Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Weihnachtskrippe auf dem Kandeler Christkindelmarkt mit ihren geschnitzten Holzfiguren erinnert uns alle sehr anschaulich an die biblische Weihnachtsgeschichte mit Josef und seiner schwangeren Frau Maria, die keinen Platz in der Herberge gefunden haben. So musste das Jesuskind in einer Krippe geboren werden.
Bei meiner täglichen Arbeit in der Verwaltung kommt mir unweigerlich die Weihnachtsgeschichte in den Sinn, wenn wir damit befasst sind, Asylbewerbern Hilfe zu gewähren.
Bei uns in Rheinland-Pfalz werden bis zum Jahresende zwischen 9.600 und 10.000 Erstantragsteller im Asylverfahren erwartet, das sind pro Monat ca. 800 bis 830 Personen. Wir selbst haben in unserer Verbandsgemeinde aktuell 62 Personen untergebracht, darunter allein 23 Kinder.
Im Neuen Jahr wird die Zahl der Asylbewerber weiter steigen. Wir rechnen derzeit damit, dass wir weitere 30 bis 45 Personen aufnehmen müssen.
Diese Menschen stehen vor der Tür unserer Verwaltung, das Notwendigste in wenige Taschen oder Tüten gepackt. Wie groß muss das Elend, die Not, aber auch die Angst sein, die diese Menschen dazu drängt, alles aufzugeben und ihre Heimat zu verlassen? Für die meisten unter uns unvorstellbar.
Diese Menschen haben alles verloren. Ihre Familien wurden auseinandergerissen, Verwandte und Freunde haben sie aus den Augen verloren oder irgendwo in ihrer Heimat zurückgelassen; fast ihr gesamtes Hab und Gut mussten sie aufgeben. Hier bei uns suchen sie jetzt einen Platz in der Herberge.
Beim Anblick dieser Flüchtlinge wird „Weihnachten“ auf einmal erlebbar und spürbar. Denn die Weihnachtsgeschichte ist auch eine Geschichte von Heimatlosen – von niemandem erwartet und von niemandem gewollt!
Lassen Sie uns dennoch diesen Menschen das Gefühl geben, dass sie bei uns nicht abgewiesen werden. Wirklich willkommen werden sich die Flüchtlinge nicht fühlen. Aber sie sollen wissen, dass sie hier in Sicherheit sind und wir uns um sie kümmern. Dadurch erwächst Dankbarkeit. So wird unsere Welt ein gutes Stück freundlicher und lebenswerter.
Sehr bewusst stelle ich unsere diesjährige Aktion „Keiner soll einsam sein“, die wir als Verbandsgemeinde mit dem 1. Advent wieder starten, deshalb unter den Fokus der Flüchtlinge und Asylanten.
Während wir in all den zurückliegenden Jahren stets an den Türen unserer einheimischen Bevölkerung angeklopft haben, will ich den Spendenerlös der Aktion „Keiner soll einsam sein 2014“ nahezu ausschließlich den Flüchtlingen und Asylanten zukommen lassen – mit gezielten Hilfen und Aktionen, die über das gesamte Jahr 2015 hinweg verteilt werden sollen.
Alle diejenigen, die deshalb in diesem Jahr kein Weihnachtspäckchen erhalten, bitte ich um Verständnis und um Nachsicht.
Und alle diejenigen, die unsere Aktion „Keiner soll einsam sein“ in den vergangenen Jahren unterstützt haben, bitte ich auch in diesem Jahr unter den geänderten Vorzeichen um ihre Spende.
Auch in diesem Jahr sind wir auf Ihre Spende angewiesen. Ab sofort sind daher die Spendenkonten wieder eröffnet. Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf eines der beiden nachstehenden Konten der Verbandsgemeindekasse Kandel mit dem Vermerk „Keiner soll einsam sein“:
- Sparkasse Germersheim-Kandel, IBAN: DE63 5485 1440 0000 0000 59, BIC: MALADE51KAD
- VR-Bank Südpfalz, Konto-Nr. 250 1201, BLZ: 5486 2500 0002 5012 01, BIC: GENODE61SUW
und vermerken Sie auf dem Überweisungsvordruck, ob Ihr Name im Amtsblatt veröffentlicht werden darf oder nicht. Nach Abschluss der Aktion erhalten Sie von uns unaufgefordert eine Spendenbescheinigung.
Neben Spenden ist mir auch die Mitarbeit eines jeden Einzelnen in der persönlichen Betreuung und Unterstützung unserer Flüchtlinge und Asylanten ganz besonders wichtig. Lassen Sie uns diesen Menschen das Gefühl geben, dass wir uns um sie kümmern. Wer sich hierbei einbringen kann und will, ist ganz herzlich willkommen, auf ehrenamtlicher Basis mitzuhelfen und mitzuarbeiten.
Anfang des kommenden Jahres werde ich hierzu zu einem Runden Tisch einladen.
Freiwillige Helferinnen und Helfer, aber auch gute Ideen sind gefragt. In diesem Sinne freue ich mich auf Ihre Mithilfe und Unterstützung und wünsche Ihnen allen eine schöne, ab und an auch besinnliche Adventszeit.
Ihr
Volker Poß
Bürgermeister

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„Keiner soll einsam sein“. Nur diesmal gehen bedürftige Kandeler zugunsten sog. „Flüchtlinge“ leer aus! „Tut uns leid, liebe Alte und sozial Schwache – diesmal besuchen wir unsere neuen Gäste.“
Da kann man sich bei der großzügigen Asylpolitik des Landes und de Gemeinde bedanken. Die Anerkennungsquote bei den Asylanträgen liegt bei nicht einmal 5%, die Zahl der Geduldeten – also derjenigen, die nach Recht und Gesetz keinerlei Ansprüche haben und schon längst abgeschoben sein müssten bei 20-35%, aber hier versucht man den Bürger weißzumachen, alle Neuankömmlinge seinen „traumatisiert“ und so eine Art Jesus-Familie.
Alleine dieser Vergleich hinkt beim besten Willen! Auf dem Weg zur Volkszählung keine Herberge zu finden, hat nichts mit Wirtschaftsflüchtlingen zu tun, die gerade Deutschland aufgrund der finanziellen Attraktivität als Reiseziel auswählen. Maria und Josef waren auch nicht „Heimatlos“. Aber um auf die Tränendrüse zu drücken und das eigene politische Versagen zu kaschieren, sind Herrn Poß & Co. keine Vergleiche zu dumm.
Die Sozialkosten in der Verbandsgemeinde explodieren, aber man will weiterhin munter „dezentral“ für teures Steuerzahlergeld unterbringen. Aber dafür hat man´s ja – bei einem mittlerweile über 110 Millionen Euro verschuldeten Landkreis!