Montag 12.Oktober 2026

700 Jahre Birkenhördt – Dorf mit starker Gemeinschaft [Mit Fotogalerie]

11. Juli 2022 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Groß gefeiert wurde am Sonntag in Birkenhördt zum 700-jährigen Jubiläum.
Fotos: Pfalz-Express/Licht – Fotostrecke am Textende

Birkenhördt hat Geburtstag. Stolze „offizielle“ 700 Jahre verzeichnet das 700-Seelen-Dorf am Rand der Südlichen Weinstraße 2022. 

So ein Jubiläum will gefeiert werden und so gibt es das ganze Jahr über immer wieder Aktionen. Der Hauptfeierlichkeiten aber fanden am Sonntag mit einem Festakt im Zelt auf dem Dorfplatz statt. Und viele waren gekommen – Birkenhördter, Nicht-Birkenhördter, Nachbarn von Hiwwe und Driwwe, wie es gerne genannt wird. Denn Ortsbürgermeister Matthias Ackermann treibt deutsch-französische Freundschaften und Projekte mit ordentlich Elan an; eine Herzensangelegenheit für den dienstältesten Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern und Präsidenten des Oberrheinrats. 

Viel Besuch

Zahlreiche Politiker fanden an diesem Tag ebenfalls den Weg in den kleinen Ort und gratulierten. Festredner war der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart. Grußworte gab es vom CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Weiner, von Landrat Dietmar Seefeldt und Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer. Von französischer Seite sprachen Evelyne Isinger (Regionalrätin/Abgeordnete der Region Grand Est) und René Richert, der Bürgermeister von Riedseltz und ein enger Freund Ackermanns. Aus Franken angereist war Thomas Geuss, Ortssprecher von Wolfsdorf, einem Ortsteil von Bad Staffelstein. 

Das „Kleinod in den Wasgaubergen“

Birkenhördt hat ein eigenes Lied, den „Gruß an die Heimat“. Geschrieben wurde es, als das Dorf wegen seiner Lage in der sogenannten „roten Zone“, einem 20 Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze, am 1. September 1939 vollständig evakuiert wurde. Untergekommen in der „Fremde“ in Franken, schrieb der Birkenhördter Pfarrer Josef Süß dort den Text, während Dorflehrer Alfons Spindler die Melodie dazu komponierte.

Als Ackermann ans Mikrofon trat, um den Festakt zu eröffnen, fing er an zu singen – und das ganz Zelt sang mit „O Birkenhördt, Du Kleinod in den Wasgaubergen“. Selbiges Kleinod war dann auch Gegenstand sämtlicher Grußworte, die den Zusammenhalt, die Gemeinschaft, die früher nicht ganz einfache geografische Lage oder die Geschichte mit wechselnden Herrschaften thematisierten. Mindesten genauso wichtig: Die Freundschaft zum elsässischen Nachbarn. 

„Gute Zukunft mitten in Europa“

Festredner Gebhardt würdigte das Engagement der Birkenhördter, die die zweisprachige Kita in ehrenamtlicher Arbeit wieder aufgebaut hatten, die starke Gemeinschaft im Ort und Ackermanns Engagement. Birkenhördt habe eine große Wegstrecke geschafft, so Gebhart, und habe als Ort mitten in Europa alle Chancen auf eine gute Zukunft. „Wenn man auf einer Karte eine Linie zieht von Riga (Lettland) bis Madrid (Spanien), kommt man ziemlich genau in Birkenhördt raus“, hatte  Gebhart eruiert. 

Musikalisch und folkloristisch umrahmt wurde die Feier vom der Groupe folkorique de Hunspach.

Währenddessen ging im Zelt und um das Zelt herum das „Häädstorze-Fest“ weiter. Die Vereine hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und für üppiges Essen und Trinken gesorgt. Für die kleinen Gäste gab es eine Kinderhüpfburg, Kinderschminken und vieles mehr. Am Ende der Veranstaltung wurden noch verdiente Feuerwehrleute geehrt. Zum Ausklang musizierten das Blasorchester Birkenhördt, die Kultuskapelle Offenbach und der Kirchenchor St. Gallus. (cli)    

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