Dienstag, 06. Dezember 2022

Nach vorheriger Freilassung: Verurteilter Sexualmörder von Ludwigshafen wieder in Untersuchungshaft

14. November 2022 | Kategorie: Ludwigshafen, Regional, Rhein-Pfalz-Kreis, Top-Artikel

Bild von kesie91 auf Pixabay

Ludwigshafen – Nach einem Sexualmord im März 2020 an einem 17-jährigen Mädchen am Willersinnweiher in Ludwigshafen war der 19-jährige Täter im Oktober 2022 nach erfolgter, aber noch nicht rechtskräftiger Verurteilung aufgrund einer Haftbeschwerde aus der Untersuchungshaft in Freiheit entlassen worden.

Der damals 17-Jährige war zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, der Höchststrafe im Jugendstrafrecht. Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten Revision ein. Deswegen war das Urteil noch nicht rechtskräftig und der Mörder saß weiter in U-Haft.

U-Haft dauerte zu lange

Das Oberlandesgericht Zweibrücken urteilte nach der Haftbeschwerde der Verteidigung, dass das zu lange war. Nach dem Prinzip des Rechtsstaats darf die Untersuchungshaft nicht zu lange dauern – nur Verurteilte dürfen längere Zeit weggesperrt werden. Die U-Haft hatte sich aber über zwei Jahre gezogen, verhandelt wurde nur an 57 Tagen und das auch immer nur kurz. Der Jugendliche kam auf freien Fuß. Der Vorgang hatte für große Empörung und Unverständnis in der Bevölkerung gesorgt.

Nun aber haben Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal und der Kriminalpolizei Ludwigshafen konkrete neue Tatsachen ergeben, die eine „Wiederholungsgefahr betreffend eines weiteren Opfers begründeten“, heißt es von den Behörden. 

Weitere junge Frau angemacht

Demnach haben die Ermittler auf dem Rechner des 19-Jährigen einen Chat mit einer Frau gefunden. Offenbar wollte er dabei die Frau zum Sex überreden und ihr Wunden und Schmerzen beibringen. Die Gefahr, dass er einen weiteren Sexualmord begeht, steht im Raum. 

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal erwirkte daraufhin beim Landgericht Frankenthal einen neuen Haftbefehl gegen den 19-Jährigen. Er wurde aus diesem Grund am 12. November 2022 dem Bereitschaftsrichter in Frankenthal vorgeführt, der den neuen Untersuchungshaftbefehl in Vollzug setzte. Der Verurteilte wurde anschließend in eine Jugendstrafanstalt gebracht.

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