Donnerstag, 22. Oktober 2020

Der „schwarze General“ aus Gleisweiler: Heiner Geißler wird 85

3. März 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Leute-Regional, Politik regional, Regional

Streitbarer Geist: Dr Heiner Geißler engagiert sich bis heute für die Themen, die ihm am Herzen liegen.
Fotos: pfalz-express.de/Licht

Gleisweiler – Unbequem war er schon immer, manchmal kompromisslos, ein Querdenker, der kein Blatt vor den Mund nahm – Heinrichjosef Georg „Heiner“ Geißler, Ex-Bundesminister und ehemaliger Generalsekretär der CDU. In dieser Zeit wurde sein Beiname „der schwarze General“ kreiert.

(Achtung Aktualisierung: Heiner Geißler starb am 12. September in Gleisweiler im Kreis seiner Familie.)

Am 3. März wird der Vollblutpolitiker 85 Jahre alt und erhielt Glückwünsche aus allen politischen Lagern.

Dr. Heiner Geißler wurde am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar geboren. Nach seinem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaften und seiner beruflichen Tätigkeit als Richter am Amtsgericht Stuttgart war er von 1967 bis 1977 Minister für Soziales, Jugend, Gesundheit und Sport in Rheinland-Pfalz und anschließend von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU.

Von 1965 bis 1967 und von 1980 bis 2002 gehörte er dem Deutschen Bundestag an und war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit.

Heiner Geißler ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt seit 1980 in Gleisweiler im Landkreis Südliche Weinstraße und hat sein Büro in Dahn.

 Wandlungen

Besonders während seiner Zeit als Generalsekretär polarisierte Geißler durch seine Attacken an die politische Linke.

In den letzten Jahren allerdings veränderte er seine Position, was weithin für Verwunderung sorgte. Seine Äußerungen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik sorgten für beträchtliches Aufsehen, noch mehr sein Beitritt im Jahr 2007 zur globalisierungskritischen Organisation attac.

Seit 1997 vermittelt Geißler regelmäßig in verschiedenen Tarifkonflikten und war dabei mehrfach als Schlichter tätig. In den Jahren 2010 und 2011 fungierte er als Schlichter im Konflikt um das Bahnhofsbauprojekt Stuttgart 21.

Glückwünsche von der Ministerpräsidentin

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigte das Wirken Geißlers als Politiker und Schlichter von Konflikten.

„Dr. Heiner Geißler hat als Minister unser Land und die Sozialpolitik in der gesamten Bundesrepublik maßgeblich mit geprägt. Unter seiner Leitung entstand das erste Kindergartengesetz, er gründete Sozialstationen und führte das erste Sportförderungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Rheinland-Pfalz ein“, so die Ministerpräsidentin.

In den folgenden Jahrzehnten habe Dr. Heiner Geißler als Mitglied des Bundestags, als Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und als Generalsekretär der CDU Akzente in der bundesdeutschen Politik gesetzt und sei dabei vor schwierigen und strittigen Themen nie zurückgeschreckt.

„Für das neue Lebensjahr wünsche ich Dr. Heiner Geißler alles Gute, vor allem aber Gesundheit“, so die Ministerpräsidentin.

 Julia Klöcker: „Geachteter christdemokratischer Vor- und Querdenker“

Die Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, Julia Klöckner MdL, gratulierte: „Heiner Geißler ist ein über die Parteigrenzen hinweg geachteter christdemokratischer Vor- und Querdenker – streitbar, den Blick immer nach vorne gerichtet – mit besonderem Augenmerk für Schwache und Minderheiten.

Als Schlichter und Mahner war und ist es Heiner Geißlers Anliegen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken. So ist er als Vermittler in Konflikten von Tarifparteien bundesweit gefragt. Ich schätze seine offene, suchende und fragende, aber auch direkte und klare Art, gepaart mit außergewöhnlichem Engagement.“

In seiner Zeit als Bundesfamilienminister sei Geißler Bereiter für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewesen und habe den Weg für den Erziehungsurlaub und die Anrechnung von Erziehungsjahren in der Rentenversicherung geebnet.

Mit „Geist und Mut“ bringe sich Heiner Geißler auch heute noch in gesellschaftlichen Debatten ein und nehme an den Veranstaltungen und politischen Diskussionen der rheinland-pfälzischen CDU teil: „Im Namen der rheinland-pfälzischen CDU wünsche ich Heiner Geißler zum 85. Geburtstag alles Gute, Gottes Segen und eine stabile Genesung“, so Julia Klöckner.

Heiner Geißler gehörte 2011 dem Beraterteam von Spitzenkandidatin Julia Klöckner an. Aufgrund einer Erkrankung hat die CDU-Landtagsfraktion den Geburtstagsempfang für und mit Heiner Geißler auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

 

Dr. Thomas Gebhart, Nico Schenk, Heiner Geißler, Julia Klöckner, Christian Baldauf und Christine Schneider bei einer Bürgerwanderung zur St.-Anna-Hütte im vergangenen Jahr.

 Südpfälzer CDU: „Klares Wertefundament“

Auch die südpfälzische CDU gratulierte: „Wir schätzen Heiner Geißler als großartigen Politiker und Menschen“, so die drei CDU-Kreisvorsitzenden aus der Südpfalz Dorothea Müller, Marcus Ehrgott und Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Gebhart. „Heiner Geißler hat mit dem christlichen Menschenbild ein klares Wertefundament. Dass der Mensch im Mittelpunkt der Politik steht, ist für ihn keine Floskel. Wir schätzen seine Fähigkeiten und seinen Mut, immer wieder konsequent voraus zu denken und glasklare Worte zu finden.“

„Als südpfälzische Abgeordnete gratulieren wir unserem ehemaligen Bundestagsabgeordneten, der seinen Wahlkreis immer mit großen Mehrheiten gewonnen hat, für seinen starken Einsatz für die Region“, so Christine Schneider, Martin Brandl und Thomas Gebhart. „Heiner Geißler hat sich als Abgeordneter immer für die Menschen in der Südpfalz stark gemacht. Als Sozialpolitiker hat er unser Land entscheidend voran gebracht. Bis heute engagiert er sich in verschiedener, auch ehrenamtlicher Weise. Wenn Heiner Geißler gebraucht wird, ist er bis heute mit Rat und Tat zur Stelle.“

Theresia Riedmaier: „Prominenter Bürger des Landkreises“

Landrätin Theresia Riedmaier: „Dem prominenten Bürger unseres Landkreises SÜW herzlichen Glückwunsch und alles Gute für ein schönes, aktives, langes Leben in Gesundheit und Wohlergehen. Den Worten unserer Ministerpräsidentin schließe ich mich gerne an.“ (cli/red)

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