Dienstag, 01. Dezember 2020

Birkenhördter Bürgermeister Ackermann: Unermüdlich im Einsatz für deutsch-französische Freundschaft

24. April 2020 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Leute-Regional, Politik regional

Birkenhördter Bürgermeister Ackermann im Gespräch mit dem französischen Sender France 3 Alsace.

Birkenhördt/ SÜW/Elsass – Matthias Ackermann, Bürgermeister von Birkenhördt, ist momentan ein gefragter Mann.

Nachdem er zusammen mit seinem Bürgermeisterkollegen René Richert aus Riedseltz unlängst das Manifest für die deutsch-französische Freundschaft ins Leben gerufen hatte, steht das Telefon nicht mehr still. Zahlreiche Medien wollten den dienstältesten Bürgermeister innerhalb der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern mit engen Verbindungen ins Elsass interviewen, vorneweg der französische Fernsehsender France 3 Alsace.

„Die Grenzen schließen sich, aber nicht unsere Herzen“ ist das Credo des Manifests, das aus einer Situation heraus entstand, die man sich noch vor zwei Monaten nicht hätte vorstellen können. So kam es nach der Grenzschließung immer wieder zu unschönen Szenen. Franzosen – meist Grenzgänger, die in Deutschland arbeiten und nach dem Job noch kurz einkaufen gingen – wurden teils beschimpft und angepöbelt. Besonders zugespitzt hatte sich die Situation im Saarland – dort sollen sogar Eier auf Autos mit französischen Kennzeichen geflogen sein.

Das Manifest wurde von über 200 Personen unterzeichnet, in der Regel von Bürgermeistern von „hiwwe“ und driwwe“, die so ihr Statement gegen die Diskriminierung der französischen Nachbarn unterstreichen.

„Freundschaft gerät in Gefahr“

Wenn Franzosen auf Parkplätzen (von Geschäften) „zur Schnecke“ gemacht würden, sei die seit Jahrzehnten gewachsene Freundschaft zwischen den beiden Völkern in Gefahr, warnt Ackermann. Auch über die aktuelle Situation bei den Grenzkontrollen ist er nicht glücklich.

Dazu wollte auch das französische Fernsehen Ackermanns Meinung erfahren. Es sei zwar verständlich, dass bestimmte Kontrollen durchgeführt werden müssten, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, so Ackermann, aber: „Manchmal passiert das auf eine Art und Weise, die mir einfach nicht gefällt. Man stößt damit viele Menschen vor den Kopf.“ Als Beispiel nannte er das „Kontroll-Erlebnis“ einer französischen Mitarbeiterin der Kita Birkenhördt, die er zum Interview mit France 3 Alsace dazu gebeten hatte. „Sie musste den Kofferraum öffnen, die Versicherung vorzeigen, etc.“

Die deutsch-französische Freundschaft dürfe weder unter derartigen Maßnahmen noch wegen des diffamierenden Fehlverhaltens Einzelner leiden, so Ackermanns leidenschaftlicher Appell. Gerade die enge Freundschaft beider Länder habe maßgeblich dazu beigetragen, dass es zu dem großen, vereinigten Europa von heute gekommen sei. (cli)

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