Donnerstag, 13. Dezember 2018

Windkraft wird weiter ausgebaut: Bürgermeister des Landkreises Germersheim unterschreiben Vereinbarung

7. Januar 2014 | 4 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Regional

(v.li. nach re.,stehend) Reiner Hör – Bgm.Verbandsgemeinde Rülzheim, Reinhard Scherrer – Bgm. VG Hagenbach, Volker Poß – Bgm. VG Kandel, Uwe Schwind – Bgm. VG Jockgrim, Dieter Adam – Bgm. Vg Bellheim, Marcus Schaile – Bgm. Stadt Germersheim, (von links nach rechts sitzend) Landrat Dr. Fritz Brechtel und Harald Seiter – Bgm. Stadt Wörth. (Nicht im Bild:  Frank Leibeck – Bgm VG Lingenfeld).
Foto: red

Kreis Germersheim – Windenergieanlagen sind seit der Errichtung der ersten Anlagen in Schwegenheim und Minfeld im Jahr 2004 ein fester Bestandteil des Landschaftsbilds in der Region.

Zwischenzeitlich drehen sich über den Äckern im Landkreis – auf die drei Vorranggebiete konzentriert – insgesamt 14 Anlagen mit einer Leistung von 21,5 Megawatt, die über 50 Prozent des aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom im Landkreis generieren.

Die Errichtung zusätzlicher Anlagen wurde durch die „Interkommunale Vereinbarung zur Windenergienutzung“ eng auf die bestehenden Standorte bei Schwegenheim, bei Minfeld sowie auf dem Gollenberg zwischen Bellheim und Rülzheim beschränkt.

Nach den aktuellen Vorgaben des Landes soll der Strom nun bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das bedeutet, der Stromertrag aus Windkraft muss weiter erhöht werden. Hierzu sollen landesweit mindestens zwei Prozent der Fläche des Landes für die Nutzung durch Windenergie zur Verfügung gestellt werden.

Vor diesem Hintergrund bestand für den Landkreis die Notwendigkeit, sich intensiv mit der Weiterentwicklung der bestehenden Vereinbarung auseinanderzusetzen.

„Bereits aus juristischer Sicht handelt es sich um eine sehr komplexe Materie“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel, „jedoch bestand die Herausforderung für die Kreisverwaltung vor allem darin, die sich aus rechtlicher Sicht ergebenden Möglichkeiten zu ermitteln und dann in Einklang mit den unterschiedlichen Planungszielen der einzelnen Gemeinden zu bringen. Dass letztlich eine Einigung zwischen allen Beteiligten erzielt und eine Vereinbarung unterzeichnet werden konnte, betrachte ich als großen Erfolg.“

Voraussetzungen schaffen für neue Windenergieanlagen

In der 1. Änderungsvereinbarung haben sich die Gemeinden auf eine angemessene Erweiterung der Flächen für Windkraftanlagen an geeigneten Standorten verständigt. Dabei werden wie in der Gemarkung Schwegenheim bestehende Flächen von bisher ca. 33 ha auf ca. 144 ha erweitert. Es kommen allerdings auch neu ausgewiesene Standorte in den Gemarkungen Knittelsheim, Hatzenbühl, Freckenfeld und Lustadt mit insgesamt rund 247 ha hinzu.

Mit der Unterzeichnung durch die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Bellheim, Hagenbach, Jockgrim, Kandel, Lingenfeld und Rülzheim sowie der Städte Germersheim und Wörth Ende Dezember 2013 ist die Vereinbarung nun eine rechtsverbindliche Grundlage für die weitere Planung.

Damit sich die Windräder auch tatsächlich drehen können, liegt es nun an den Gemeinden, ihre Flächennutzungsplanungen an den Inhalt der Vereinbarung anzupassen. Einzelne Gemeinden haben die Zeit genutzt und die Verfahren bereits parallel zur Änderung der Vereinbarung vorangetrieben, allen voran die Verbandsgemeinde Jockgrim mit dem Windpark Hatzenbühl.

Stimmt der Verbandsgemeinderat Jockgrim der Planung am 13. Januar zu, kann die Verbandsgemeinde unmittelbar danach die Genehmigung für den Flächennutzungsplan bei der Kreisverwaltung beantragen.

„Wir werden die Gemeinden auch in diesem Schritt aktiv unterstützen“, so Landrat Brechtel: „Ziel ist es, den Gemeinden schnellstmöglich eine positive Genehmigungsentscheidung mitteilen zu können; selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden gesetzlichen Regelungen.“ (red)

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4 Kommentare auf "Windkraft wird weiter ausgebaut: Bürgermeister des Landkreises Germersheim unterschreiben Vereinbarung"

  1. Günni aus der Pfalz sagt:

    Das ist eigentlich grotesk. Deutschland produziert erwiesenermaßen eine Überkapazität an Strom und hat die Frage nach der Speicherung und besseren Verteilung von erzeugtem Strom noch nicht beantwortet. Der gesunde Menschenverstand fragt sich doch, ob diese Menschen die das blindwütig und ideologisch weiter betreiben noch „alle Flügel im Wind haben“ ? Hauptsache wieder was entschieden, was die Bürger mehr Geld kosten wird.
    Wo ist eigentlich der Beleg dafür, dass das was jetzt ist, nicht reicht ? Stopp den Irrsinn !

    • Hegele-Raih sagt:

      Genau. 100 % bilanziell bedeutet: es wird rein rechnerisch 100 % des Stroms „erneuerbar“ produziert, aber weil Windstrom nicht bedarfsgerecht produziert werden kann bedeutet das letztlich garnichts. Weniger als 2% der Primärenergie werden heute durch Windkraft produziert. Können und wollen unsere Politiker nicht rechnen? Zumal jetzt immer deutlicher wird, dass Donnersberg, Kirchheimbolanden und Offenbach Millionenverluste einfahren. Herr Brechtel sollte sich gut überlegen, ob er dafür Verantwortung übernehmen will. Und die übrigen Ortsbürgermeister/Gemeinderäte auch. Meist verstehen sie nichts von der Sache und winken alles durch weil sie auf Gewinne hoffen – die dann aber nicht eintreten weil sie von den Projektierern massiv über den Tisch gezogen wurden. Eine einzige rühmliche Ausnahme: der ehemalige Bürgermeister von Weisenheim/Sand hat alles sorgfältig durchgerechnet und dann feststellt: lohnt sich nicht. Weder fürs Gemeindesäckel noch für die Energiewende.

      • Johannes Zwerrfel sagt:

        Völlig richtig.
        Der EEG.Wahn muss sofort beendet werden. Wir haben schon den teuersten Strom in Europa. Der Stromkunde wird mit jeder weiteren Windmühle noch mehr geschröpft…..
        Nur die AfD ist gegen diesen Wahn.

  2. Johannes Zwerrfel sagt:

    Dass diese Energiewende nicht gelingen konnte, stand von Anfang an fest. Es wurde von einer unseligen Allianz aus Lobbyisten und universitären Profiteuren betrieben, die sich gegenseitig dabei übertroffen haben, die für jeden Naturwissenschaftler und Ingenieur offensichtlichen Probleme kleinzureden oder zu leugnen. Rund um die Energiewende ist, wie Frank Drieschner im Dezember 2014 in DIE ZEIT sehr treffend formuliert hat, ein öko-industrieller Komplex entstanden, dessen Interesse darin besteht, die Probleme lösbar erscheinen zu lassen, damit Subventionen weiter fließen. Das Energiewende-Debakel ist damit auch Ausdruck des Versagens unserer naturwissenschaftlichen und technischen Eliten.

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