Freitag, 28. Februar 2020

Hatzenbühls digitale Zukunft beginnt – Karl Dieter Wünstel hat nicht aufgegeben

15. Juni 2016 | 2 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim
In Hatzenbühl surft man künftig schneller und komfortabler. Foto: dts Nachrichtenagentur

In Hatzenbühl surft man künftig schneller und komfortabler.
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Hatzenbühl – Die Telekom Deutschland GmbH hat in den letzten Monaten in Hatzenbühl Verteilerkästen ausgebaut und Glasfaserleitungen verlegt. Zum 30.06.2016 wird das VDSL-Netz in Betrieb gehen und surfen im Internet mit bis zu 100 Mbit/s ermöglichen.

Über die letzten Schritte hin zum schnellen Internet informierte die CDU Hatzenbühl zusammen mit der Telekom am vergangenen Dienstag.

Der CDU-Ortsvorsitzende und maßgebliche Treiber des Breitbandausbaus, Karl Dieter Wünstel, ließ die Historie nochmal Revue passieren. Ausgangspunkt war die ISDN-Technologie (64 kBit/s), die den Anforderungen der Nutzer und vor allem auch der Firmen in Hatzenbühl in 2004 nicht mehr gerecht wurde.

Damals begannen die Anstrengungen zum Ausbau mit DSL. Die Telekom war zunächst eher unwillig – Hatzenbühl sei zu weit vom Verteiler in Kandel entfernt, hieß es, es sei betriebswirtschaftlich nicht rentabel, den Ort zu erschließen.

Eine von der CDU initiierte Unterschriftensammlung brachte nur 189 Interessierte – etwa 70 zu wenig, um überhaupt mit der Telekom in Verhandlungen zu treten.

Karl Dieter Wünstel.

Karl Dieter Wünstel.

Aber Wünstel gab nicht auf. Als Alternative konnte er die Ludwigshafener Firma Vype gewinnen, die den Ausbau über das Stromnetz anbot.

Nach vertraglicher Einigung mit der Ortsgemeinde wurde ab Mitte 2005 der Ausbau mit einer Bandbreite von 1.000 kBit/s realisiert. Parallel gingen die Aktivitäten hin zur Telekom weiter.

Im Jahr 2008 wurde das Hatzenbühler Netz mit damals neuester Technik (Outdoor-DSLAM) auf DSL 16.000 (16 MBit/s) erweitert. In den ersten Jahren war das hervorragend, aber das Wachstum der Einwohnerzahl, verstärkte Nachfrage nach Anschlüssen und die Zunahme der onlinetauglichen Geräte machen das Netz immer langsamer.

Mittlerweile können zum Teil keine neuen Nummern mehr geschaltet werden. Bereits im Jahr 2015 wurde dann Jürgen Wolff vom Telekom Infrastrukturvertrieb in den Gemeinderat eingeladen. Er stellte den Ausbau mit einer Bandbreite von bis zu 50 Mbit/s bis Ende 2015 in Aussicht.

Der Ausbau verzögerte sich, aber zum 30. Juni ist es nun soweit: Das VDSL-Netz geht dann sogar mit bis zu 100 MBit/s an den Start. Sobald die entsprechende Technik erprobt und freigegeben wird, werden Bandbreiten mit bis zu 300 MBit/s realisiert werden können.

Jürgen Wolff war sichtlich stolz: Während das Land Rheinland-Pfalz vorhabe, das Breitbandangebot bis Ende 2018 voraussichtlich flächendeckend bis zu 50 MBit/s auszubauen, habe man das für Hatzenbühl bereits jetzt schon mit deutlich mehr Leistung erreicht.

Auch Karl Dieter Wünstel war froh, dass sein Projekt nun zu einem mehr als zufriedenstellenden Abschluss gebracht werde. Für Hatzenbühl beginne die digitale Zukunft bereits jetzt, sogar ohne Landes- oder Kreiszuschuss und ohne Kosten für die Ortsgemeinde.

Wolff ging auf die Details der neuen Technik ein. Er erläuterte die nächsten Schritte, um die neue Technologie nutzen zu können, denn das schnelle Internet komme nicht von allein in die Haushalte. Da der Anschluss umgestellt werden muss, ist eine Beauftragung der Telekom nötig, die allerdings erst nach Freischaltung des neuen Netzes erfolgen kann.

Man solle sich auch nicht irritieren lassen, wenn man aktuell beim Anruf in einem Service-Center die Rückmeldung bekäme, dass in Hatzenbühl schnelles Internet nicht verfügbar sei, denn in den Systemen der Telekom ist dies erst nach Freischaltung des Netzes erkennbar.

Die zahlreichen Wortmeldungen der Zuhörer zeigten das große Interesse am Breitbandausbau. Alle Fragen konnten dann auch zufriedenstellend beantwortet werden.

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2 Kommentare auf "Hatzenbühls digitale Zukunft beginnt – Karl Dieter Wünstel hat nicht aufgegeben"

  1. Werling sagt:

    Wird das Märchen vom zu weit entfernten Kandeler Verteiler immer noch erzählt? Auf der allerersten Veranstaltung mit der Telekom in Hatzenbühl sagte der Telekom-Vertreter, Hatzenbühl sei für DSL vorbereitet und der Anschluss an das schnelle Netz „läge schon bei Hatzenbühl“. So wurde er in der Rheinpfalz zitiert.

    2004(?) habe ich mit Dieter im Vype-Forum gestritten, weil er stock und steif behauptete, für den DSL-Anschluss müsse eine Leitung über das Kandeler Feld verlegt werden. Seine Behauptung war aber damals schon falsch und ist es heute noch mehr.

    Zirka hundert Meter östlich des Kreisels wurde unter der Fahrbahndecke ein Loch gebohrt um auf der südlichen Seite der Straße zwischen Kandel und Rheinzabern das vorhandene Glasfaserkabel anzuzapfen. Die Gesamtlänge des zu legenden Kabels bis zum neuen Verteiler dürfte ca. vierhundert Meter lang gewesen sein. Der Anschluss lag genau so, wie ursprünglich vom Telekom-Vertreter beschrieben.

    Und was die „Unwilligkeit der Telekom“ angeht – lag die nicht auch an der Weigerung des Gemeinderats, sich mit 10.000(?) Euro am Ausbau zu beteiligen? Bei Vype war der Gemeinderat dann spendabler: 15.000 Euro direkt in den Sand gesetzt.

  2. Karl Dieter Wünstel sagt:

    Lieber Burkhardt,
    bitte nicht mit Halbwahrheiten und verdrehten Fakten Stimmung machen und mich auch noch der Falschaussage bezichtigen.

    1. Zum weit entfernten Verteiler: Andreas Berg, Bereichsvorstand T-Com an kdw; Schreiben vom 8. März 2005: “ Hatzenbühl ist über ein relativ langes Anschlusskabeln an unseren Netzknoten … in Kandel angeschlossen. Deshalb können lediglich Kunden im südwestlichen Ortsbereich … das Produkt T-DSL 1000 als leistungsreduzierte Variante … von bis zu 384 kBit/s im downstream erhalten. Die Bereitstellung eones T-DSL-Anschlusses in anderen Bereichen von Hatzenbühl ist aus technisch-physikalischen Gründen nicht möglich.“

    2. Zum vor Hatzenbühl liegenden Netz: Wolf-Dieter Brechtel, Niederlassungsleiter T-Systems an MdB Th. Gebhart; Schreiben vom 24. Mai 2005: „Ich freue mich sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Situation in Hatzenbühl geschaffen werden können. Da der Ortsbereich von Glasfaserkabelstrecke tangiert wird, kann unsere neuen Technologie hier angewandt werden. Diese erlaubt es , dass die gesamte Ortsgemeinde Hatzenbühl mit T-DSL versorgt werden kann. Dabei können wir … Übertragungsgeschwindigkeiten zu bis zu 3 Mbit/s liefern.“

    3. Ebenfalls zu diesem Thema: Albrecht Stahl, T-Systems an kdw; Angebotsschreiben vom 20. Mai 2005: „Damit eine Amortisation unserer Investitionen erreicht wird, benötigen wir aus dieser Maßnahme im Jahr 2005 ein Kontingent von mindestens 254 Kunden bei einer finanziellen Beteiligung der Gemeinde in Höhe von 14.000 Euro“

    Die Unterschriftenaktion der CDU brachte lediglich 189 Interessenten. Damit war der Ausbau für die Telekom betriebswirtschaftlich sofort uninteressant, insofern wurde diese Option zu dieser Zeit nicht weiter verfolgt.

    4. Das Vype-Forum war 2005/06 in Betrieb. Ich empfand unsere Kommunikation nicht als Streit sondern als Diskussion.

    5. Laut Telekom sind wir mittlerweile über Jockgrim an das Glasfasernetz angeschlossen. Deshalb die Querung der L549. Wären wir an die entlang der L549 laufende Trasse angedockt, so müsste dort ein Kabelverzweiger stehen.

    Im folgenden Abschnitt scheint dir – der sich doch so gut informiert gibt – wie „zufällig“ ein Zahlendreher passiert zu sein, der die Gemeinde in ein schlechtes Licht rückt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

    6. Zu Vype: Angebot der PPC (Mutterbetrieb der Vype GmbH) „Internet aus der Steckdose“ vom 8. August 2005: „… 5. Investition der Gemeinde: Für die Erschließung der Gemeinde Hatzenbühl und deren Gerwerbegebiete mit Powerline übernimmt die Gemeinde einen Kostenanteil von 10.000 Euro. Bei mehr als 200 Kunden bezogen auf den Landkreis Germersheim wird die Investitionssumme an die Gemeinde zurückerstattet“

    Es handelt sich hier also um eine Investitionzuschuss mit der Chanve auf Rückerstattung. Die Telekom foderte stattdessen einen Kostenbeteiligung. Das ist ein deutlicher Unterschied. Und die Frage, ob hier Geld „direkt in den Sand gesetzt“ wurde, da gehen unsere Meinungen deutlich auseinander. In Kurzform: Ohne dieses Engagement hätten wir deutlich länger auf erträgliche Bandbreiten gewartet.

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