Sonntag, 24. Januar 2021

„Wir waren fast täglich zusammen“: Hildegard und Alois Hayna aus Burrweiler feierten diamantene Hochzeit

30. November 2020 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Leute-Regional

Das Ehepaar Hayna teilte gute und schlechte Zeiten miteinander.
Foto: Heinz Lambert

Burrweiler. „Wir waren all die Jahre fast täglich zusammen, sowohl im Weinberg als auch Zuhause in Küche und Keller. Das verbindet uns für das ganze Leben.“

Diese einfache Formel nennen Alois und Hildegard Hayna aus Burrweiler, als Rezept für ihre glückliche Ehe, die sie am 26. November vor 60 Jahren in der Kirche St. Pirminius in Godramstein geschlossen haben.

Einen Tag zuvor hatten sie sich schon vor dem Standesbeamten, des damals noch eigenständigen Godramstein, das Ja-Wort gegeben. Sie feiern aber schon immer den Tag ihres kirchlichen Ehegelöbnisses als Hochzeitstag, so auch bei ihrer diamantenen Hochzeit.

„Die Trauung in der Kirche war für uns etwas ganz Besonderes“ erinnert sich Hildegard Hayna, die aus Godramstein stammt und mit Mädchennamen Kern hieß.

Wie in der damaligen Zeit oft üblich lernten sie sich bei einer Tanzveranstaltung kennen. „Wir waren zu dieser Zeit beide begeisterte Tänzer, im Lauf der Zeit hat das aber dann doch nachgelassen“ lächelt die 82-jährige.

Der Kirchenchor Godramstein hatte zum Tanz in der örtlichen Turnhalle eingeladen. Dass auch Alois von der Veranstaltung erfuhr, lag an der Tatsache, dass der Burrweilerer Kirchenchor als Patenverein eingeladen war.

„Genau bei diesem Tanzabend bahnte sich zwischen uns beiden etwas an“ berichtet der 85-jährige. „Zum Glück war es damals nicht wie heute und wir mussten keinen Abstand von 1,50 Metern einhalten“, erzählt er verschmitzt.

Im August 1961 vervollkommnete Tochter Martina das Familienglück. Im Juli 1963 wurde Stammhalter Theo und im Dezember 1965 Tochter Stefanie geboren.

Alois führte bereits früh das bekannte Weingut in der Gaisbergstraße dessen Bausubstanz teilweise aus dem Jahr 1603 stammt, und das sein Großvater 1874 als Ruine erwarb. Heute hat Sohn Theo die Federführung.

Sein Vater spricht von sich und seiner Frau gerne scherzhaft „als den billigsten Arbeitskräften, die das Weingut Hayna angestellt hat.“
Aktuell steht er an fast jedem Tag im Wingert und schneidet Reben. Seine Frau hat ihn in den sechs Jahrzehnten gemeinsamen Lebens immer tatkräftig unterstützt.

Viele Jahre hatte das Weingut zum Weinfest an vier Tagen am letzten Augustwochenende seine Tore geöffnet. Dann waren beide vom frühen Morgen an bis spät in die Nacht im Einsatz. Auch nach Bayern brachten sie ihren Wein und feierten dort mit den Einheimischen pfälzische Weinfeste. Seit einigen Jahren betreibt die Familie von August bis Oktober ihren Freisitz im Hof. Dort trifft man die Jubilare täglich an, sei es vor oder hinter der Ausschankstelle.

Alois hat immer ein paar Witze auf Lager, die bei Alt und Jung gut ankommen. Hildegard lächelt dann immer wohlwollend, schließlich kennt sie schon alles, was ihr Gatte da vorträgt. Gefragt, ob sie auch mal gerne Urlaub machen, antworten sie: „Ja, in den Bergen“, um dann nach einer kurzen Pause lächelnd zu ergänzen „In den Weinbergen!“

Er war jahrzehntelang ein ebenso begeisterter wie erfolgreicher Tischtennisspieler. In den 1950er Jahren war er für den TuS Maikammer und den ASV JOOLA Landau in der Oberliga, der damals höchsten deutschen Spielklasse, aktiv. 1960 gründete er den TTC Burrweiler und war 25 Jahre lang dessen Vorsitzender.

Interessant zu hören, wie es damals ablief, als noch am Sonntag ab 10 Uhr gespielt wurde, und auch das Weingut in dieser Zeit geöffnet hatte. Sobald Alois sein erstes Spiel absolviert hatte, ging er vom benachbarten Spiellokal nach Hause, schenkte zusammen mit seiner Hildegard den Kunden Weine zur Verkostung aus, um dann die Flaschen an den „Mann“ zu bringen.

Irgendwann kam dann immer einer seiner Mitspieler angerannt und rief: „Alois, kumm, du muscht wierer spiele!“. Dann lief Alois in die Halle und ließ seinen Gegnern dank seines als „Winzerhammer“ bekanntgewordenen Rückhandschmetterballs oftmals nicht den Hauch einer Chance.

Eine große Feier hat es wegen Corona leider nicht gegeben, aber vielleicht lässt sich diese in hoffentlich bald absehbarer Zeit nachholen, hoffen Haynas wieder auf normale Zeiten. (Heinz Lambert, Burrweiler)

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