
Oberstleutnant Peter Eckert, Innenminister Roger Lewentz.
Fotos: Pfalz-Express/Licht – Fotostrecke am Textende
Germersheim – Es war eines der größten öffentlichen Gelöbnisse der letzten Jahre am Donnerstagabend in der Südpfalzkaserne: Insgesamt 436 Rekruten des Luftwaffenausbildungsbataillons und der ABC Abwehrbataillone aus Bruchsal und Höxter schworen oder gelobten, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“
Die Bundeswehr sei uneingeschränkt ein integraler Bestandteil der Gesellschaft, betonte der Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons, Oberstleutnant Peter Eckert, in seiner Gelöbnisrede. Auch deshalb habe man sich bewusst dafür entschieden, die Veranstaltung in der Kaserne, dem Hauptsitz des Bataillons, durchzuführen.
Kaserne öffnet ihre Tore
Tatsächlich war das Interesse groß, über 2.000 Bürger und Angehörige der Rekruten verfolgten das Spektakel innerhalb der Kaserne. Die Sicht für die Zuschauer war zwar durch die Dunkelheit eingeschränkt, der feierlichen Stimmung tat das dennoch keinen Abbruch. Zu besichtigen gab es auf dem Platz am Gelöbnisfeld auch Bundeswehrfahrzeuge.

Die Kommandeure und der Minister schreiten die Reihen ab.
„Gemeinsam geht’s am besten“
Eckert dankte den Rekruten für ihren Entschluss, den Soldatenberuf zu ergreifen und betonte den Teamgeist der Bundeswehr. „Halten Sie Widrigkeiten durch und geben Sie nicht direkt auf, verstehen Sie Herausforderungen als Chancen für Persönlichkeitswachstum“, gab der Oberstleutnant den Rekruten mit auf den Weg. „Denn wer sich nur innerhalb seiner Komfortzone bewegt, wird kaum wachsen. Gemeinsam geht’s am besten.“
„Brauchen die Bundeswehr und ihre Fähigkeiten“
Innenminister Roger Lewentz (SPD) erinnerte an die geänderten Anforderungen an die Bundeswehr. Mit den Anschlägen des 11. September habe sich ein weltweiter Terrorismus ausgewachsen. Als Konsequenz dafür bringe sich die Bundeswehr beispielsweise in Afghanistan und Mali ein.
„Wir brauchen die Bundeswehr und ihre besonderen Fähigkeiten“, sagte Lewentz, der 1984 selbst das Gelöbnis abgelegt hatte. Dieses Bekenntnis verdiene Respekt und große Dankbarkeit, denn Sicherheit sei ein hohes Gut, so der Innenminister. Der Dienst in der Bundeswehr sei ein „Dienst am Vaterland, ein Dienst für die Menschen, ein Dienst für uns alle.“ Die heutige Bundeswehr befände sich in stolzer Tradition der Widerständler des Dritten Reichs, diese seien die Säulen der heutigen Armee.
„Demokratie stärken“
Die Bundeswehr schütze auch die Demokratie, die derzeit in Gefahr gerate, unter anderem durch die Verrohung der Sprache, durch Hass und Hetze werde Demokratie verächtlich gemacht. Dem müsse man entschieden entgegentreten. „Mit ihrem Gelöbnis stärken Sie die Grundwerte der Demokratie der Bundesrepublik und ihren Menschen.“ Die Streitkräfte seien „hochwillkommen und sehr respektiert.“
Mit dem „Fliegermarsch“ oder dem „Richthofen-Marsch“ sorgte das Heeresmusikkorps Koblenz für schmissige Musik. Auch die Nationalhymne wurde gespielt und Zuschauer, Soldaten und Ehrengäste sangen mit. Wie immer wurden auch die Rekruten-Angehörigen, die die weitesten Anreise hatten, mit einem kleinen Geschenk bedacht. (cli)

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