Dienstag, 01. Dezember 2020

Polizei Germersheim stellt Kriminalstatistik vor: Straftaten insgesamt stark gesunken – Gewalt aber angestiegen

21. Mai 2016 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Fotos: pfalz-express.de/Licht

Fotos: pfalz-express.de/Licht

Germersheim: Die Polizeiinspektion Germersheim hat am Donnerstag die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2015 vorgestellt.

Mit dabei waren erstmals auch zwei Opfer von Straftaten: Eine Seniorin, bei der ein sogenannter Enkeltrick versucht wurde, und eine Frau, bei der ein Hauseinbruch verübt wurde. So wurde deutlich, wie hinter den nackten Zahlen jeweils ein menschliches Schicksal steckt, das verarbeitet werden muss.

Im Fall des Hauseinbruchs in Lingenfeld hat die Familie noch heute, Monate später, mit den psychischen Folgen zu kämpfen.

Das Ehepaar kam mit seinen beiden sechs und neun Jahre alten Kindern von einer Einladung zurück und ordnete das Chaos, das sie beim Eintreten vorfanden, nicht sofort einem Einbruch zu. Vielmehr dachte die Mutter, die Kinder hätten Spielsachen liegen lassen. Erst als die Tochter ein Loch in der Scheibe bemerkte, wurde allen klar, was passiert war – die Kinder hatten große Angst, weinten und wollten die Eltern gar nicht mehr loslassen.

Das Erlebnis wirkt bis heute nach, schilderte die Mutter. Während die Erwachsenen ihr Ängste mittlerweile rational in den Griff bekommen konnten, hat der sechsjährige Sohn noch immer Probleme einzuschlafen. Beim Nachhausekommen ist man erst einmal vorsichtig: „Keiner will allein in den zweiten Stock.“

Uwe Becker, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion (PI) Germersheim, empfiehlt allen Bürgern eine sogenannte Grundschutzberatung. Diese wird von Bezirksbeamten durchgeführt oder kann über die Kriminalprävention Ludwigshafen angefordert werden.

PI-Leiter Wolfgang Zöller sagte, es gebe zwar nie einen hundertprozentigen Schutz. Man könne es aber potenziellen Einbrechern etwas schwerer machen, indem man beispielsweise auf ausreichende Sicherung von Fenstern und Türen und gute Beleuchtung achte. Nicht wenige ließen von ihrem Vorhaben ab, wenn das Unterfangen mit größeren Schwierigkeiten verbunden sei.

Einige Täter, besonders Banden, spähten die Tatorte (Häuser oder hochwertige Fahrzeuge) oftmals zuvor aus – auch da gelte es, wachsam zu sein und Verdächtiges der Polizei zu melden: „Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, dafür sind wir da.“

V.li.: Polizeioberkommissarin Melanie Hoffmann, die Ersten Polizeihauptkommissare Uwe Becker und Wolfgang Zöller.

V.li.: Polizeioberkommissarin Melanie Hoffmann, die Ersten Polizeihauptkommissare Uwe Becker und Wolfgang Zöller.

Straftaten auf niedrigstem Wert seit 2001

Trotz gestiegenen Herausforderungen für die Polizei ist die Zahl von 3887 Straftaten der niedrigste Wert seit 15 Jahren (1170 davon waren Diebstähle).

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 11,6 Prozent oder 510 Fällen. Und im Vergleich zum Land Rheinland-Pfalz steht der Bezirk Germersheim gut da, denn landesweit stiegen die Fallzahlen um 3,4 Prozent.

Die Aufklärungsquote liegt bei 65, 4 Prozent (Landesdurchschnitt 64,2 Prozent).

Mord, Totschlag, Körperverletzung, Einbrüche und Raub, Rauschgiftdelikte, Sachbeschädigungen, Internetkriminalität oder Gewalt gegen Frauen sind einige der Straftaten, mit denen sich die Beamten auseinandersetzen müssen.

Die Wohnungseinbrüche indes sind um 12 Prozent zurückgegangen – auch deshalb, weil die Polizei viel Streife gefahren ist und Präsenz gezeigt hat.

Diebstähle und Gewaltdelikte hingegen sind angestiegen. Grund: Organisierte Banden (oft Osteuropäer) sind in der Region aktiv, einige haben sich besonders auf die Automarke BMW spezialisiert. Hier vermutete Uwe Becker in einigen Fällen ebenfalls ein vorheriges Ausspähen, weil alles „so flott durchgezogen wurde.“

Dank einer DNS-Auswertung habe man einen Täter erwischt, der zu einer Gruppe gehörte, die besonders heftig in Bellheim zugeschlagen hatte. Becker appellierte ebenfalls, verdächtige Beobachtungen melden und „am besten gleich ein Handy-Foto machen.“

Viel Sorge bereitet den Beamten auch die Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Bei den  Beziehungstaten gebe es viel Streit und Handgreiflichkeiten, sagte Zöller. Fast täglich sei man unterwegs zu Familien, bei denen Streitigkeiten aus dem Ruder gelaufen seien.

Die Polizei leitet auch nach ihrem direkten Eingreifen noch begleitende Hilfe mit Präventions- und Beratungsstellen ein.

Gewalt gegen Frauen sei eigentlich fast ausschließlich in Beziehungen vorgekommen. Bis auf einen Fall sei nichts „Überfallartiges passiert“, so Zöller und Becker. „Niemand hat Frauen oder Kinder ins Gebüsch gezogen.“

Insgesamt lagen alle Straftaten im Bereich der PI unter dem Durschschnitt. Einen Anstieg gab es bei Roheitsdelikten (+6,3 Prozent) und  die Gewaltkriminalität (+14,3 Prozent).  Davon habe man in Germersheim bedauerlicherweise „schon Einiges“, so PI-Leiter Zöller.

Bei Asylbewerbern entspreche die Kriminalitätsrate der der deutschen Bevölkerung. Man habe in Germersheim keine Schwerpunkte in Form von großen Unterkünften, sondern eine dezentrale Unterbringung der Asylsuchenden.

Die ausführliche Statistik ist demnächst im Internet abrufbar. Der Link dazu wird nachgeliefert. (cli)

Polizeioberkommissar Philipp Schmidt stellte den Bericht vor.

Polizeioberkommissar Philipp Schmidt stellte den Bericht vor.

Information:

Die Beamten der PI Germersheim sind rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche im Einsatz. Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion Germersheim erstreckt sich auf

  • die Stadt Germersheim mit dem Stadtteil Sondernheim 20.019 Einwohner
  • die Verbandsgemeinde Bellheim 13.427 Einwohner
  • die Verbandsgemeinde Lingenfeld 16.296 Einwohner
  • die Verbandsgemeinde Rülzheim 14.649 Einwohner.

Die Polizeiinspektion Germersheim ist also für rund 64.000 Einwohner auf einer Fläche von etwa 230 Quadratkilometern zuständig.

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8 Kommentare auf "Polizei Germersheim stellt Kriminalstatistik vor: Straftaten insgesamt stark gesunken – Gewalt aber angestiegen"

  1. Tom F. sagt:

    Und wieder mal alles im Griff – alles toll in Deutschland….Lügenpresse/Pozilei..alles Schmarn

    Wie mir ein bekannter Sicherheitsdienstleister erzählte (ist für etliche Einrichtungen/Festivals/Liegenschaften in der Südpfalz tätig)…., müssen- ja sollen Delikte unserer neuen, muselmanischen Ärzte und Facharbeiter kleingehalten/vertuscht werden. Das ist stellenweise sogar Voraussetzung, dass jemand für das Gutmenschentum arbeiten darf! Die Polizei ist auch involviert. Das Thema wird nicht besser – siehe im Fall Niklas P. – bis da mal der Name des nordafrikanischen Täters genannt wurde….unglaublich. Selbst bei der Tätersuche werden keine Bilder oder Hautfarben, etc. genannt…nur: Er sprach akzentfreies deutsch – ok. er konnte also „Ey du Opfer“ auf deutsch sagen!!!! Ich kann unserem linken Deutschland nicht mehr vertrauen….das ist alles so lächerlich. Ich hoffe wirklich, dass das Gutmenschentum bald der Vergangenheit angehört….und der Realitätssinn einkehrt – ansonsten ist dies nicht mehr mein Deutschland!

  2. Chris sagt:

    Ich kenne jemanden dessen Schwager hat erzählt, dass ein Arbeitskollege von seiner Schwester mal was gehört hat..

  3. Das irritierte T sagt:

    Wenn das nicht mehr ihr Deutschland ist, dann gehen Sie. Nach irgendwo. Und hoffentlich schlagen Ihnen dann die gleichen saudummen Sprüche entgegen, die Sie hier verbreiten.

  4. Tom F. sagt:

    „Das irrititierte T“ ist ja wahrscheinlich wie der liebe „Chris“ ein toller linker Name.
    Ich denke, dass auch die Mailadressen zu den beiden verblödeten Kommentaren Fake/link(s) sind.

    p.s. ich werde natürlich bleiben und weiter meine legale Meinung vertreten…….trotz Antifa

    Gruß Tom (AFD Wähler)

  5. Danny G. sagt:

    Über „Netiquette“ ( https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ) will ich jetzt nicht anfangen zu philosophieren. Da muss jeder selbst wissen was er schreibt.

    Aber dass zum Thema des Artikels eine breite Kluft zwischen Aussagen der Polizei und tatsächlich Erlebtem herrscht ist meiner Meinung nach nicht wegzudiskutieren.
    Auch ich habe schon Polizisten zu diesem Thema live zugehört und danach im persönlichen Gespräch ganz andere Ansichten gehört.
    Nehmen wir mal zum Beispiel die Stadt Wörth.
    Aussage der Polizei: „Keine Erhöhung der Straftaten seit der starken Zunahme der Flüchtlingszahlen.“
    Wirklichkeit die nicht wegzudiskutieren ist : Drei Morde im Stadtgebiet Wörth, alle mit Migrationshintergrund, zwei davon definitv Flüchtlinge !
    Aussage der Polizei dazu: „Solche Morde waren Beziehungsmorde, könnten auch in deutschen Familien vorkommen“.
    Sie sind aber in Wörth noch nie vorgekommen.
    Über die immens gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche gar nicht zu reden..die sind nur um 12% zurückgegangen, weil sie vorher exorbitant angestiegen sind. Und darüber, dass das fast alles ausländische Banden sind, denen unsere lasche Rechtssprechung nichts entgegen zu setzen hat spricht die Polizei auch nicht.
    Ich persönlich muss in diesem Fall auch sagen, dass ich ein solches Deutschland nicht mehr richtig ernst nehmen kann. Wo ist der Unterschied zu dem „Deutschland“ welches wir alle nicht mehr haben wollen, in dem keine Meinungsfreiheit herrschte und die Presse nur das abgedruckt hat, was die „Führung“ vorgegeben hat.
    Ich sage wir nähern uns diesen Zuständen wieder an.. nur diesesmal von der anderen Richtung.

    @Chris und irritiertes T.. Argumente interessieren.. keine Beleidigungen und Provokationen.
    Und warum sollte Tom F. gehen, wenn er sich über Misstände beschwert, die seiner Meinung nach so sind und er eine Verbesserung will.
    Sorry .. aber Tom F. war schon vorher da und bezahlt (vielleicht) das alles , was die Flüchtlinge kosten. Da sollte er Argumente hören und Lösungen, aber nicht dass er abhauen soll….

    • Chris sagt:

      Ich entschuldige mich für meine Beleidigungen, falls sie mir helfen könnten sie zu finden.

      Und Statistiken kann man fast immer lesen wie man es gerne hätte. Ich fühle mich weder unsicherer als in den ganzen letzten Jahren noch wurde ich Opfer einer Straftat.
      Ob die Zahlen gestiegen sind oder doch gesunken weiss ich nicht aber ich weiss dass durch die sozialen Medien eine schnelle Verbreitung stattfindet und oftmals auch frei erfundene Straftaten schnell verbreitung finden.
      Osteuropäische Banden sind auch kein neues Phänomen. Gibts seit über 2 Jahrzehnten seit dem Fall des eisernen Vorhangs.
      Meiner Meinung nach ist das erhöhte Unsicherheitsgefühl dass von vielen Menschen wohl tatsächlich so empfunden wird zu einem Teil auf Panikmache diverserer Personenkreise zurückzuführen.
      Ich hab Verständnis dafür dass Opfer von Straftaten sich unsicher fühlen. Das ginge mir wahrscheinlich ähnlich, aber viele haben doch nur irgendwas von irgendwem mal gehört und glauben den größten Unsinn der irgendwo auf Facebook steht und jammern dann über etwas was nicht der Realität entspricht. Aber die muss dann gefälscht sein.

      • Danny G. sagt:

        Ja Gefühl und Wirklichkeit können auseinanderdriften.
        Das ist klar..sehe ich auch so.
        Googeln sie einfach mal „wohnungseinbrüche statistik deutschland“
        Ich finde die Aussagen der Polizei hier einfach nur verharmlosend.
        Grundschutzberatung.. Prävention..Sicherung von Türen etc.. für mich alles Ausreden und Verharmlosungen. Bekämpfung der Symptome, nicht der Ursachen.
        Wenigstens hat die Polizei erkannt, dass Präsenz zeigen auf jeden Fall einmal der richtige Ansatz ist.
        Was die osteuropäischen Banden beim Einbrechen schon sind, werden die vernetzten männlichen Flüchtlinge beim Taschendiebstahl. So einfach ist das und so fühlt die Bevölkerung.
        Bestrafungen finden so gut wie nicht statt, der Staat und ei Polizei zeigen sich machtlos.
        Gerade wieder im Falle eines Tänzers aus Köln.
        Und wenn man nun sagt, dass man das so nicht will, und man keine Steuergelder für Menschen ausgeben will, die hier nur abkassieren wollen, wird man sofort in die rechte Ecke gestellt.

        Ich sehe die Verbreitung in den sozialen Medien differenziert.
        Einerseits wie Sie, was den Aspekt „Panikmache“ betrifft.
        Andererseits ist es erst mit dem Internet und den sozialen Medien möglich die Verharmlosungen und Verzerrungen in den Berichterstattungen zu erkennen.

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