
Handschlag zum Treuebekenntnis: Kommandeur Oberstleutnant Peter Eckert, Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Thoma Gehhart mit Rekruten.
Fotos: Wiedemann
Germersheim – Das Luftwaffenausbildungsbataillon hat am Donnerstag im Stadtpark Fronte Lamotte ein öffentliches Gelöbnis durchgeführt.
248 Rekrutinnen und Rekruten aus der Germersheimer Südpfalz-Kaserne und des ABC-Abwehrbataillons 750 aus Bruchsal waren angetreten, um zu geloben oder zu schwören, „Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“
Es war das erste öffentliche Gelöbnis unter dem neuen Kommandeur der Südpfalz-Kaserne, Oberstleutnant Peter Eckert. Die Gelöbnisrede hielt der Parlamentarische Staatssekretär und südpfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart.
Einst Feinde, heute Freunde
Gebhart erinnerte an die wechselvolle Geschichte Deutschlands und Frankreichs, Germersheims und der Festung. „Diese Festung erinnert uns an die Feindschaft, die es lange Zeit zwischen Deutschen und Franzosen gegeben hat – mit all den schrecklichen Auswirkungen auf die Menschen, auf Deutsche wie Franzosen, vor allem auch dann im 1. und im 2. Weltkrieg“, so Gebhart.

Heute seien aus erbitterten Feinden enge Partner und Freunde geworden. „Die Aussöhnung und die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich war die einzig richtige, die beste und erfolgreichste Antwort auf die Schrecken all der Kriege, die es gegeben hat.“
Man habe nun gemeinsame Werte. „Und deutsche und französische Kameraden stehen Seite an Seite in gemeinsamen Auslandseinsätzen. Was für ein Wandel!“ Dass sich Deutsche und Franzosen mit Waffengewalt gegenüberstehen, sei für die heutige Generation eine „fremdartige, absurde Vorstellung“, sagte Gebhart. „Der deutsch-französischen Freundschaft, der europäischen Integration und unserer Verfassung sei Dank.“
„Ehrenhafte Aufgabe“
Diese Verfassung und die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen, sei eine ehrenhafte Aufgabe, würdigte Gebhart die Soldaten. Deren Entscheidung, den Frieden „und unser freies, demokratisches Land zu schützen und zu verteidigen“, verdiene großen Respekt und die Wertschätzung der ganzen Gesellschaft, betonte der Politiker.
„Starker Bundeswehrstandort“
Die Region sei eng mit der Bundeswehr verwurzelt, so Gebhart weiter, der überzeugt ist, dass der Bundeswehrstandort Germersheim eine gute Zukunft hat. Das zeige sich auch daran, dass viel Geld investiert werde.
Gebhart will sich als Abgeordneter dieser Region auch künftig dafür einsetzen, dass Germersheim ein starker Bundeswehrstandort bleibt. „Meine Überzeugung ist: Nur gut ausgebildete, gut untergebrachte und ausgerüstete Soldatinnen und Soldaten können ihren schwierigen Auftrag erfüllen.“

„Sie sind Teil unserer Zukunft“
Oberstleutnant Eckert sprach die Rekruten mit „Kameradinnen und Kameraden“ an, eine in der Tat „kameradschaftliche“ Geste, die zeigt, dass altpreußisches Hierarchie-Gehabe in der Bundeswehr nicht mehr überall up-to-date ist.
„Sind Teil unserer Zukunft – einer Zukunft, die wir als Bundeswehr zwingend brauchen“, sagte Eckert, „um den vielfältigen und komplexen Aufgaben und Aufträgen unter anderem in der Landes- und Bündnisverteidigung, dem Internationalen Krisenmanagement, dem Heimatschutz oder aber der nationalen Krisen- und Risikovorsorge gerecht werden zu können.“

Die Soldaten leisteten einen großen Beitrag für die freiheitliche Gesellschaft und die internationale Gemeinschaft: „In einer Welt in der Sicherheit keine Selbstverständlichkeit ist und deren Erhalt in letzter Konsequenz den Einsatz des eigenen Lebens fordern kann“, so der Kommandeur.
Eckert ermunterte die Rekruten, auch im Fall eines „Durchhängers“ nicht den Mut zu verlieren. „Wenn Sie diese Momente erfolgreich gemeistert haben, werden Sie feststellen, was es bedeutet durchzuhalten und standhaft zu sein und Sie werden an diesen Situationen wachsen und für Ihren weiteren persönlichen wie auch militärischen Werdegang profitieren.“

Weiteste Anreise: Eltern kommen von Ribnitz in die Südpfalz
Schon Tradition ist es geworden, zu jedem Gelöbnis an die Familie mit der weitesten Anreise eine kleine Aufmerksamkeit als Zeichen der Wertschätzung zu überreichen.
Diesmal war es Familie Schoder aus Ribnitz im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Sohn dient derzeit in der beim Gelöbnis angetretenen 2. Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillons. Die Familie hatte stolze 850 Kilometer auf sich genommen, um an diesem Tag bei ihrem Sohn sein zu können.
Eckert dankte auch Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile (CDU), „der uns zum wiederholten Male einen tollen und würdevollen Rahmen für dieses feierliche Zeremoniell bietet.“

Für schwungvolle und feierliche Musik sorgte das Heeresmusikkorps aus Koblenz unter der Leitung von Hauptmann Wolfgang Dietrich.
Info
Das Luftwaffenausbildungsbataillon führt zentral die Grundausbildung für Mannschaften und Offizieranwärter in der Luftwaffe an der Standorten Germersheim und Roth durch und gilt als „Tor ins Team Luftwaffe“. Parallel wird im Verband in Germersheim die einsatzvorbereitende Ausbildung für die Luftwaffe durchgeführt. (cli/red)

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