Montag, 15. Juli 2024

Sommergespräch mit OB Geißler: „Wollen keinen Anti-Kiffer-Blockwart spielen“

6. Juli 2024 | Kategorie: Landau, Regional, Regional

OB Geißler (neben ihm Nina Ziegler) beim Sommergespräch in einem Café.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Landau. Traditionell findet vor den Sommerferien das Sommergespräch des Oberbürgermeisters mit der Presse statt.

OB Dominik Geißlers Themenblöcke: Bürgerbeteiligung, Straßennamen, Stadtentwicklung, die umstrittene Zweckentfremdungsverbotssatzung oder auch neue Strukturen im Dezernat des OB.

Wahlergebnisse in Landau

Die jüngsten Wahlergebnisse zum Stadtrat in Landau gefallen Geißler nicht. Derzeit sind die Grünen im Stadtrat auch nicht anschlussfähig. Geißler will aber versuchen, die verfeindeten Lager wieder zusammen zu bringen. Im neuen Stadtrat werden sich wahrscheinlich zwei Fraktionen zu einer zusammenschließen. Auf Diskussionen „Mehrheiten mit oder ohne AFD“ habe er keinen Bock!

Zusammenführung in einem Dezernat

Tourismus/Stadtmarketing, Kultur, Nachtkultur müsse man „zusammen denken“ zur Stärkung der Innenstadt. Diese Bereiche sollen in einem Dezernat vereint werden.

Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung: Sie ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft“, so die Verantwortliche Franziska Ritter. Das Team arbeite an Strukturen, Prozessen und Formaten. Noch geplant seien Klimarat, Infoveranstaltung zur Wärmeplanung, Horst, Schulweg-Konzeption mit Online-Beteiligung und Ortsbegehungen.

Cannabis kein Problem in Landau

Geißler kritisiert, dass der Bund ein Gesetz erlassen und das Land die Zuständigkeit für Kontrollen an die Kommunen weiter gegeben hat und es am Ende wieder die Gemeinden sind, die diese Aufgabe schultern sollen. „Deshalb wird die Stadt auch ganz sicher nicht zum Anti-Kiffer-Blockwart werden“ so Geißler. „Wir sehen im Moment ohnehin kein großes Problem mit Cannabis-Konsum in Landau, auch nicht beim Feiern.“

Umstrittene Straßenumbenennungen

Das Aufreger-Thema Nummer 1 in Landau sind die Straßenumbenennungen. Ein Infobrief an die Anwohner ist raus. „Die Umbenennungen sind ein wichtiger Schritt zu jahrelangen, intensiven Diskussionen“, so Geißler. Stadtrat und Verwaltung im Schulterschluss: Hindenburg, Kohl-Larsen und Stempel dürften nicht mehr geehrt werden. Hindenburg hat Hitler zum Reichskanzler berufen, Kohl-Larsen war Unterstützer rassenideologischer Vorstellungen und Stempel hat verurteilte Kriegsverbrecher unterstützt. Das „müsse klar gemacht werden. Die Umbenennungen sind für Herbst 2024 geplant. Es soll ein Jahr Übergangsfrist mit beiden Namen geben und es sollen Infoschilder mit QR-Code angebracht werden.

Stadtgeburtstag geht weiter

Landau feiert seinen 750. Stadtgeburtstag das ganze Jahr und es feiert einfach weiter.

Der Stadtgeburtstag kennt keine Sommerpause: An den Samstagen 27. Juli, 3. und 10. August lädt das Kulturbüro der Stadt Landau dazu ein, sich abends ab 18:30 Uhr ein „Lauschiges Plätzchen“ rund um die Konzertmuschel im Goethepark zu suchen und kostenfrei Live-Musik zu genießen.

„Mit den ‚Lauschigen Plätzchen‘ hat das Team des städtischen Kulturbüros um Leiterin Miriam Erb eine großartige Veranstaltungsreihe für die Sommermonate ins Leben gerufen und macht Landau damit ein weiteres tolles Geburtstagsgeschenk“, freut sich Oberbürgermeister Dominik Geißler. „Auf die Besucher warten Auftritte toller Musiker: Den Auftakt machen Gretchens Pudel und im August folgen dann Miri in the green und SilzJam.

Auch der Zoo feiert

Auch der Landauer Zoo feiert Geburtstag und wird 120 Jahre alt. Das wird am 14. Juli mit einer öffentlichen Sonntagsführung und am 25. August mit einem großen Jubiläums-Sommerfest gefeiert.

Die öffentliche Sonntagsführung wirft einen Blick zurück auf die Geschichte des Zoos. Gerhard Blumer wird auf seinem Rundgang anhand von Beispielen ausgewählter Tiergehege die Entwicklung des Zoos von einem kleinen Vogelpark zu einem modernen Zoo nachvollziehen.

Denn viele Gehege haben schon eine lange Geschichte: So beherbergte die aktuelle Anlage der Zwergotter in der Vergangenheit bereits Eisbären, Pinguine, Mähnenrobben und Südamerikanische Seebären. Dass Zebras und Antilopen in früherer Zeit recht übersichtlich hinter einem Zaun aus Baustahlmatten gehalten wurden, kann man sich heute beim freien Blick auf die Landauer Afrikaanlage kaum mehr vorstellen.

Und wo früher die „Bärengrube“ war, steht heute die Zoogaststätte. Es gibt viel zu berichten, und dass der Zoo sich so stetig modernisieren und wandeln kann, ist der maßgeblichen jahrzehntelangen Unterstützung durch den Zoo-Freundeskreis zu verdanken.

Für diese Führung ist eine Voranmeldung erforderlich. Die Anzahl der Personen, die an der Führung teilnehmen können, ist auf ca. 40 begrenzt.
Anmeldungen nimmt der Zoo ab sofort per Mail (bitte mit vollständigem Namen, Adresse und Telefonnummer) an zoo@landau.de gerne entgegen.

Weitere Veranstaltungen

Anlässlich des Landauer Stadtgeburtstages veranstaltet der Chorverband der Pfalz gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Landau in der Pfalz am Sonntag, 8. September 2024 ein großes regionales Chorfest auf dem Rathausplatz, ein regelrechtes Musikfestival.

Auch an die Jugend wurde gedacht: am 24. August findet im Goethepark das Jugendkulturfestival „LaLaLandau“ sowie ein Klimafestival statt.
Am 18. September wird zum Landauer Demokratietag eingeladen mit Ausstellungen, Planspielen, Stadtführungen, einer Filmvorführung zum Thema Demokratie.

Das größte portable Riesenrad der Welt (70 Meter) war 2020 schon einmal in Landau und kehrt jetzt nach Landau zurück. Es wird vom 27. September bis 27. Oktober auf dem Rathausplatz seine Runden drehen. Es ist eben immer was los in Landau.

Einer der Höhepunkte des Stadtgeburtstags wird der Breal-Marathon am 3. Oktober sein. Man bereite schon alles auf Hochtouren vor, berichtet Nina Ziegler für das Büro für Tourismus. Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt habe sich schon für den Halbmarathon angemeldet.

Der Ehrenamtspreis soll nicht zum Stadtgeburtstag sondern im Dezember zum Internationalen Ehrenamtstag verliehen werden. (desa)

Nina Ziegler.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Franziska Ritter
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

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