Wörth – Für 70 Jahre aktive Tätigkeit im Musikverein Edelweiß und seine großen Verdienste um die Pflege der Musik in der Region bis auf Landesebene wurde Alois Geißer aus Wörth vom Bund Deutscher Blasmusikverbände ausgezeichnet.
Er habe einen großen Teil seines Lebens der Musik gewidmet, hieß es in der Laudatio. Ob im Beruf oder im Ehrenamt: Was er anpacke, habe Hand und Fuß, sein Fleiß sei beispielhaft.
Die Musik war Alois Geißer, 1933 in Karlsruhe geboren, in die Wiege gelegt. Schon als Kind brachte er sich das Spielen auf den Instrumenten seines Vaters, der mehrere Blasinstrumente, Konzertzither und Violine beherrschte, selbst bei.
Für seinen Traum, Berufsmusiker zu werden, fehlte in der Familie das Geld, denn sein Vater war spät aus der Gefangenschaft heimgekommen.
Nach seinem Schulabschluss 1947 trat Geißer in Karlsruhe eine Lehre als Klempner und Installateur an. In seiner Freizeit belegte er dort auch Abendkurse für Klavier und Harmonielehre, wo ihn der berühmte Wilhelm Furtwängler unterrichtete.
In dieser Zeit war es für den Musikverein schwer, an Noten zu kommen, die er für die Begleitung von Prozessionen und andere kirchliche Anlässe benötigte. So schrieb Geißer aus seinem Orgelbuch Choräle für Blasinstrumente um.
In den 1960er Jahren besuchte er nach und nach Lehrgänge, die er erfolgreich mit der Prüfung zum Dirigenten abschloss. Angebote von Blasorchestern musste er jedoch ablehnen: Inzwischen war er selbstständiger Unternehmer und hatte nicht genügend Freizeit. So gab er auch seine Tanzkapelle „Edelweiß“ auf, die er vier Jahre lang geleitet hatte.
Aber neben seiner Familie blieb der Musikverein seine große Liebe. Er spielte Tenorhorn und griff bei Bedarf, beispielsweise bei der Abholung der Kommunionkinder und der Konfirmanden zu den Festgottesdiensten oder bei der Fronleichnamsprozession, zur Tuba und sprang schließlich bei den Posaunen ein, wo er auch heute noch „am Zug ist“.
Geißer hatte lange Jahre zahlreiche Ehrenämter inne: Vorsitzender des Bezirksverbands Rheinhessen-Pfalz, sechs Jahre Beisitzer und anschließend von 1988 bis 2006 Vizepräsident des Landesmusikverbands Rheinland-Pfalz, mehrere Jahre Vizedirigent beim Edelweiß Wörth. Entsprechend groß ist auch die Liste der offiziellen Ehrungen, darunter die Auszeichnung mit der Landesehrennadel und die Ernennung zum Ehrenvorstand des heimischen Musikvereins. I
ntensiv pflegte er die Kontakte zum befreundeten Musikverein im österreichischen Wörth an der Lafnitz, die ihm das Verdienstzeichen des Steierischen Blaskapellenverbandes einbrachten. Höhepunkt in seiner Zeit als Vorsitzender des Musikvereins Edelweiß (1967 bis 1984) war das Landesmusikfest 1983 im Bürgerpark mit einer Beteiligung von 110 Blasorchestern.
Mit seiner Frau Beate hat Geißer auch im Kirchenchor Sankt Ägidius gesungen. Bei Gründung der Pfarrgemeinde Sankt Theodard gehörte er dem ersten Pfarrgemeinderat an. Für die CDU saß er im Ortsbeirat. Heute noch, mit 83 Jahren, sieht man den pflichtbewussten und zuverlässigen Unternehmer zu Kunden eilen, wenn im sanitären Bereich schnelle Hilfe gebraucht wird.
(Dieter Wiebelt)

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