Berlin – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat laut der Osnabrücker Zeitung vor einer weiteren ungeregelten Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland gewarnt.
„Moralisch kann es wegen der Werte unserer Verfassung und unserer historischen Verantwortung keine Obergrenze geben“, habe Mazyek in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt. „Technisch aber schon. Diese Obergrenze scheint in Deutschland offenkundig bald erreicht zu sein.“
Auf seiner Facebookseite widerspricht Mazyek allerdings dieser Darstellung:“ Ich habe mit Nichten eine Obergrenze von Flüchtlingen gefordert. Leider erwecken einige Überschriften über das letzte Interview in der NOZ (Neue Osnabrücker Zeitung, s.u.) diesen Eindruck. Ich habe dazu lediglich gesagt, dass Deutschland an seine Grenzen zu schossen „scheint“.
Nach meinem Dafürhalten, hätte Deutschland weiter wesentlich mehr Kapazitäten. Das Problem ist, das vernünftige und objektive Maßstäbe derzeit kaum noch zählen, sondern Hysterie in dieser Frage allenthalben nur noch zu geben scheint. Weil ich das aber weiß, hätte ich diese ungenaue Formulierung nicht wählen und es so wie oben wiedergeben sollen (so wie ich das auch übrigens ursprünglich im Gespräch gegenüber dem Journalisten auch getan habe).
Ich werde in den nächsten Tagen in der Öffentlichkeit diese Position korrigieren und bitte um Nachsicht, dass im Eifer des Gefechtes mir ein Fehler in einem ohnehin etwas unglücklichen Interview unterlaufen ist. Das geht auf meine Kappe und weder Stress, noch der Journalist noch sonst wer ist Schuld dran„, schreibt Mazyek.
Der ZMD-Vorsitzende äußerte sich mit Blick auf die Akzeptanz der Zuwanderer und die Fähigkeit der Gesellschaft zur Integration. Auch und gerade die Muslime in Deutschland seien gefordert und sie leisteten bereits sehr viel.
„Sie könnten aber noch mehr schaffen, wenn der Staat und Gesellschaft sie dabei unterstützt und mehr Zutrauen in unsere Integrationslotsen hat. Misstrauen gegenüber Religion allgemein und Angst vor dem Islam nach Paris, obgleich Muslime selber Opfer und Anschlagsziel der Terroristen mehrheitlich in der Welt sind, beeinträchtigen die Flüchtlings- und Integrationsarbeit erheblich“, sagte Mazyek.
Dies sei eines der Ziele der terroristischen Verbrecher gewesen. Durch die Flüchtlingswelle habe die Zahl der Muslime in Deutschland binnen weniger Monate um rund ein Viertel zugenommen, sagte der Vorsitzende des Zentralrats.
Für die in Deutschland sesshaften Muslime bedeute dies einen Wandel des hierzulande gelebten Islams, aber auch einen Wandel der Sicht der Gesellschaft auf sie. Grundlage des Wandels müsse stets die Verfassung sein.
Im Hinblick auf die Erfahrungen der jüdischen Gemeinschaft mit der Anzahl der Emigranten aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland „steht die muslimische Community vor ungeahnten und neuen Herausforderungen“, sagte Mazyek. (dts Nachrichtenagentur)

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