Freitag, 18. Oktober 2019

Gelöbnis und Vereidigung von Rekruten in Westheim: „Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“

18. Juni 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Eid und Gelöbnis auf die Truppenfahne. Fotos und Videos: pfalz-express.de/Licht

Eid und Gelöbnis auf die Truppenfahne.
Fotos und Videos: pfalz-express.de/Licht

Westheim – „Dienst in den Streitkräften: Diese beiden Substantive drücken schon aus, dass der Beruf des Soldaten sich von anderen Berufsbildern wesentlich unterscheidet. Dienen, das bedeutet:  Hingabe, Pflicht und Treue. Werte, die heutzutage wenig en vogue sind.“

Das sagte der Kommandeur der Südpfalz-Kaserne, Oberstleutnant Maximilian Olboeter den Rekruten, die auf dem Kerweplatz in Westheim ihr öffentliches Gelöbnis ablegten.

Gelobt oder geschworen hatten  76 Rekruten der 1. Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillons Germersheim und  23 Rekruten des ABC-Abwehrbataillons 750 ‚Baden‘ aus Bruchsal.

Westheim ist eine Patengemeinde des Luftwaffenausbildungsbataillons. Ortsbürgermeisterin Inge Volz und Verbandsbürgermeister Frank Leibeck hatten eingeladen, das Gelöbnis in der Gemeinde stattfinden zu lassen – zum neunten Mal bereits. Den musikalischen Rahmen bildete das Heeresmusikkorps aus Koblenz.

Gelöbnis Westheim 2016 Luftwaffenausbildungsbataillon Germersheim Südpfalz-Kaserne

 

Olboeter: Rekruten zeigen Einsatz für Staat und Gesellschaft

Olboeter zollte in seiner Gelöbnisrede den Rekruten Respekt für ihre Entscheidung, den Soldatenberuf zu ergreifen.

Angehöriger der Streitkräfte zu sein, für Freiheit und Demokratie zu zu kämpfen – das sei eine Bereitschaft für Staat und Gesellschaft, die heutzutage nicht mehr allzu Viele aufbrächten.

Was er als Kommandeur von Soldaten der Luftwaffe erwarte, sagte Olboeter den Rekruten seines Verbands ebenfalls klipp und klar in drei Botschaften: Zum ersten „körperliche Leistungsfähigkeit in Eigenverantwortung“, zweitens der „uneingeschränkte Wille zur Kameradschaft“ und drittens „Ehrgeiz und persönlicher Leistungswille“.

Dazu habe man in den letzten Monaten während der Ausbildung den Grundstein gelegt. Für die Kameraden des ABC-Abwehrbataillons gelte Ähnliches, so Olboeter.

Oberstleutnant Maximilian Olboeter, Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons in der Südpfalz-Kaserne und in Roth.

Oberstleutnant Maximilian Olboeter, Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons in der Südpfalz-Kaserne und in Roth.

Dass das feierliche Gelöbnis nicht nur öffentlich außerhalb der Kaserne, sondern sogar zentral auf dem Kerweplatz in Westheim abgehalten werden könne, sei keine Selbstverständlichkeit, sagte der Kommandeur: „Es ist ein deutlich sichtbares Zeichen der Verbundenheit der Bundeswehr mit der Region Südpfalz und mit der Gemeinde Westheim und ihren Bürgern.“

Zwischen Westheim und der 2. Kompanie besteht seit Jahren eine lebendige und enge Patenschaft. Man trifft sich, unterstützt sich gegenseitig, feiert und sportelt miteinander.

Dass die Bundeswehr in der Region so geschätzt wird, erfreut den aus dem Norden stammenden Kommandeur immer wieder aufs Neue. In Hamburg beispielsweise müsse man Hundertschaften der Polizei anfordern, wollte man ein öffentliches Gelöbnis abhalten: „Hier waren zwei „Dorf-Sheriffs und zwei Militärpolizisten vor Ort“, scherzte Olboeter.

„Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lingenfeld, Frank Leibeck, äußerte sich in seiner Gastrede ähnlich. Bei aller gesellschaftlicher Diskussion sage er den Rekruten: „Sie leisten mit Ihrem Dienst einen Friedensdienst.“

Ein vor der Südpfalz-Kaserne hängendes Plakat habe ihn ganz besonders beeindruckt. Darauf steht: „Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“.

Treffender könne man den Dienst in der Truppe nicht beschrieben, so Leibeck, denn genau das mache Deutschland und seine Demokratie aus: „Dass man auch unterschiedlicher Meinung sein kann, dass man dies auch zeigen und friedlich demonstrieren darf.“

Diese Werte, die selbst in europäischen Nachbarländern derzeit in Gefahr seien, gelte es zu verteidigen.

Frank Leibeck, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lingenfeld.

Frank Leibeck, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lingenfeld.

Die Rekruten zeigten mit ihrer Haltung und ihrer Bereitschaft, auch in gefährliche Auslandseinsätze geschickt zu werden, eine vorbildliche staatsbürgerliche Haltung, lobte Leibeck.

Solcherart von Kommandeur und Bürgermeister motiviert, schworen und gelobten die Rekruten feierlich, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“

Beim anschließenden kleinen Empfang im Bürgerhaus gab es bei Wein und Häppchen Gelegenheit zum Austausch. Und der „Nordmann“ Maximilian Olboeter bekam von Bürgermeisterin Volz ein Präsent mit „Pfälzer Währung“ nebst dazugehörigem Duppe-Glas überreicht. (cli)

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