Montag, 18. Januar 2021

Ein Blick zurück auf die letzte große Zeit des FCK

28. April 2020 | Kategorie: Panorama, Sport Regional, Südwestpfalz und Westpfalz

FCK-Fans auf dem Betzenberg.
Archivfoto: Pfalz-Express

Es ist viel geschrieben worden über den tiefen Fall des 1.FC Kaiserslautern. Vom einstigen Spitzenclub und Europapokalvertreter ging es in den letzten 20 Jahren hinab in die sportliche Bedeutungslosigkeit.

Ausbleibende sportliche Erfolge und finanzielle Misswirtschaft führten zum Niedergang des Traditionsvereins aus der Pfalz. Positive Nachrichten, wie der Pokalerfolg im vergangenen Herbst, sind leider die Ausnahme. Wir wollen auf die letzten großen Erfolge der Roten Teufel zurückblicken und reisen daher zwei Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück.

 

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Der Traditionsverein muss in die zweite Liga

Den wohl größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte der FCK in der Saison 1997/98, als man unter Trainerlegende Otto Rehhagel als erster und bisher einziger Aufsteiger die Meisterschaft holte.

Doch zuvor ging es nach der Saison 1994/95 erstmals in die zweite Liga. Der personelle Aderlass mit Ciriaco Sforza oder Stefan Kuntz war zu groß für den FCK, sodass man nach einem der spannendsten Abstiegsduelle der Bundesligageschichte erstmals den Gang in die zweite Liga antreten musste. Doch den Verantwortlichen gelang es, die Mannschaft größtenteils zusammenzuhalten und mit Otto Rehhagel einen erfahrenen Coach zu verpflichten. Mit nur vier Saisonniederlagen gelang dann auch der direkte Wiederaufstieg als Zweitligameister.

Die Roten Teufel schreiben Geschichte

Mit dem starken Aufstiegsjahr sollte die Ära Rehhagel beim FCK beginnen. Dabei siegten die Roten Teufel gleich im ersten Saisonspiel gegen die Bayern. Damals konnte noch niemand ahnen, dass dieses Duell schon vorentscheidenden Charakter im Titelkampf haben sollte.

Ein pikantes Detail an dem Aufeinandertreffen dürfte Rehhagels unrühmliche Entlassung beim FCB knapp ein Jahr zuvor gewesen sein. Vom vierten bis zum letzten Spieltag hielt der FCK die Tabellenspitze und krönte sich am vorletzten Spieltag vorzeitig zum ersten Aufsteiger-Meister der Bundesligageschichte. Bis heute ist dieses Kunststück keiner anderen Mannschaft gelungen. Ein weiter Meilenstein auf Otto Rehhagels bunter Visitenkarte. Wie auch in der Saison zuvor ist die Mannschaft mit nur vier Niederlagen durch die Spielzeit gekommen.

 

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Die legendären Roten Teufel

Die Meistermannschaft ist natürlich auch heute noch legendär. Angefangen von Kult-Keeper Andreas Reinke, die beinharte Verteidigung mit Miro Kadlec, Axel Roos oder Harry Koch über die kreative Abteilung um Rückkehrer Ciriaco Sforza und Michael Ballack bis hin zum legendären Torjäger Olaf Marschall stimmte in der Mannschaft einfach alles.

Für Rehhagel zählt auch 20 Jahre nach dem großen Coup noch immer das gleiche Erfolgsgeheimnis: „Wer Meister werden will, muss die Bayern in der Hin- und auch in der Rückrunde schlagen. Das gilt noch heute. Wir haben es damals geschafft“, so die Trainerlegende auf einer Veranstaltung zum zwanzigjährigen Meisterjubiläum.

Gleiches lässt sich natürlich auch auf andere wichtige Turniere übertragen. So muss die Mannschaft, welche die Europameisterschaft im kommenden Jahr gewinnen will, ebenso erst einmal Favoriten wie Titelverteidiger Frankreich, die bei den Sportwetten von Betway mit einer Quote von 6,50 gelistet werden, ausschalten. Die Topfavoriten sind immer das Team, welches es zu schlagen gilt und das wird sich garantiert nicht als leicht herausstellen.

 

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Im Konzert der Großen

Als Meister stand in der Saison 1998/99 dann auch erstmals wieder die Champions League für den Traditionsverein auf dem Programm. In einer Gruppe mit Benfica Lissabon, HJK Helsinki und dem PSV Eindhoven setzten sich die Roten Teufel durch und erreichten das Viertelfinale der Königsklasse.

Hier kam es dann zum nationalen Duell mit dem FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister sehnte sich natürlich nach einer Revanche für die beiden Niederlagen aus der Vorsaison und ließ dem FCK in den beiden Europapokalspielen keine Chance. Das Hinspiel entschieden die Münchener mit 2:0 und das Rückspiel auf dem Betzenberg sogar mit 4:0 für sich. Sogar in der Liga erreichte die Mannschaft von Otto Rehhagel nach der krachenden Hinrunden-Niederlage gegen die Bayern den Tiefpunkt, konnte sich im Laufe der Spielzeit allerdings noch fangen und erreichte am Ende den fünften Tabellenplatz, welcher für den UEFA Cup berechtigte.

Teure Transfers und ausbleibender Erfolg

Zur kommenden Saison verstärkte sich der FCK mit namhaften und kostspieligen Transfers. So wurden unter anderem Weltmeister Youri Djorkaeff und Nationalspieler Mario Basler verpflichtet. Dementsprechend lautete das Minimalziel für die Saison 1999/00 Europapokal.

Mit einem erneuten fünften Platz erreichten die Roten Teufel diesen zwar, allerdings wurde bereits im Laufe dieser Saison deutlich, dass die Mannschaft ihren Zenit zu überschritten haben schien. Wegen ausbleibendem Erfolg machte Otto Rehhagel im Laufe der folgenden Saison Platz und beendete damit selbst seine glorreiche Ära beim FCK.

Mittlerweile spielen die Roten Teufel in der dritten Liga und kämpfen weiterhin mit finanziellen Problemen – trotz eines Entgegenkommen von offizieller Seite. Doch der Mythos der Aufsteiger-Meister wird für immer Bestand haben. Und wer weiß, welche anderen Überraschungen uns noch in der Zukunft erwarten werden.

 

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