Donnerstag, 09. Juli 2020

Grüne Germersheim: „Fall Hans von Sponeck“ – Straßenname und Gedenkstein sollen umbenannt werden – Dokumentation erstellt

20. Mai 2015 | 3 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Veronica Abrego, Fraktionssprecherin Grüne: „Es kaum zu fassen, dass Ansichten öffentlich vertreten werden, die aus den Opfern Nazideutschlands immer noch „die Anderen“ machen, deren Leben weniger wert als die „der Unseren“ sein sollte.
Foto: v. privat

Germersheim – Die Grünen-Fraktion im Stadtrat plädiert weiterhin für eine Umbenennung der Hans-Graf-Sponeck-Straße, eine Umwidmung des Gedenksteins im Park Fronte Lamotte und für die Einrichtung eines Aufklärungskastens im Heimatmuseum der Stadt Germersheim.

Im Zuge der Umbenennung der Hans-Graf-von Sponeck-Kaserne, die seitens der Bundeswehr und des Stadtrat beschlossen wurde, wollen die Grünen auch die in der Stadt verbliebenen Merkmale von Sponecks nicht weiter „geehrt“ wissen.

Im April 2014 seien viele Bewohner der Stadt Germersheim von der „ambivalenten Geschichte des Generalleutnants“ überrascht worden, sagte Fraktionssprecherin Dr. Veronica Abrego.

„Einige tun sich seitdem schwer damit, sich auch mit der dunklen Seite des Hans von Sponeck zu befassen. Im Gemeinderat der Stadt Germersheim zeichnet sich bisher eine Mehrheit auf, die sich gegen die Umbenennung der gleichnamigen Straße stemmt. Ein Grund für diese Haltung mag an einem Informationsdefizit liegen, denn obwohl die Bundeswehr den Rat am 7. April 2014 in einer öffentlichen Sitzung umfassend unterrichtete, so wurde am 25. Mai 2014 ein neuer Stadtrat mit zahlreichen neuen Mitgliedern gewählt, der an der Darstellung der Fakten nicht teilnahm.“

Abrego berfürchtet, dass die Öffentlichkeit größtenteils nicht an das historische Material gekommen sei, das das „Mitwirken des Generals am Vernichtungsfeldzug“ belege. Viele argumentierten mit einem Wissen aus zweiter Hand.

„Akribisch zusammengetragen und abgewogen ausgewertet wurden die Fakten um Hans von Sponeck vom Militär-Historiker Prof. Dr. Erik Grimmer-Solem aus der Universität von Wesleyan, Connecticut, in dem hier abrufbaren Artikel„, so Veronica Abrego.

Mit der Absicht, diese Wissenslücke zu schließen und etwas ausführlicher zu begründen, warum die sich Grünen für eine Umbenennung der Straße, des Gedenksteins und für die Einrichtung eines Aufklärungskastens stark machen, habe die Ratsfraktion die Dokumentation um den Fall Hans von Sponeck auf dieser Seite zusammengestellt.

Die komplette Dokumentation ist auf der Seite www.gruene-ger.de zusammengestellt. (cli/red)

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3 Kommentare auf "Grüne Germersheim: „Fall Hans von Sponeck“ – Straßenname und Gedenkstein sollen umbenannt werden – Dokumentation erstellt"

  1. gerets sagt:

    Ich schlage eine Umbenennung in „Joschka Fischer Kaserne“ vor. Für seine Verdienste in der jüngeren Bundeswehrgeschichte als Aussenminister und die Entsendung Deutscher Soldaten auf den Balkan. Damit könnten sicherlich auch die Grünen gut leben.

  2. Werling sagt:

    Hans von Sponeck verantwortet als Offizier im zweiten Weltkrieg eine überaus vernünftige militärische Aktion entgegen der Anordnung des Führerhauptquatiers und bezahlte dafür mit dem Leben. Allein dafür halte ich es für angebracht, in Form eines Kasernennamens an ihn zu erinnern. Dass er darüber hinaus – vielleicht oder wahrscheinlich – kein engelsgleicher Gutmensch war, ändert nichts an seinem beispielhaftem Widerspruch gegen blinden militärischen Gehorsam.

    In ein grünes Hirn passt eine solche Differenzierung, natürlich, nicht hinein.

  3. Thenis sagt:

    Welch eine selbstgerechte Grünen-Fraktion ausgestattet mit einem sicheren Geschichtsbewusstsein und mit tiefer Erkenntnis über Recht und Gesetz. Es ist genau diese Moral-Institution die wir absolut nicht brauchen. Nicht in Germersheim, in der ehemaligen Garnisionsstadt und dem ehemals größten Materialdepot in Europa der US-Streitkräfte.
    Vielleicht sollte man Germersheim komplett einebnen und auch die Studierenden aus der ehemaligen Seyssel-Kaserne „befreien“, denn dort wurden ja Menschen zu Soldaten ausgebildet, die dann wiederum Menschen umbrachten.
    Der Unterschied zwischen Sponeck und den Grünen liegt darin, dass der General Befehlsempfänger war, während die Vorgängerorganisation der Grünen ihren Ursprung in der 68er-Bewegung hatten und die haben aus freien Stücken gehandelt. War da nicht die Jutta Dittfurth, die aus dem weiblichen Unterleib eine Bio-Tonne für Ungeborene machen wollte? Oder wie war das mit dem akzeptierten Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen als Sexobjekte? War Ströbele eigentlich Pflichtverteidiger von RAF-Terroristen oder tat er dies aus freien Stücken? Da denke ich noch nicht einmal an Buback, Herrhausen und Schleyer, sondern an die Fahrer, Polizisten und sonstigen Betroffenen.
    Bevor man die Straßenreinigung der Stadt ruft, sollte man wohl erstmal vor der eigenen Haustür kehren, denn Dreck findet man überall!

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