
Manche Straßennamen stehen auf dem Prüfstand.
Foto: Stadt Neustadt
Neustadt. In Neustadt an der Weinstraße wird wissenschaftlich untersucht, ob Straßen umbenannt werden sollten, die nach Personen betitelt sind, die beispielsweise einen Bezug zum Nationalsozialismus oder zum Kolonialismus aufweisen.
Die Stadtverwaltung hat, wie vom Stadtrat beschlossen, ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Der Stadtrat hat hierfür 19.000 Euro bereitgestellt.
Mit der Erstellung dieses Gutachtens wurde das renommierte Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL) betraut, das mit seiner landeshistorischen und sprachwissenschaftlichen Abteilung, letztere mit einem Schwerpunkt in der Namenforschung, ein idealer Partner ist.

Foto: Stadt Neustadt
Die Sichtung und Auswertung der Straßennamen übernimmt Dr. Daniel Kroiß, der seit einigen Jahren in verschiedenen Bereichen der Namenforschung tätig ist. Beratend unterstützt wird er von der Historikerin Dr. Hedwig Brüchert, die bereits bei einem ähnlichen Projekt zu Straßennamen in Mainz mitgewirkt hat.
Bei der Erstellung des Gutachtens zu Straßennamen in Neustadt stehen über 150 Straßen im Fokus, die nach Personen benannt sind. Diese werden nun identifiziert und Recherchen zu Leben und Wirken angestellt. In diesem Zusammenhang wird Dr. Daniel Kroiß auch den Zeitpunkt und den jeweiligen Hintergrund zur Vergabe der Straßennamen erforschen.

Foto: Stadt Neustadt
Die Ergebnisse dieses Projekts werden im kommenden Jahr in Neustadt im Rahmen eines Begleitprogramms mit Vortragsreihe, Podiumsdiskussion und Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Auf der Grundlage des Gutachtens, dessen Fertigstellung für den Sommer 2022 terminiert ist, wird ein Fachbeirat Empfehlungen formulieren, wie mit strittigen Straßennamen umgegangen werden könnte.
Ergänzende Info:
Dr. Daniel Kroiß ist am IGL zuständig für das Flurnamenarchiv und das daraus entstehende Digitale Flurnamenlexikon, außerdem ist er Mitarbeiter am Digitalen Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

Dr. Daniel Kroiß
Foto: privat

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