
Foto: red
„Als ich am 1. April die Beschlussvorlage für den Minfelder Gemeinderat las, die de facto auf die Schließung der Kulturscheune hinauslief, glaubte ich anfangs an einen April-Scherz. Als ich allerdings das Verfasser-Datum 25.3. sah, begriff ich, dass dies bitterer Ernst war.
Ich begann zu recherchieren und zu telefonieren. Fakt ist, der Förderverein für Französisch hat für den 30.4. eine Veranstaltung „Rock in den Mai“ in der KuSchMi angemeldet. Nach der neuen Versammlungsstätten-Verordnung aus 2018 müssen solche Veranstaltungen der Kreisverwaltung angezeigt werden.
Diese wiederum bat die Verbandsgemeindeverwaltung Kandel zu überprüfen, ob die Veranstaltung genehmigungsfähig sei. Also hat VG-Verwaltung im Beisein des Ortsbürgermeisters eine Begehung der KuSchMi durchgeführt. Grundlage der Begehung war die Baugenehmigung der Kreisverwaltung vom 15.3.1988, in der es eine Reihe von Auflagen gab hinsichtlich des Brandschutzes.
Auf meine Frage, warum man nicht die Bauabnahme zur Grundlage der Begehung aus dem Jahr 1989 genommen habe, erntete ich Stirnrunzeln. Es begann eine fieberhafte Suche nach dem Protokoll der Bauabnahme. Ohne Erfolg.
Die Kreisverwaltung meinte gar, möglicherweise habe eine solche Bauabnahme gar nicht stattgefunden, weil man der Ansicht war, da sei schon alles in Ordnung. Hallo, wie? Die Inbetriebnahme eines öffentlichen Gebäudes ohne Bauabnahme? Geht’s noch? Offensichtlich hat die Kreisverwaltung „vergessen“ ein Bauabnahme-Protokoll zu erstellen. Ich kann mich nicht erinnern, ein solches abgezeichnet zu haben.
Tatsache ist, es gab eine Bauabnahme: Sie fand wohl im ersten Quartal 1989 statt mit Vertretern der Kreisverwaltung, der VG-Verwaltung, dem Architekten und meiner Wenigkeit. Der Vertreter der Bauabteilung des Kreises, zuständig für die Inbetriebnahme-Genehmigung der Scheune, war wohl zum ersten Mal vor Ort. Als er die großen Scheunentore nach Westen und Osten sah, meinte er, da seien optimale Fluchtwege im Verhältnis zur Veranstaltungsfläche gegeben. Die weiteren Auflagen aus der Baugenehmigung wurden nach meiner Erinnerung nicht mehr erörtert.
Noch vor gar nicht langer Zeit fand eine Brandschutzbegehung der Scheune durch die Kreisverwaltung statt. Auflage: Die Gerätschaften und Utensilien des Musikvereins, die auf dem Speicher gelagert waren, müssen entfernt werden, was auch geschah.
Sonst keine Auflagen. In der KuSchMi haben seit ihrem Bestehen gefühlt 1000 Veranstaltungen stattgefunden mit internationalen Künstlern, mit nahezu allen örtlichen Vereinen, 30 Jahre lang.
Ich frage mich immer mehr, in welchem Bürokratie-Staat wir leben. Da werden reihenweise Veranstaltungsorte für Vereine geschlossen. So kann man das Vereinsleben kaputt machen. Und wenn es in unseren Dörfern erst mal keine Vereine mehr gibt, dann haben diese Orte auch ihre Seele verloren.“
Clemens Nagel
Minfeld
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Germersheim – Am Donnerstag (5. April) gibt es wieder einen Stammtisch der Bürgerinitiative (BI) “Kein Gefahrstofflager im US-Depot Germersheim/Lingenfeld“. Der Vorsitzende Dietmar ...
Freinsheim. Da hört der Spaß am Halloween auf: Bislang unbekannte Täter besprühten am 31. Oktober 2014 zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr ...
Queichhambach. Die „Kulturscheune im Bachstelznest“ in Annweiler-Queichhambach öffnet am Samstag, den 21. April um 14 Uhr ihre Tore zur neuen Saison mit ...
Minfeld – Die Fahrbahnerneuerung soll planmäßig am Freitag, 7. April, abgeschlossen sein. Das teilte der Landesbetrieb Mobilität Speyer teilt mit. Die Strecke soll ab ...
Das Bündnis „Wir sind Kandel“ organisierte vom 7. – 16.06.18 eine Themenwoche unter dem Titel „Aktiv für die offene Gesellschaft“. Die Veranstalter ...
„Eingebettet in einen Nachbericht zu einer SPD-Veranstaltung in Maximiliansau und die Stellungnahme der Wörther Stadtverwaltung wird über die Petition des Schulelternbeirates am ...
Neupotz – Einen schlechten Vatertags-Scherz erlaubten sich Unbekannte, als sie an Christi Himmelfahrt auf der Strecke zwischen Neupotz und Leimersheim (L549) zwanzig ...
Kandel/Neustadt – Die vom Landkreis Germersheim angeordneten Auflagen zur geplanten Kundgebung des „Frauenbündnisses Kandel“ am 6. April sind rechtens. Das entschied das ...
Minfeld – Wegen Unklarheiten bezüglich des Brandschutzes in der Kulturscheune Minfeld können möglicherweise manche Veranstaltungen dort nicht mehr stattfinden. Mit einem Spendenaufruf ...
Germersheim – Die geplante Moschee in der Hans-Sachs-Straße darf vorerst nicht errichtet werden. Das entschied heute das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz, das ...
„In seiner letzten Sitzung für 2018 hat der Germersheimer Stadtrat unter anderem auch den Bebauungsplan Nr. 62 für das Gelände der „Alten ...
Kandel – Am Schwanenweiher in Kandel gibt es Zoff: Seit vor fünf Jahren der Europäische Kulturpark eingeweiht wurde, ist von Frühjahr bis ...













So kann sich immerhin die SPD mit ihrem Spendenaufruf und der Spende profilieren und kurz vor den Wahlen noch einmla auf Wählerfang gehen….
… Ein Schelm wer böses dabei denkt….
Ach, gäbe es doch mehr Vollblutpolitiker wie Clemens Nagel, die Entscheidungen aus dem Bauch treffen und Bau- und Brandschutzvorschriften aus Laiensicht beurteilen.
Es wäre alles so viel einfacher – und billiger. Also bis dann was passiert.
Denn dann ist der Ruf genau dieser Spezies von Politiker laut, und zwar nach „den Fachleuten, die versagt oder weggeschaut haben“, die die „Ehrenamtlichen im Regen hätten stehen lassen“….