Donnerstag, 12. Dezember 2019

Stellungnahme von „Kandel gegen Rechts“: „Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte!?“

24. Oktober 2018 | 8 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Leserbriefe und Kommentare

Foto: Pfalz-Express

Kandel – Zu den Aussagen des AfD- Kreisvorsitzenden im Kreis Germersheim und Landtagsabgeordneten Matthias Joa hat das Bündnis „Kandel gegen Rechts“ (KgR) eine Stellungnahme abgegeben.

Darin heißt es:

„Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte!? Das zumindest hat sich anscheinend Matthias Joa von der AfD Germersheim gedacht und mischt sich in die Diskussion um die Beteiligung der Kreis-CDU an den Gegendemonstrationen in Kandel ein. In einer Pressemitteilung im Pfalz-Express fordert er mehr Sachlichkeit, welche man dann jedoch in seinen weiteren Ausführungen vergeblich sucht.

Seine Forderung, sich zurück auf den Ursprung der Demonstrationen zu besinnen, scheint absurd, wenn man sich beispielweise die Forderungen des sogenannten Frauenbündnis Kandel anschaut. Hier geht es unter anderem um die Abschaffung der GEZ,  die Selbstbestimmung der Nationalstaaten und Bürokratieabbau. Was genau das eigentlich mit den Geschehnissen in Kandel zu tun hat, darf uns Herr Joa gerne erklären.

Zudem hat der Initiator des „Frauenbündnis“ erst kürzlich auf Facebook erklärt, dass er seine alte Gruppe vom „Marsch 2017“ wieder aktivieren möchte. Sein Ziel, mit 500.000 Menschen nach Berlin zu ziehen, um dort die Regierung zu stürzen, ist also weiterhin aktuell. Das verstößt ganz offensichtlich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung und ist somit per Definition extremistisch.

Wenn Herr Joa also keine Extremisten im Frauenbündnis sieht, sollte er vielleicht einen Besuch beim Optiker in Erwägung ziehen. Abgesehen davon, dass die von ihm erwähnten  Verfassungsfeinde wie der „Der dritte Weg“, NPD und auch die Identitäre Bewegung bei diesen Demonstrationen ebenfalls mitlaufen. Diese Demonstranten kommen übrigens wirklich aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz nach Kandel, um ihre menschenfeindlichen Parolen Monat für Monat zu skandieren.

Die einzige Aussage von Matthias Joa, der wir zustimmen können, ist dass sich die Anwohner in Kandel durch die häufigen Demonstrationen in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen. Das wissen wir deshalb so gut, weil ein großer Teil unseres Bündnisses Kandel gegen Rechts selbst Anwohner ist. Die Behauptung wir seien Linksextremisten, Gewalttäter und paramilitärisch organisiert ist einfach nur lächerlich und entbehrt jeder Grundlage.

Einen Abschnitt weiter erkennt man dann jedoch auch spätestens den Grund dieser absurden Aussagen. Die AfD biedert sich geradezu als Koalitionspartner für die CDU an. So heißt es „Die CDU verdient Respekt“. Joa möchte aufzeigen, dass die Kreis CDU und AfD in ihrer Positionen gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Ob die Kreis CDU sich über diese Lorbeeren freut oder es vielleicht doch bedenklich findet, ausgerechnet Rückendeckung von der AfD zu bekommen, die zu Teilen ebenfalls gemeinsam mit den rechtsextremen demonstriert, bleibt abzuwarten.

Wir jedenfalls, als Bündnis Kandel gegen Rechts, lassen uns sicher nicht zum Spielball machen für kommunalpolitischen Wahlkampf. Bei uns geht es nicht um Sitze, Wähler und Koalitionen, sondern alleine darum, für unsere demokratischen und moralischen Werte einzustehen, für eine Zukunft, in der alle friedlich, respektvoll und gleichberechtigt miteinander leben können.“

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8 Kommentare auf "Stellungnahme von „Kandel gegen Rechts“: „Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte!?“"

  1. Bernhard Puderlech sagt:

    Zumindest sollte man sich die Mühe machen, Joas Aussage im Kontext und Gesamthaft zu lesen.

    Er schreibt:

    „Hinsichtlich der aktuell laufenden Demonstrationen unter Herrn Kurz sind uns jedoch keine derartigen Verbindungen bekannt geworden – alle demonstrierenden Menschen pauschal als „Rechtsextreme“ zu verunglimpfen, geht an der Realität vorbei.““

    —> ALLE demonstrieren Menschen als Rechtsextreme zu verunglimpfen, geht an der Realität vorbei

    Zu den Demo-Teilnehmern:

    „Das Problem mit Verfassungsfeinden wie den „Der dritte Weg“-Aktivisten, NPD, Neonazis oder sonstigen gesellschaftlich randständigen Gruppen ist, dass sie in einzelnen, klar abzugrenzenden Punkten tatsächlich dieselbe Meinung haben wie bürgerliche Demonstranten, die AfD oder konservative Teile der CDU“

    • Giftzwockel sagt:

      “ALLE demonstrieren Menschen als Rechtsextreme zu verunglimpfen, geht an der Realität vorbei.“

      Sie unterliegen mit Ihrer Schlussfolgerung einem gravierenden Irrtum:

      1.) Wer in Deutschland bewusst mit Demokratiefeinden und Rechtsextremisten marschiert, muss sich gefallen lassen, dass die physische Nähe zu diesen Leuten von Außenstehenden auch als Nähe in der Gesinnung interpretiert wird.
      2.) Wenn diese angeblich Nicht-Rechtsextremisten Wert darauf legen würden, sich von Nazi-Gedankengut zu distanzieren, könnten sie ihre eigene Kundgebung abhalten und das deutlich machen. Das tun sie aber nicht!
      3.) Ein Marco Kurz nutzt diese Leute ganz bewusst, (…) und lässt sie ganz bewusst z.B. in Rockerkluft oder KategorieC-Shirt auflaufen.

      • Philipp sagt:

        Sie unterliegen mit Ihrer Schlussfolgerung einem gravierenden Irrtum:
        1 Wer in Deutschland bewusst Demokratiefeinde und Linksextremiste zu seinen Aufmärschen einlädt, muss sich gefallen lassen, dass die physische Nähe zu diesen Leuten von Außenstehenden auch als Nähe in der Gesinnung erkannt wird.
        2 Wenn diese angeblich Nicht-Linksextremisten Wert darauf legen würden, sich von Nazi-Verhaltensweisen zu distanzieren, könnten sie ihre eigene Kundgebung abhalten und das deutlich machen. Das tun sie aber nicht!
        3 Wer Kundgebungen stört und behauptet, er stehe für Vielfalt, Miteinander und Demokratie ist ein Heuchler.
        4 Wer einen Mord oder eine Vergewaltigung instrumentalisiert, um seine „Weltoffenheit“ und „Buntheit“ zu feiern und den politischen Gegener zu diffamieren ist ekelhafter Abschaum!

  2. Bernhard Pudlerlech sagt:

    Außerdem steht im Text: „Unter Kurz“ – bezog sich das auf Kurz, oder auf die Demoteilnehmer im Allgemeinen ? Das solltet ihr richtigstellen, weil man sich sonst angreifbar macht

  3. Aufgewachte sagt:

    Die moralischen Werte des Bündnisses Kandel gegen rechts: Förderung einer (…) Massenmigration im Auftrag der NGO s, Festhalten an gut bezahlten Stellen, (…), Kampf gegen politisch abweichend denkende Menschen, Kampf gegen wirkliche Freiheit und Demokratie.

  4. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    „Für eine Zukunft, in der alle friedlich, respektvoll und gleichberechtigt miteinander leben können.“

    Dann muss mir „Kandel gegen Rechts“ nur noch erklären, warum man für so eine Zukunft eine Einwanderungspopulation ins Land holt, die diese Werte zu erheblichen Teilen nicht teilt und nicht teilen will.

    Mit Männern, die fälschlicherweise „Flüchtlinge“ genannt werden, sich auf Bildern in Uniform oder mit Waffen präsentieren, und Mädchen vergewaltigen, Straftaten und Morde begehen, wird es eine ganz andere Zukunft geben.

  5. Fred S. sagt:

    Lieber V-Mann, nach Berlin laufen ist extremistisch? Von Afghanistan aus vielleicht schon.

  6. Frau Holle sagt:

    Zitat Giftzwockel: „Wer in Deutschland bewusst mit Demokratiefeinden und Rechtsextremisten marschiert, muss sich gefallen lassen, dass die physische Nähe zu diesen Leuten von Außenstehenden auch als Nähe in der Gesinnung interpretiert wird.“

    Ist dann der friedliche Fußballfan, der bewusst ins Stadion geht, gleich ein Hooligan, nur weil Hooligans im selben Stadion sind und der friedliche Fußballfan im Block nebenan sitzt (oder steht)?

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