundsatzbeschluss gehalten und diesen auftragsgemäß als Verwaltungschef umgesetzt. Nitsche hebt nochmals hervor, dass insbesondere die Bauverwaltung exzellente Arbeit geleistet und den Prozess mit sehr hoher Geschwindigkeit bearbeitet habe.

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