Landau. 70 Rundsporthallen gibt es in Deutschland, davon sechs in Rheinland-Pfalz. An den in die Jahre gekommenen Bauten nagt der Zahn der Zeit, meist sind die Dächer zu sanieren, eine energetische Sanierung notwendig. Keine der imposanten Hallen soll abgerissen werden. Für Summen zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro bekommen die Sportstätten ein neues Leben geschenkt. Nicht so in Landau.Hier soll die Rundsporthalle abgerissen werden.
Die Landauer Sporttreibenden, die an ihrer Rundsporthalle hängen, möchten sie auch nicht hergeben. Keine andere Sportstätte bietet diese Möglichkeiten. Fünf Sportarten können hier gleichzeitig ausgeübt werden. Auch gestern waren die Spielfelder gut belegt, die Koronarsportgruppe vor Ort um dort ihr Herz-Kreislauf-Training zu absolvieren.
„Auch die runde Form der Halle ist durchaus interessant und ein Alleinstellungsmerkmal“ findet jemand aus der Gruppe. Ob, wie und nach Aufgabe der Halle trainiert werden kann, ist die Frage, die hier gestellt wird.
Ob in Banautal, Lünen oder Troisdorf: Für die dortigen Rundsporthallen geht es also weiter, nach sicherlich kostspieligen Sanierungen.
Nicht so im sportbegeisterten Landau („es gibt wenig Städte, die ihre Sportstätten so in Schuss halten“ OB Schlimmer). Hier hat der Stadtrat in einer, man möchte sagen, chaotisch verlaufenden Sitzung hin und her abgestimmt.
Die Zeit war schon sehr fortgeschritten, es ging gegen 22 Uhr. Die Stadtratsmitglieder waren seit 17 Uhr hochkonzentriert bei der Arbeit. Nun sollte das Werk schnell beendet und die Entscheidung ebenso schnell herbeigeführt werden. „Die Rundsporthalle hat keine Zukunft, Nutzung hui, Technik pfui, Fehlkonstruktion, Fass ohne Boden,“ waren nur einige der Begriffe, die die Ausweglosigkeit einer Rettung zum Ausdruck bringen sollten. „Der ASV ist weit davon entfernt, die Realität zu verkennen“, konstatierte die SPD-Fraktion. Man wunderte sich auch, dass aus diesen Reihen offensichtlich niemand beim öffentlichen Teil anwesend war, was aber auch Außenstehende wunderte. Hatte man denn schon resigniert und den Kampf um die Halle aufgegeben?
Das Risiko sei jedenfalls zu groß, dass man in den nächsten Jahren wegen dann anfallenden Kosten wieder beim Land anklopfen müsse, sagte Dr. Ingenthron (SPD) im Hinblick auf eine eventuelle Ertüchtigung der vorhandenen Halle. Ein Neubau sei deshalb die einzig richtige Entscheidung.
Schon im Vorfeld hatte die SPD-Fraktion öffentlich gemacht, wie sie im Stadtrat abzustimmen gedenke. Man werde für eine Zweifeldhalle am Jahnplatz plädieren, war zu lesen. Außerdem ergäbe sich mit einer weiteren Halle in der BBS Landau ein gutes „Gesamtkonzept“.
Und so kam es auch. Dr. Ingenthron sprach zwar von der Einstimmigkeit in der Fraktion, den Abriss zu beschließen, der Vorsitzende des Stadtsportkreises Günter Scharhag, der für die SPD im Stadtrat sitzt, setzte ein klares Nein dagegen. Unterstützung bekam er auch vom Parteigenossen Frank Casella, von Peter Heuberger (CDU), den Grünen und der UBFL. Warum überhaupt nicht zuerst einmal generell über einen Abriss Ja oder nein der Halle abgestimmt wurde, entzieht sich der Kenntnis der Chronistin.
„Eine weitreichende Entscheidung“ nannte der Nußdorfer Ortsvorsteher Eichhorn (CDU) die geplante Abstimmung und erinnerte sich „mit Wehmut“, wie er damals (1981) den Neubau mit im Stadtrat auf den Weg gebracht hatte. Er zählte alle Vorteile auf, unter anderem fasst die Halle 1000 Zuschauer, es gab Sportschauen, Bundesligaspiele und viele internationale Begegnungen dort. Er habe Zweifel, dass das alles auf drei Hallen verteilt werden könne. Die CDU-Fraktion präferiere deshalb eine Dreifeld-Halle. Nicht zuletzt im Handball-Sport, seien Sicherheitsabstände einzuhalten, internationale Normen zu erfüllen, die eine Zweifeld-Halle nicht leisten könne.
Der Antrag der CDU-Fraktion, „Bau einer größeren Halle“, konnte keine Mehrheit finden und blieb in einer Pattsituation von 21: 21 auf der Strecke, es hätte aber auch deshalb keine endgültige Entscheidung geben dürfen. Erst nach einer kurzen, emotional hoch aufgeladenen Pause, in der sich die Stadtratsmitglieder scheinbar untereinander noch einmal auf Kurs brachten, gelang die Abstimmung, die den Abriss der Rundsporthalle impliziert und den Bau einer Zweifeldhalle als Ersatz vorsieht.
Der Jahnsportplatz wird gedreht und mit einem Kunstrasenplatz ausgestattet. Auch dieser Kunstrasenplatz stand in der Diskussion und war zunächst von der FWG als zu teuer erachtet worden. (Desirée Ahme)

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