
Der „Krötenzaun“ beschützt die Amphibien vor dem Verkehr.
Fotos: v. privat
Hagenbach – Pünktlich mit den ersten warmen Tagen sind auch schon die Kröten, Frösche und Molche in Hagenbachs Hochgestade an der K 19 Richtung Kandel wieder am Wandern.
Und in geübter Voraussicht hatte sich Andreas Reichling vom Naturschutzverband Südpfalz (NVS) Wörth bereits während der großen Kälte um das Aufstellen des Zauns entlang der Straßen gekümmert. Mit einigen Helfern wurden nun über 30 Eimer entlang des Zauns in die Erde gegraben, in denen die während der Nacht wandernden Tiere zunächst „landen“. Sie kommen aus dem westlichen Bienwald und suchen ihre Laichgewässer im Tiefgestade auf. Damit sie beim Überqueren der Straße nicht totgefahren werden, sammeln am frühen Morgen Helfer die Tiere aus den Eimern ein und tragen sie sicher über die Straße in das Feuchtgebiet Riedried, in dem das Ablaichen erfolgt.
„In der morgendlichen Kälte sind unsere Schützlinge noch etwas starr, aber täglich retten wir schon immer etwa 50 Tiere, u.a. Spring- und Grasfrösche, Bergmolche und Erdkröten vor dem Verkehrstod auf der Straße“, berichtet Hans-Jürgen Schygulla. Alle Helfer erstellen beim morgendlichen Sammeldienst eine Statistik, damit Entwicklung oder Rückgang der einzelnen Arten über die Jahre verfolgt werden können.
An dieser Aktion ist auch immer das Forstamt beteiligt; das Schulklassen und Kindergärten zum Helfen einlädt. Ziel ist es, Kindern die vielseitige Natur vor der eigenen Haustür zu zeigen, denn nur was man kennt, kann man auch schätzen und schützen. Doch in Corona-Zeiten wird dies kaum möglich sein. Der Naturschutzverband bittet alle Autofahrer um reduzierte Geschwindigkeit an dieser Straße beim Sägewerk und der Abfahrt Büchelberg, um Helfer und Tiere nicht zu gefährden.

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