
V.li: Polizeirat Dr. Alexander Hofsommer, Bürgermeister Harald Bratz, VDK-Bezirksbeauftragter Bruno Schwarz, VG-Bürgermeister Hermann Bohrer, Ortsbürgermeister Gerhard Pautler, Kreisbeigeordneter Nico Schenk und Ministerpräsident a.D. Kurt Beck. Nicht im Bild: Hauptmann Weidmann vom Elektronikzentrum Bad Bergzabern.
Fotos: Licht
Schweighofen – Ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt in der Welt, eine Mahnung gegen das Vergessen, Respekt und Würde für die in Kriegen Gefallenen – das ist der humanitäre Auftrag des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge.
Mit der Anlage und Erhaltung der Friedhöfe will der Volksbund das Gedenken an die Toten bewahren und eine Brücke schlagen in in die heutige Zeit.
Der eingetragene Verein organisiert unter anderem Fahrten zu den Kriegsgräbern, veranstaltet nationale und internationale Workcamps und Jugendbegegnungen an Kriegsgräbern und Gedenkstätten und informiert in Schulen und Schulfreizeiten. Das Leitwort lautet „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“.
Im Kulturzentrum in Schweighofen wurde nun wieder die „Sammel-Saison“ vom 1. bis 21. November mit der symbolischen Übergabe der Sammeldosen durch den Volksbund eingeläutet.
Den Verstorbenen die Würde bewahren
Nach der Begrüßung durch den Bad Bergzaberner Verbandsgemeindebürgermeister Hermann Bohrer und den Schweighofener Ortsbürgermeister Gerhard Pautler erinnerte Ex-Ministerpräsident Kurt Beck in seiner Ansprache an die Tragödien, die nahezu alle Familien in Kriegszeiten getroffen hatten.
„Junge Menschen, die noch gar nicht richtig ins Leben eingetreten waren und es schon gleich wieder verloren haben“, sagte Beck. Dank der Arbeit des Volksbunds würden Gräber ein äußeres Gesicht der Würde bekommen, die Gefallenen aus der Anonymität respektvoll hervorgehoben.
Der Volksbund mache auch den Wert des Lebens bewusst: “Wer das Leben schätzt, wird mit Gewalt zurückhaltend sein“, so Beck weiter. Fast jeder habe in der eigenen Familie Angehörige, die auf den Schlachtfeldern Europas geblieben seien – so etwas dürfe nie wieder passieren.
Der Kreisbeigeordnete und Beauftragte des Volksbunds für den Landkreis Südliche Weinstraße, Nico Schenk, geboren 1974, hatte nicht gleich einen Bezug zur Gräberfürsorge. Als junger Reserveoffizier jedoch wurde er häufiger mit Soldatenfriedhöfen konfrontiert, wie beispielsweise in Niederbronn im Elsass.
„Da verinnerlichte ich, welch massenhaftes, grausames Sterben in den beiden Weltkriegen stattgefunden hat.“ Schenk erinnerte an die in Afghanistan gefallenen Soldaten der Bundeswehr, sieht dennoch – auch dank der Arbeit des Volksbunds – in der heutigen Zeit eine Verbesserung: „Heute gilt: Keiner bleibt zurück. Es gibt einen großen Zusammenhalt.“
Beste Sammelergebnisse für Nico Schenk
Seit Schenk als ehrenamtlich Beauftragter für den Volksbund in der SÜW aktiv ist, liegt der Landkreis mit den Sammel- und Spendenzahlen an der Spitze der zehn Kreise im Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz.
Bezirksbeauftragter Bruno Schwarz berichtete, dass der Volksbund – trotz Regierungsauftrag – 80 Prozent der Kosten selbst trage, z. B. für Überführungen oder Umbettungen.
Auch deshalb sind die Spendensammlungen wichtig für den Verein. Mit sechs Euro kann beispielsweise ein Grab im Ausland ein ganzes Jahr gepflegt werden. Zwischen 60 und 120 Euro reichen aus, um einen Gefallenen zu suchen, zu identifizieren und umzubetten.
Dank an alle Spender und Sammler
Eins jedoch liegt Schwarz ganz besonders am Herzen: „Im Auftrag des Volksbunds danke ich von tiefstem Herzen allen Spendern und Sammlern, die bei Wind und Wetter mit ihren Büchsen in ihrer Freizeit auf die Straße gehen.“
Die Veranstaltung wurde mit klassischen Musikstücken untermalt, die Anna und Christina Bingler aus Bad Bergzabern auf der Querflöte vortrugen.
Gekommen waren unter anderem auch der Stadtbürgermeister von Bad Bergzabern, Harald Bratz, die Erste Beigeordnete Heike Grill, Polizeirat Dr. Alexander Hofsommer und Hauptkommissarin Daniela Kretzschmar von der Bundespolizei sowie Hauptmann Weidmann mit einer Abordnung der Bundeswehr Bad Bergzabern. (cli)

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