Berlin – Vor dem Gespräch zwischen den Vorsitzenden der AfD und des Zentralrats der Muslime (ZMD) am Montag in Berlin setzen beide Seiten auf einen gemäßigten Dialog, haben aber auch ihre Positionen verdeutlicht.
Der Zentralratsvorsitzende der Muslime, Aiman Mazyek, der das Treffen angeregt hatte, sagte der „Welt am Sonntag“: „Populismus, persönliche Angriffe und Hass sind keine Form des Dialoges, noch ersetzen sie die Kraft der Argumente“.
In der vergangenen Woche hatte Mazyek die AfD mit der NSDAP verglichen und sie als „existenzielle Bedrohung“ für die Muslime in Deutschland bezeichnet. AfD-Vize Albrecht Glaser, der gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Paul Hampel und der Parteivorsitzenden Frauke Petry mit drei ZMD-Vertreter zusammentreffen wird, sagte, die Äußerung Mazyeks sei „niveaulos und in der Sache völlig ungerechtfertigt“.
Zu Beginn des Gesprächs werde man „klären, ob Herr Mazyek bei dieser Aussage bleibt“, sagte Glaser. „Wenn wir diese Barriere überwinden, dann bekommen wir einen guten Diskurs“, hofft er.
„Gerade weil die AfD und der ZMD so unterschiedliche Positionen haben, müssen wir miteinander reden.“ Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat ihre Islamkritik unterdessen verstärkt und klargemacht, dass ihre Partei neben Minaretten auch das Kopftuch ablehnt.
Petry: „Weder Minarette noch der Muezzinruf oder die verschiedenen Verschleierungsarten von Frauen sind entscheidend für die islamische Religionsausübung.“ Gerade Frauen, die sich vom Islam emanzipiert hätten, lehnten das Kopftuch rundweg ab.
„Es gibt Muslimas, die es freiwillig tragen, bei anderen ist es ein Unterdrückungssymbol. Wir haben in der Tat ein Problem damit.“
Die AfD-Vorsitzende warnte vor einer weiteren Zuwanderung von Muslimen nach Deutschland und Europa: „Wir sehen wesentliche Errungenschaften der Aufklärung in Gefahr, wenn wir diesen Weg der ungeregelten Migration, verbunden mit dem Import eines religiösen Radikalismus, weitergehen.
Wenn mehr als die Hälfte der Muslime im Zweifel der Scharia den Vorrang vor dem jeweiligen Landesrecht geben, braut sich etwas zusammen, was nicht mehr kontrollierbar ist.“
Dies stelle die Existenz der bürgerlichen Grundrechte für die Menschen in Europa in Frage. Scharfe Kritik übte Petry an dem in Deutschland gelebten Islam: „In Wahrheit predigen viele Imame einen radikalen Islam, wie er zum Beispiel in Saudi-Arabien gelehrt wird, und sie werden auch aus diesen Ländern finanziert.“
Die großen islamischen Rechtsschulen seien mit der Demokratie nicht vereinbar. „So lange keine Toleranz gegenüber anderen Religionen herrscht und das Abschwören vom Islam als todeswürdiges Verbrechen gilt, ist ihr Islam unvereinbar.“
Von den in Deutschland lebenden Muslimen forderte Petry, ihre Religion „privat und friedlich“ zu leben. „Muslime, die hier integriert sind, die unsere Sprache und Lebensweise angenommen haben, gehören genauso zu Deutschland wie Christen oder Atheisten.“ (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken



Berlin – Der Zentralrat der Muslime hat AfD-Chefin Frauke Petry zu einem Treffen eingeladen. „Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns Muslime?“, ...
Berlin – Für die derzeitige Flüchtlingskrise macht der Zentralrat der Muslime auch die bisherige geopolitische Kurzsichtigkeit Europas verantwortlich. „Die Europäische Union zahlt ...
Berlin – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat scharfe Kritik am sich abzeichnenden Anti-Islam-Kurs der AfD geübt. „Es ist ...
Köln – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat vorgeschlagen, den Muezzin-Ruf vorübergehend den Veränderungen aufgrund der Coronakrise anzupassen. „Ich halte es ...
Berlin – Migranten-Organisationen beklagen nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln und anderen Städten in der Silvesternacht eine zunehmende Feindseligkeit gegenüber ...
Berlin – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat laut der Osnabrücker Zeitung vor einer weiteren ungeregelten ...
Berlin – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat mit scharfen Worten der Predigt in der Berliner Al-Nur-Moschee widersprochen: Deren „herabwürdigende Frauenfeindlichkeit“ ...
Berlin – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert angesichts von Übergriffen und Bombendrohungen mehr Polizeischutz für Moscheen. Der Vorsitzende des Zentralrats, ...
Berlin – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat die Äußerungen von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) über die Möglichkeit eines ...
Berlin – In die Debatte über eine deutsche Leitkultur hat sich der Zentralrat der Muslime eingeschaltet. Dessen Vorsitzender Aiman Mazyek schreibt in ...














