Donnerstag, 17. Oktober 2019

Rheinzabern: Römerdorf im Fahnenmeer – Humor schon in der Muttermilch?

28. Februar 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim

Gleich drei Fahnen grüßen am Ortseingang.
Fotos: Beil

Rheinzabern –  Seit einigen Jahren zieren während der fünften Jahreszeit besondere Accessoires die Rheinzaberner Straßen. Die amtierenden und die ehemaligen Tollitäten schmücken ihre Häuser mit persönlichen närrischen Fahnen.

Diese häufen sich besonders stark im historischen Ortskern. Es beginnt am nördlichen Ortseingang. Wo sonst Banner für Motorsägen, Rasenmäher oder Gartenscheren werben, wehen bis Aschermittwoch drei Fahnen, die an die drei Tollitäten aus dem Hause Marz erinnern.

Auch am Haus Hellmann könnten drei Fahnen wehen, ebenso am Haus Kreichgauer/Hoffmann. Rekordhalter unter den Familien mit „närrischem Geblüt“ sind die Familien Thomas im Außerdorf und die Familie Hoffmann, ehemals Schuhhaus Hoffmann, denn in beiden „närrischen Dynastien“ sind bereits vier Tollitäten zu registrieren. Offensichtlich gibt man dort den Humor bereits mit der Muttermilch weiter.

Mittlerweile verteilen sich die Tollitäten-Fahnen über viele Straßen und zeigen damit an, wie sich ein Dorf verändert. „Erb-Adel“ gibt es übrigens nicht, denn für den höchsten Titel der Hierarchie im Narrenreich sind schon viele auserwählt worden.

Im „Schinnergässel“ erinnern einige Attribute auf Prinz Guidos „Flagge“ an seine Hobbys Turnen, Fasenacht und Brunnenbohren, während Sarina auf ihrer „Flagge“ vor ihrem Elternhaus in der Marcusstraße zeigt, dass sie sich neben Fasenacht und Gardetanz auch als Nadel-Prinzessin betätigt.

Die Fahnenstandorte markieren quasi „Ansteckungsherde“ für Humor, als „Humor-Zellen“, die wucherartig wachsen. Humor kann so hilfreich für die Bewältigung des Alltags sein, und Humor hat hohe Integrationskraft. Ob notorische „Sauertöpfe indes einen Bogen um die Narren-Fahnen machen, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Wer sich aber von Prinz Guido I. und seiner Prinzessin Sarina I. nicht „anstecken“ lässt, ist selber schuld.

Ortsbürgermeister Gerhard Beil wünscht allen Rheinzabernern schöne Fasenachtstage und bittet das närrische Regiment, gnädig mit ihm zu verfahren, wenn am Fasenachtsdienstag das Rathaus gestürmt wird und er obendrein noch seine eigene Absetzung verkünden muss.

Wenn dann am Fasenachtsdienstagnachmittag das Prinzenpaar seinen Triumphzug durch Rheinzaberns Hauptstraße abhält, dürften wieder viele Besucher aus der Südpfalz einen bunten Lindwurm der Narretei erleben. Die Tollitäten-Fahnen grüßen sie auf besondere Weise. (gb)

Die beflaggte Hauptstraße beim Umzug 2019.

 

Die närrische Flagge von Prinz Guido I. im „Schinnergässel“.

 

Fasenachtsprinzessin Sarina I. ist auch Nadelprinzessin.

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