Bienwald-Marathon in Kandel: Läufer trotzen Wind und Wetter

10. März 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional, Sport Regional

Trotz Regen und Sturm hochmotiviert: Die rund 2 000 Läufer nach dem Start.
Fotos: Pfalz-Express/Gümbel

Kandel – Immer am zweiten Wochenende im März kommen etwa 2 000 sportbegeisterte Läufer aus 30 Nationen nach Kandel, um Teil des Bienwald -Marathons oder zumindest der halben Distanz zu sein.

Die weiteste Anfahrt hatte dieses Jahr der australische Triathlet Alistair Kealty, der sich für das Jahr 2019 das Ziel gesetzt hat, jedes Wochenende (also 52) in einem anderen Land einen Marathon zu laufen. Dabei versucht er, mit speziellen Outfits den zughörigen Rekord im Guinessbuch der Rekorde zu brechen.

Bunt erschien nicht nur optisch das Teilnehmerfeld, genauso vielfältig ist auch das Leistungsspektrum, das in Kandel an den Start geht. Vom Spitzenläufer bis zum Spaßläufer ist alles dabei.

Leider stand dieses Jahr die Veranstaltung unter keinem guten Stern. Schon in der Nacht hatte es kräftig geregnet und für Sonntag gab es Sturmwarnungen, was für eine Veranstaltung, die größtenteils im Wald stattfindet, ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.

Ganz links: SPD-Landtagsabgeordneter und Fraktionschef im Landtag, Alexander Schweitzer, dann der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler, Landrat Dr. Fritz Brechtel, Bürgermeister Volker Poß und Stadtbügermeister Günther Tielebörger.

Als um 10 Uhr der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler und Landrat Dr. Fritz Brechtel mit ihrem Startschuss die Läufer auf die Strecke entließen, war noch nicht klar, ob der Lauf nicht wegen des Sturms abgebrochen werden musste.

Schon auf dem Weg nach Minfeld blies ein ordentlicher Wind, der die Windräder kräftig drehte und den Läufern die Kraft raubte. Marathon oder auch Halbmarathon zu laufen erfordert neben körperlicher Fitness auch ein gerüttelt Maß mentaler Härte – am Sonntag mehr denn je.

Jochen Uhrig und Eva Katz gewinnen Marathon

Quelle (bearb).: Veranstalter

Richard Schumacher (Sparda-Team Rechberghausen) kann einem etwas leid tun. 2016 noch Sieger des Bienwald-Marathons, belegte er auch dieses Jahr zum dritten Mal in Folge den zweiten Platz. Dieses Jahr musste er sich Jochen Uhrig von der TSG Weinheim geschlagen geben.

Kandeler Michael Ohler diesmal Vize-Pfalzmeister

Als 3. Läufer im Ziel sicherte sich Matthias Wagner (TV Hinterweidenthal) mit einer Zeit von 02:41:59 h den Pfalzmeistertitel – vor Titelverteidiger Michael Ohler. Mit 02:46:13 h im Ziel nahm Ohler seine Vizemeisterschaft gelassen und gönnte nach drei Jahren Pfalzmeisterschaft seinem Nachfolger den Titel. Als Trost bleibt ihm, gemeinsam mit seinen Vereinskollegen vom TSV Kandel, Christian Flügel und Dirk Karl, die Pfalzmeisterschaft in der Mannschaftswertung gewonnen zu haben.

Sieger der Frauenkonkurrenz und damit auch Pfalzmeisterin wurde die eigentlich mehr im Berglauf beheimatetet Eva Katz von RC Vorwärts Speyer mit einer Zeit von 03:02:22 h. Vor 10 Jahren war sie schon einmal in Kandel, musste aber verletzungsbedingt abbrechen, und konnte danach 5 Monate nicht laufen. Diese Negativerfahrung konnte sie mit ihrem Sieg nun hinter sich lassen.

Auf den weiteren Plätzen folgten Margit Klockner (SRL Triathlon Koblenz) mit 03:06:01 h und Nina Wabic (Run & More) mit 03:10:24 h.

Als 5. Frau im Ziel konnte sich die in Kandel lebende Pia Winkelblech (Landau Running Company) mit einer Zeit von 3:21:50 h die Vizemeisterschaft in ihrer Altersklasse sichern. Pfalzmeister ihrer Altersklasse wurde, die für den ausrichtenden TSV Kandel startende, Sandra Fätsch (03:27:09h).

Auch glücklich ins Ziel kam oben genannter Alistair Kealty. Mit einer Zeit von 03:14:53h konnte er den bestehenden Rekord eines Laufs im Rugby Outfit unterbieten und kann damit eine weitere Station auf seiner Welttour erfolgreich abhaken.

Halbmarathon: Simon Stützel und Sabrina Mockenhaupt Sieger

Bei den Männern wurde Simon Stützel von der LG Karlsruhe seine Favoritenrolle mehr als gerecht. Der Streckenrekordinhaber, gelaufen 2016 mit 1:05:14 h, machte vom Start weg richtig Tempo und lief die komplette Strecke allein an der Spitze. Sein Ziel den Streckenrekord erneut zu brechen, wäre bei normalen Wetterbedingungen mit Sicherheit geglückt, aber der Wind machte dieses Vorhaben zunichte.

Mit 1:06:18h im Ziel zeigte sich der ehrgeizige Läufer doch enttäuscht und brauchte erst ein paar Minuten, bevor er sich über den Sieg freuen konnte. Fast 1:30 Minuten dauerte es, bis der zweitplatzierte Tim Niklas Schwippel von der LG Braunschweig, Stützel ins Ziel folgte.

Mockenhaupt: Vom Pacemaker zur Siegerin

Bei den Frauen gab es eine Siegerin, mit der man so eigentlich nicht rechnen konnte. Sabrina Mockenhaupt, angetreten als Pacemaker für eine Freundin, kam nach 1:20:43 h lächelnd ins Ziel. Nach Kilometer 10 war ihrer Laufpartnerin klar, dass das angepeilte Ziel von 1:24 h heute nicht machbar ist und sie beschlossen, sich zu trennen. Sabrina schaltete darauf in den Wettkampfmodus und gab richtig Gas. Bis Kilometer 19 dauerte es, als sie an der später zweitplatzierten Aoife Quigly (TV Schriesheim) vorbei zog.

Im Ziel erklärte sie, dass sie sich zwar langsam vom Leistungssport zurückziehe, aber immer noch die Herausforderung sucht. Ihre nächste Herausforderung ist die Teilnahme an der Tanzshow „Let’s dance“, für die sich gerade vorbereitet.

Vorzeitiger Abbruch – „Neongelb kein politisches Statement“

Obwohl man in Kandel eine 44-jährige Erfahrung mit dem Ausrichten dieses Wettbewerbshat, gibt es dennoch Dinge, die im Vorfeld nicht abzusehen sind. Dieses Jahr war das Wetter der Spielverderber. Nach drei Baumbrüchen musste der Marathon früher beendet werden. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden und der Abbruch erfolgt zu einem recht späten Zeitpunkt, so dass nur wenige Läufer betroffen waren.

Was die Farbe des diesjährigen Finisher Shirts angeht, möchte der Veranstalter „deutlich hervorheben“, dass „neongelb eine schöne Farbe ist, die man gut sieht, was bei Läufern auch ein Sicherheitsaspekt sein kann. Es ist nicht als politisches Statement zu verstehen, zumal es ja auch ein Shirt ist und keine Weste.“

 

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