
Dr. Dieter Ante, OB Marc Weigel, Prof. Dr. Beatrix Bouvier und Prof. Dr. Konrad Wolf (v.li.)
Foto: stadt-nw
Neustadt-Hambach. Ein historisches Gemälde vom Zug auf das Hambacher Schloss, eine Hambacher Schürze und zahlreiche Veröffentlichungen über das Hambacher Fest: All diese Objekte bereichern die am 5. Mai 2018 beginnende große Landesausstellung „Karl Marx 1818-1883. Leben.Werk.Zeit“ in Trier.
Kulturminister und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hambacher Schloss Prof. Dr. Konrad Wolf übergab mit Oberbürgermeister Marc Weigel und dem Privatsammler Dr. Dieter Ante die Ausstellungstücke an die Karl Marx-Ausstellungsgesellschaft.
Sie werden bis Oktober diesen Jahres in der Jubiläumsausstellung als Schauobjekte zum „Hambacher Fest“ und zur jungen europäischen Demokratiebewegung im 19. Jahrhundert dienen. Für die intellektuelle Entwicklung von Marx und die einer Generation von Oppositionellen war „Hambach“ mit seinen Folgen eine prägende Erfahrung.
„Hambach und Trier sind historische Orte der europäischen Demokratiegeschichte. Das ‚Hambacher Fest‘ von 1832 gilt als Wiege der Demokratie in Deutschland und war Teil einer gesamteuropäischen Bewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf dieser fußt Karl Marx, der nicht nur demokratische Mitbestimmung und Freiheitsrechte sondern auch soziale Gerechtigkeit einfordert. Sein Kommunistisches Manifest von 1848, das heute immaterielles Kulturerbe der UNESCO ist, wäre ohne ‚Hambach‘ nicht denkbar“, machte Kulturminister Wolf deutlich.
„Das Hambacher Fest spielt eine wichtige Rolle in unserer Ausstellung, denn sie zeigt den damaligen Zeitgeist, der Karl Marx sehr prägte“, ergänzt Prof. Dr. Beatrix Bouvier (wissenschaftliche Leitung der Landesaustellung in Trier).
Neben zahlreichen Schriften aus der Sammlung des Ludwigshafener Privatsammlers Ante trägt auch das Neustadter Stadtmuseum Villa Böhm mit Leihobjekten zur Marx-Landesausstellung bei.
So werden ein Gemälde, das den Zug auf das Hambacher Schloss zeigt, und eine schwarz-rot-goldene Schärpe aus Seidentaft aus dem Besitz des städtischen Museums gemeinsam mit der Mainzer „Plenar-Fahne“, einer originalen Hambacher schwarz-rot-goldenen Fahne, die bis zum Sanierungsbeginn im rheinland-pfälzischen Landtag zu sehen war, im Rheinischen Landesmuseum ausgestellt.
„Wir sind stolz und glücklich, dass sich das Hambacher Schloss auf Neustadter Gemarkung befindet und es ist schön zu sehen, wie Zeugnisse unserer Geschichte die Menschen auch heute noch vereinen“, so der Neustadter Oberbürgermeister Marc Weigel.
„Für uns stand es außer Frage, dass wir zu der Vielfältigkeit der Karl-Marx-Ausstellung beitragen und überlassen der Stadt Trier die Exponate sehr gerne. Ich wünsche den Organisatoren eine erfolgreiche Veranstaltung und viele begeisterte Besucher. Ich selbst werde ebenfalls gerne kommen.“
Rheinland-Pfalz könne sich einer bedeutenden demokratischen Tradition rühmen, sagte Prof. Wolf. Mit der Mainzer Republik von 1793, dem Hambacher Fest 1832 und dem Trierer Geburtsort von Karl Marx seien wesentliche Impulse ausgegangen, ein soziales und demokratisches Deutschland zu formen.
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