Freitag, 27. November 2020

Beeindruckende Kundgebung auf dem Landauer Rathausplatz: „Reicht euch alle die Hände!“

13. Januar 2015 | 1 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Regional

Ein Zeichen sollte es sein: Die Menschen halten sich an den Händen um ihre Verbundenheit zu zeigen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. Cirka 1000 Menschen versammelten sich gestern Abend auf dem Rathausplatz um ein Zeichen zu setzen und der Opfer des Anschlags gegen die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ zu gedenken.

Die Mitglieder des Stadtvorstandes – Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer, Bürgermeister Thomas Hirsch als zuständiger Dezernent für den Bereich der Integration und Beigeordneter Rudi Klemm, die Vertreter der beiden christlichen Konfessionen, die Dekane Volker Janke und Axel Brecht und  Imam Mostafa Yasmine von der Arabisch-Islamischen Gemeinde hatten dazu eingeladen. Auch Landrätin Riedmaier, Minister Alexander Schweitzer und einige Stadträte waren bei der Kundgebung  anwesend. „Wir sind Charlie“, „Wir sind für eine bunte Gesellschaft“ und andere Statements mehr waren auf den hochgehaltenen Tafeln zu lesen.

OB Schlimmer bat die Teilnehmer mit einer Schweigeminute des Attentats zu gedenken und erinnerte daran, dass in Landau 100 Nationen friedlich zusammen lebten (dazu auch unser Video mit der Rede unten).

„Intoleranz und Hass führt zu Terrorismus“ sagte der Imam. Einigkeit und Recht und Freiheit seien wichtige Werte. Allerdings mahnte er auch Sachlichkeit in der Berichterstattung der Medien an. Probleme müssten besprochen werden, damit eine Lösung erzielt werden könne. „Wir wollen das Land nicht islamisieren“, so der Imam eindringlich.

„Hass hat in der zivilen Welt nichts verloren“ sagte Dekan Axel Becht. Man müsse sich gegenseitig respektieren und miteinander in den Dialog treten. Die Regensburger Rede des früheren Papstes Benedikt habe Kritik ausgelöst aber auch seinerzeit zur Gründung eines katholisch-islamischen Forums geführt.

Dekan Janke: „Der Anschlag in Paris war ein Anschlag gegen unsere Grundwerte. „Wir wollen nicht in die Barbarei des Mittelalters zurückfallen und fühlen uns der Aufklärung und deren Errungenschaften wie Presse- und Meinungsfreiheit verpflichtet.“

Ein Zeichen setzen: Ursprünglich sollte, laut Lisa Reinheimer, einer der Initiatorinnen von „Wirsindlandau“ ein Peace Zeichen gebildet werden, was aufgrund der vielen Menschen nicht umsetzbar war.  Ihre spontane Idee, sich an den Händen zu fassen, führte zu einem beeindruckenden Bild der Solidarität im Anschluss an die Kundgebung. Es wurde auch in den sozialen Netzen gepostet.

Als die Veranstaltung schon offiziell beendet war, bildeten sich immer noch kleine Grüppchen: Hier wurde die Marsellaise gesungen, dort diskutierte eine Gruppe von jungen Somalis mit Landauer Bürgern. „Wir sind extra von Annweiler hierher gekommen“, berichtete eine junge Muslima, die mit Mutter und Kindern an der Kundgebung teilnahm. „Wir fühlen uns in Deutschland angekommen- das ist unsere Heimat“. IS-Kämpfer, das seien Menschen, die zum Teil weder lesen noch schreiben könnten. Mit ihnen wollen wir nichts zu tun haben“, sagte sie bestimmt. (desa)

Der Landauer Stadtvorstand, Landrätin Riedmaier, Beigeordneter Ehrgott, die beiden Vertreter der christlichen Kirchen und der Landauer Imam im Gedenken an das Charlie Hebdo-Attentat.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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Ein Kommentar auf "Beeindruckende Kundgebung auf dem Landauer Rathausplatz: „Reicht euch alle die Hände!“"

  1. Ein Bürger sagt:

    Das Zitat aus dem Koran auf Bild 3 ist leider unvollständig.

    Die Sure 5:32 beginnt mit: „Aus diesem Grund haben Wir den Kindern Israels vorgeschrieben: …“. Regelmäßig wird dieser erste Halbsatz bei diesem Zitat weggelassen, um die Friedlichkeit des Islam zu belegen. Dazu ist diese Sure aber ungeeignet, weil sie nur ein Tötungsverbot an die Kinder Israels (d.h. Juden) ausspricht und sich nicht an die Muslime richtet.

    Direkt danach lautet Sure 5:33 nämlich wie folgt: „Die Vergeltung für die, die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften, soll dies sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder daß sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits ist für sie eine gewaltige Pein bestimmt.“ Hier wird zur Tötung der Ungläubigen und Unheilstifter aufgerufen.

    Man darf nicht alle Muslime über einen Kamm scheren, muss aber schon bei der Wahrheit bleiben. Ansonsten setzt man sich dem Verdacht aus, Taqiyya zu betreiben. Der Islam sollte sich dringend refomieren.

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