Mittwoch, 16. Oktober 2019

Bürgerinitaitive „Graf Sponeck“ wehrt sich gegen Umbenennung der Germersheimer Kaserne

11. April 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Soldaten in der Hans-Graf-von-Sponeck-Kaserne in Germersheim.
Foto: pfalz-express.de/Licht

Germersheim – Die Hans-Graf-von-Sponeck-Kaserne wird demnächst umbenannt – der neue Name soll „Südpfalz-Kaserne“ lauten.

Grund dafür sind die Erkenntnisse des US-Historikers Erik Grimmer-Solem, der schwere Vorwürfe gegen den 1944 in Germersheim auf Befehl Himmlers erschossen Generalleutnant erhoben hatte.

Diese wurden auch seitens der Bundeswehr von einer militärischen Forschungsgruppe geprüft. Das Fazit: Man wolle nicht urteilen über einen Mann, der in einem Unrechtssystem eingebunden war, wie man es sich heute in einem von Frieden, Freiheit und Wohlstand geprägten Land nicht mehr vorstellen könne.

Dennoch sei deutlich geworden, dass nach den gültigen wertebezogenen Richtlinien der Bundeswehr (Traditionserlass von 1982) der Name von Sponeck für die Kaserne nicht mehr tragbar sei.

Damit will sich die Bürgerinitiative „Graf Sponeck Germersheim“ nicht abfinden. Der Vorsitzende Manfred Däuwel wirft Grimmer-Solem vor, seine Arbeit „mit Andeutungen, Vermutungen und Unrichtigkeiten gespickt“ zu haben, den „Mythos Sponeck“ attackieren zu wollen.

Die Bürgerinitiative hatte sich kurz vor dem 70. Todestag von Sponecks (23. Juli 1944) gebildet und will dem Kommandeur der 22. Infanteriedivision und späteren Befehlshaber des XXXXII. Armeekorps der Wehrmacht ein „ehrendes Andeken bewahren“, so Däuwel.

Sponeck habe auf der Halbinsel Kertsch militärisch vorbildlich gehandelt, ebenso im Fritsch-Prozess 1938, sind Däuwel und seine Mitstreiter überzeugt.

Die Bürgerinitiative „Graf Sponeck“ stehe in „diskursivem Briefwechsel mit dem Bundesverteidigungsministerium“, ließ Däuwel wissen. Man habe vorgeschlagen, bei einer„militärisch-wissenschaftlich zuständige Stelle“ eine Gesamtbiografie von Sponecks in Auftrag zu geben. Erst danach solle über eine Umbenennung entschieden werden. Dieser Vorschlag würde an zuständiger Stelle in Berlin noch bearbeitet.

Die drei städtischen Gedenkorte in Germersheim beizubehalten, sei immerhin einer Mehrheit des Stadtrats wichtig, aber mit „möglicherweise mit historisch fragwürdigen Erläuterungen“, kritisierte Däuwel weiter.

Mit ihrem Ansinnen dürfte die Bürgerinitiative allerdings allein auf weiter Flur stehen – die Umbenennung wurde schon lange von der Bundeswehr und unlängst auch vom Germersheimer Stadtrat befürwortet und abgesegnet. (cli/red)

 

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