
Kranzniederlegung für Heiner Geißler in Gleisweiler.
Foto (auch Galerie): Rolf H. Epple
Gleisweiler. Heiner Geißler starb am 11. September 2017 – am 3. März diesen Jahres wäre er 90 Jahre geworden. Familie, Mandatsträger der CDU wie Landrat Dietmar Seefeldt, Landtagsabgeordneter Peter Lerch und Christine Schneider (Europadelegierte), Freunde und auch Gleisweilerer legten an Geißlers Geburtstag zunächst einen Kranz an dessen Grab nieder.
Theo Kautzmann und Michael Geiger, Diakon der Kirchengemeinde Gleisweiler, hatten danach einen Gedenkgottesdienst in der Katholischen Kirche St. Stephan initiiert. Besonderer Ehrengast war Dr. Bernhard Vogel, langjähriger Ministerpräsident und jahrzehntelanger Weggefährte Geißlers.
Vogel würdigte in seiner Laudatio die außergewöhnliche Persönlichkeit Geißlers. „Was macht einen Menschen aus? Werde ich gebraucht in dieser Welt? Wo ist Gott?“: Fragen, die Michael Geiger, Theo Kautzmann und Diakon Husenbeth in ihren Lesungen mit Blick auf den Verstorbenen aufgriffen. „Mein Nächster ist der, der Hilfe braucht“, so lebte Heiner Geißler soziale Verantwortung und die setzte er ganz nach dem Gleichnis des barmherzigen Samariters um. „Wir müssen Nächster sein für die, die in Not sind“ – dieser Grundsatz bewegte ihn auch dazu, die Ökomenische Sozialstation Edenkoben-Herxheim-Offenbach e.V. zu gründen. 2003 bis zu seinem Tod war Heiner Geißler deren erster Vorsitzender.
Bernhard Vogels 50-jährige Freundschaft mit Heiner Geißler überdauerte so manche Belastungsprobe. „Auch als ich 1967 gegen Geißler als Ministerpräsident kandidierte und gewann, wurde unsere Freundschaft nicht getrübt“, erzählte Vogel. Von 1977 bis 1989 war Geißler Generalsekretär der CDU, in einer Zeit, „als die CDU eine große Erneuerung erfuhr“, so Vogel.
Die Südpfalz vertrat er viele Jahre als Bundestagsabgeordneter. Heiner Geißler liebte Streit und Auseinandersetzung und polarisierte stark. Trotzdem: „Heiner Geißler war Scharfmacher und Schlichter in einem“, lobte Vogel, der auch Geißlers Rolle als Mediator bei Stuttgart 21 hervorhob.
Als Urgestein seiner Partei war er bekannt. „Und er hätte heute sicherlich viele Fragen zu beantworten“, so Vogel. Immer habe aber das christliche Bekenntnis eine wichtige Rolle für den Verstorbenen gespielt. „Wir wollen deine Botschaft gerne weitertragen“, sagte Vogel unter Applaus.
Danach wurde zum Umtrunk in das Weingut Argus in Gleisweiler eingeladen. (desa)
Fotogalerie Kranzniederlegung, Gottesdienst und Umtrunk: Rolf H. Epple

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