Berlin- Mögliche Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten lassen sich aus Sicht der Kommunen und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) selbst mit einer blauen Plakette kaum kontrollieren.
„Mögliche Verstöße gegen die zur Debatte stehende blaue Plakette könnte die Polizei nur stichprobenartig überwachen“, sagte GdP-Chef Oliver Malchow dem „Handelsblatt“. Zur Begründung erklärte er, dass die Personaldecke der polizeilichen Verkehrsüberwachung über viele Jahre „immer dünner“ geworden sei.
Selbst „gröbste Regelverletzungen“ auf den Straßen müssten häufig „ohne angemessene polizeiliche Antwort“ bleiben. „Das Risiko für Verkehrsrowdys, dass sie erwischt werden, ist viel zu gering.“ Die „vordringliche“ Aufgabe der Polizei sei daher, die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer „spürbar“ sicherer zu machen, betonte Malchow.
„Es stellt sich also die Frage, ob Verstöße gegen Umweltauflagen unmittelbar mit verbesserter Verkehrssicherheit zu tun haben und die Polizei in erster Linie zuständig ist“, sagte der Polizeigewerkschafter.
Auch die Kommunen bezweifeln, dass sich Durchfahrtsbeschränkungen mit einer blauen Plakette wirksam kontrollieren lassen. „Es wäre ein erheblicher bürokratischer Aufwand, Millionen von Fahrzeugen mit dieser blauen Plakette auszustatten“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, dem „Handelsblatt“.
„Theoretisch wäre damit zwar die Kontrolle erleichtert.“ Die Kommunen seien aber „für den fließenden Verkehr nicht zuständig“. Und die Polizei hätte für solche Kontrollen kein Personal zur Verfügung.
Denkbar wäre aus Sicht Landsbergs allerdings, neue digitale Möglichkeiten zu nutzen. „So könnten an den betroffenen Straßen über Kameras die Kennzeichen gescannt und mit den Zulassungsdaten abgeglichen werden“, sagte der Städtebund-Hauptgeschäftsführer.
Fraglich sei allerdings, ob das datenschutzrechtlich möglich wäre und angemessen sei. Landsberg plädiert daher dafür, zunächst auf „Aufklärungskampagnen in den Städten“ zu setzen, um ein Umsteigen vom Pkw auf den öffentlichen Personennahverkehr zu fördern. „Das setzt natürlich voraus, dass auch die Kapazitäten von Bussen und Bahnen deutlich gesteigert werden.“ (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken



Berlin – Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, lehnt die Blaue Plakette für schadstoffarme Dieselautos ab. „Die Erwartung, die Einführung ...
Berlin – Die beiden deutschen Polizeigewerkschaften halten mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten nicht für durchsetzbar. „Wir müssen uns angesichts der Personaldecke ...
Berlin – Das Bundesumweltministerium verzichtet vorerst auf die Einführung einer blauen Plakette für Diesel-Fahrtzeuge. „Wir haben die blaue Plakette für niedrige Stickoxid-Emissionen ...
Berlin – Im Streit um neue Fahrverbote in Großstädten besteht das Bundesumweltministerium nicht mehr auf der Einführung einer blauen Umweltplakette. Die Gespräche ...
Berlin- Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine lückenlose Überwachung islamistischer Gefährder kaum ...
Berlin- Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich gegen die geplante Einführung einer blauen Plakette für Autos mit geringem Schadstoff-Ausstoß ausgesprochen. „Die Pläne ...
Berlin- Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, hat vor einer weiteren Radikalisierung in ländlichen Regionen gewarnt und die Politik eindringlich ...
Berlin – Die Pläne von Union und SPD für einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet stoßen bei den Kommunen auf entschiedene Ablehnung. „Ein ...
Berlin – Die Besitzer von Dieselautos müssen damit rechnen, künftig nicht immer in jede deutsche Innenstadt fahren zu dürfen. Im Kampf gegen ...
Berlin – Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern für schnellere Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber wollen die Kommunen ihre Integrationsmaßnahmen intensivieren. Bund und ...
Berlin – Die Bundesregierung will die Rechtsgrundlage zur Anordnung von streckenbezogenen Fahrverboten bei einer zu hohen Abgasbelastung in den Städten nun doch ...














Die behaupten also ersthaft, dass die schon seit 1. März 2007 bestehenden Umweltzonen mit roter, gelber, grüner Plakette nicht mehr kontrollierbar sind, wenn eine 4. Farbe dazu kommt?
Wie war das denn so in den letzten 10 Jahren? Hab die da auch schon nix kontrolliert? Fake-Schlagzeile: „Polizei und Städte- und Gemeindebund seit über einem Jahrzehnt untätig“?
Vermutlich wird hier eher ein Spiel um mehr Personal für die Polizei und mehr Zuständigkeit für Verkehrsüberwachung für die Kommunen gespielt, mit Abgasbetrug und besserer Luftqualität selbst hat das nix mehr zu tun.
Die blaue Plakette ist ein sinnvoller Weg, damit alle mit echtem EURO 6d, sei es ab Werk oder durch Nachrüstung, rechtssicher weiterhin fahren können und die Hersteller bekommen einen Anreiz für ehrliche Umrüstungen.