
Streetworkerin Katrin Marquardt und Oberbürgermeister Thomas Hirsch mit Marquardts Markenzeichen, dem schwarzen Elektro-Klapprad.
Foto: ld
Landau. Ihr Markenzeichen ist ein schwarzes Elektro-Klapprad. „Mit dem bin ich flexibel und werde überall erkannt“, erklärt Katrin Marquardt die Wahl ihres fahrbaren Untersatzes.
Die Diplom-Sozialarbeiterin ist seit Ende vergangenen Jahres als Streetworkerin bei der Fachstelle Sucht der Evangelischen Heimstiftung in Landau angestellt. Die Stadt finanziert die Stelle. Im Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Hirsch hat Marquardt nun eine Bilanz ihrer bisherigen Tätigkeit gezoge
„Einen Großteil meiner Arbeit macht das Zuhören aus“, berichtet die Streetworkerin aus ihrem Alltag, der sie vor allem an den Hauptbahnhof und in den Ostpark führt, beides Bereiche, an denen häufig sozial benachteiligte Jugendliche, aber auch Erwachsene anzutreffen sind.
Von ihnen fühlt sich Marquardt nach einem knappen halben Jahr akzeptiert und respektiert. „Im Gegenzug respektiere ich es, wenn die Menschen nicht mit mir sprechen bzw. meine Hilfsangebote nicht annehmen möchten“, erläutert die Streetworkerin, die alle Probleme, die an sie herangetragen werden, streng vertraulich behandelt.
„Ich unterliege einer Schweigepflicht“, ist es ihr wichtig zu betonen. Marquardt steuert täglich die bekannten Treffpunkte an und sucht das Gespräch. „Oft braucht es mehrere Kontakte, bevor die Menschen das Vertrauen entwickeln, um über ihre Probleme zu sprechen und eventuell auch Hilfsangebote anzunehmen“, so die Streetworkerin.
Umso mehr freue sie sich über Erfolgserlebnisse, wie es sie auch in den ersten Monaten ihrer Tätigkeit in Landau bereits gegeben habe.
Die meisten ihrer Klientel sind Jugendliche und junge Erwachsene, jedoch gibt es auch Kontakte zu Erwachsenen bis zu einem Alter von ca. 60 Jahren. Ein Großteil der Gesprächspartner ist männlich.
Der Migrationsanteil liegt bei etwa 15 Prozent. Typische Probleme sind beispielsweise Sucht, Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen oder der Verlust der Lehrstelle.
Oberbürgermeister Thomas Hirsch zeigte sich im Gespräch mit Katrin Marquardt sehr interessiert an deren Arbeitsalltag im Stadtgebiet.
„Ich bin überzeugt, dass die Straßensozialarbeit, die wir dankenswerterweise in Kooperation mit der Fachstelle Sucht auf den Weg bringen konnten, eine große Bereicherung der sozialen Infrastruktur in unserer Stadt darstellt“, so der Stadtchef. Sein Dank gelte Katrin Marquardt, die ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit mit viel Engagement, Fachkenntnis und Einfühlungsvermögen nachgehe.
In naher Zukunft dürfe sich die Straßensozialarbeiterin über Verstärkung freuen, informiert der OB. „Eineinhalb weitere Streetwork-Stellen, die beim städtischen Jugendamt angesiedelt sein werden, konnten kürzlich besetzt werden.
Beide Streetworkerinnen nehmen zeitnah ihre Arbeit in der mobilen Jugendsozialarbeit auf“, so der Stadtchef. „Mit zweieinhalb Streetwork-Stellen sind wir für eine Stadt von der Größe Landaus künftig gut aufgestellt“, begrüßt er.
Die Vollzeitstelle beim Jugendamt wird vom Land gefördert; die Teilzeitstelle im Zuge des „Investitionspakts Soziale Integration im Quartier“, für das der Landauer Ostpark ausgewählt wurde, von Bund und Land.
Wichtig: Katrin Marquardt und ihre künftigen Kolleginnen arbeiten eng mit verschiedenen Stellen innerhalb der Stadtverwaltung, beispielsweise mit der Jugendförderung und dem Jugendscout, sowie verschiedenen Institutionen und Vereinen aus Landau und dem Landkreis Südliche Weinstraße zusammen.

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