
Da rauchen die Köpfe: Bürgermeister Marcus Schaile (Mitte), der Erste Beigeordnete und Baudezernent Dr. Sascha Hofmann (re. daneben), Michael Kleemann (li. oben, stadtimpuls), Tobias Brokötter (ebenfalls stadtimpuls) und Günter Dötschel, stellvertr. Abteilungsleiter Stadtsanierung/Konversion (re.).
Foto: Pfalz-Express
Germersheim – Nach den Projekten der letzten Jahre in Germersheim wie das neue Einkaufszentrum oder der Ausbau des Rheinvorlands soll die positive Entwicklung der Stadt nahtlos weitergehen.
Darüber informierte am Donnerstag Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) in einem Pressegespräch, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, Germersheim zu einem echten Schmuckstück zu machen.
Alles miteinander verzahnen
Im Prinzip geht es darum, die Innenstadt weiter zu beleben, die äußeren und inneren Bezirke besser zu verbinden – zum Beispiel das Einkaufszentrum mit den Einzelhandelsgeschäften und den Sehenswürdigkeiten in der Stadt (Festung etc.) und umgekehrt. Dazu hat Kleemann eine „Innenstadtroute“ entworfen.
Die Außenwahrnehmung von Germersheim, das Image, soll aufpoliert und sowohl private als auch gewerbliche und öffentliche Bauten und Flächen sollen modernisiert und verschönert werden. Die Bürger werden in alle Prozesse intensiv mit eingebunden, betonte Schaile. Rahmengrundlage ist das Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ der Landesregierung, die über 1 Million zielgerichtete Fördergelder zur Verfügung stellt.
Begleitet wird das Ganze vom Büro „stadtimpuls“ aus Landau. Dipl-Ingenieur Michael Kleemann und sein Team sind Spezialisten in Sachen Stadtentwicklung und haben in der Region schon ähnliche Vorgaben umgesetzt. Dass ein solches Vorhaben nicht von heute auf morgen gehe, sei klar, sagte Kleemann, der sich seit drei Jahren mit Germersheim beschäftigt. „Herr Kleemann weiß, wie Germersheim tickt“, bestätigte der Stadtchef. Jetzt will man ordentlich „Gas“ geben. Das Vorgehen und der Strukturaufbau stehen fest.
Drei Säulen
Das Entwicklungskonzept beruht auf drei Säulen:
- Baukultur
- Image
- Bürgerschaftliches Engagement
Diese Themen und Umsetzungsvorschläge sollen ab Juni auch in Bürgerwerkstätten oder Arbeitsgruppen (Workshops) erörtert werden.
Büro berät und unterstützt – City-Manager wird eingestellt
Ein extra installiertes Büro in der Jakobstraße 4 wird die Anlaufstelle für Bürger. Es ist eine Schnittelle von „stadtimpuls“, Stadtverwaltung Germersheim und den Bürgern. Dort findet dann schon ab April jeden Freitag eine Sprechstunde für Interessierte statt.
Ab Juli gibt es einen City-Manager, die Stelle ist bereits ausgeschrieben. Mit ihm (oder ihr) zusammen will „stadtimpuls“ unter anderem auf Germersheimer Immobilieneigentümer zugehen und mit ihnen besprechen, wie sie ihr Gebäude mit den Fördergeldern aus dem „Aktive Stadtzentren“-Topf sanieren und aufhübschen können. Dazu gibt es Hilfestellung vom Büro in der Jakobstraße (beispielsweise mit den Formularen) oder eine Beratung. Bis zu 50.000 Euro Förderung können im Einzelfall gewährt werden, wenn das Konzept zur Stadtentwicklung passt.
Bürgergespräche und Innenstadtforum
In Gesprächen mit Einwohnern, Geschäftsinhabern, Befragungen und Stadtspaziergängen will Kleemann ab Mai über den Sommer hinweg herausfinden, was die Bürger wollen und wo es möglicherweise Probleme gibt.
Nach den Sommerferien ist ein großes Innenstadtforum geplant. „Die vorherigen drei waren erstaunlich gut besucht“, erklärte Baudezernent und Erster Beigeordneter Dr. Sascha Hofmann, der den neuen City-Manager auch in einer Funktion als „Kümmerer“ sieht.
Die Wirtschafts- und Leistungsgemeinschaft (GWL) ist natürlich ebenso gefragt, sich einzubringen. Ladenleerstände sind wie in fast allen Städten auch in Germersheim ein Ärgernis. „Die GWL muss das Heft des Handelns in die Hand nehmen“, sagte Bürgermeister Schaile. Vorstellbar seien zum Beispiel gemeinsame Aktionen oder Ähnliches.
Also: Bürger, Stadt und Fachleute haben nun einige Monate Zeit, interessante und effektive Konzepte für Germersheim zu entwerfen. Denkbar wäre am Ende des Eruierungsprozesses ein Ideenwettbewerb wie in Landau im letzten Jahr, wo viele Einzelpersonen, Vereine, Unternehmen und Teams mitgemacht hatten. Bürgermeister Schaile hofft auch in Germersheim auf ein „loderndes Feuer“ des Engagements und der Ideen. (cli)

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Was ich sehr schade finde, ist die Tatsache, daß bei den laufenden und zukünftigen Bauprojekten immer nur von hochwertigem Wohnraum gesprochen wird. Dies gilt auch für das geplante Projekt am Hafen. Wo bleibt der bezahlbare Wohnraum? Die Quadratmeter Preise für Mietwohnungen haben sich in den letzten zehn Jahren Verdoppelt.
Gerade am Hafen hochwertigen Wohnraum zu schaffen ist richtig, da es in Germersheim nur vereinzelt Wohnungen im oberen Preissegment gibt und um den Bereich dort aufzuwerten. In unmittelbarer Nachbarschaft hat man ja genug bezahlbaren Wohnraum (Am alten Hafen). Immer wieder zu fordern, dass gerade in Germersheim bezahlbarer Wohnraum fehlt ist lächerlich, da es genug davon gibt (Römerweg, In der kleinen Au, Posthiusstraße, Theodor-Heus-Straße oder eben alter Hafen).