Samstag, 16. Januar 2021

Regierung fährt Hybrid-Dienstwagen meistens nicht elektrisch

Özdemir: „Staatlich geförderten Klimabetrug ein Ende setzen“

4. Dezember 2020 | Kategorie: Allgemein, Politik

Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin- Die Hybrid-Dienstwagen der Bundesregierung werden nur selten mit ihrem Elektromotor gefahren. Nur drei Ministerien nutzen ihre Hybridfahrzeuge überwiegend elektrisch – zu mehr als 50 Prozent.

Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Am wenigsten werden demnach die Fahrzeuge des Wirtschaftsministeriums mit 25,37 Prozent im Alltag elektrisch gefahren, gefolgt vom Verkehrsministerium mit 33,6 Prozent.

Am häufigsten wird der E-Motor der Hybridfahrzeuge vom Ernährungsministerium mit 80 bis 85 Prozent genutzt sowie vom Umweltministerium mit 50 bis 70 Prozent.

Im Bundesarbeitsministerium wird der durchschnittliche Anteil auf 75 Prozent geschätzt. Nur die Hälfte aller Bundesressorts kann überhaupt Angaben zum elektrischen Fahranteil ihrer Hybride machen, so das Verkehrsministerium. Knapp die Hälfte des Fuhrparks des Kanzleramts und der Bundesministerien mit insgesamt 339 Fahrzeugen sind Elektrofahrzeuge.

Von den insgesamt 171 E-Autos sind 122 Fahrzeuge (73 Prozent) Plug-in-Hybride. Doch weder das Kanzleramt noch das Gesundheits-, Finanz-, Familien-, Forschungs- oder Innenministerium erfassen den Anteil der elektrisch gefahrenen Kilometer.

Der Grünen-Verkehrspolitiker Cem Özdemir kritisiert vor allem das Verkehrs- und Wirtschaftsministerium, die eigentlich eine Vorbildfunktion einnehmen müssten: „Wie Vorbilder verhalten sie sich aber nicht, sondern liegen mit dem Anteil elektrisch gefahrener Kilometer auf den hinteren Plätzen.“

Ein Hybrid sei laut Özdemir nur dann klimafreundlich, wenn es für die Nutzer Anreize und Regeln gebe, damit er zum Großteil elektrisch gefahren werde.

„Alles andere ist das Verbrennen von Steuergeld zulasten des Klimas.“ Özdemir fordert deshalb, diesem „staatlich subventionierten Klimabetrug“ ein Ende zu setzen. „Förderung darf es nur dann geben, wenn nachgewiesen wird, dass ein Großteil der Fahrleistung tatsächlich elektrisch erbracht wird.“ (dts Nachrichtenagentur) 

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