Sonntag, 23. September 2018

Missbrauchsfall in Germersheim: Kindern geht es schlechter – Joa fordert unbürokratische Opferhilfe

2. Februar 2018 | 8 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional
Symbolbild: www.polizei-beratung.de

Symbolbild (bearb.): www.polizei-beratung.de

Germersheim – Im Fall des mutmaßlichem Kindesmissbrauchs (wir berichteten) geht es den betroffenen Kindern zunehmend schlechter.

Das teilte die Mutter der Kinder in einem verzweifelten Hilferuf dem Pfalz-Express mit.

Ein 26-jähriger Nachbar steht im Verdacht, im Oktober 2017 den damals sechs Jahre alten Jungen und das achtjährige Mädchen in seiner Wohnung schwer sexuell missbraucht zu haben. Der Beschuldigte sitzt seitdem in Untersuchungshaft, im März findet die öffentliche Gerichtsverhandlung am Amtsgericht Landau statt.

Die Kinder ziehen sich seit dem Vorfall immer mehr zurück, erzählt die Mutter. Besonders der Sohn habe physisch noch mehr erlitten als die Tochter. Die Psyche rebelliert bei ihm besonders stark. Das Kind kämpft mit depressiven Phasen, Wutausbrüchen und völliger Verschlossenheit, schildert seine Mutter. Vereinsaktivitäten, Kindergeburtstage, Unternehmungen – das alles schaffe er derzeit nicht.

Hin und wieder nehme er an einem Angebot der Stadt teil, so die Mutter, im Gebäude der Kreisverwaltung, wo ein Sozialarbeiter kindgerecht versucht, den Jungen wieder ins Leben zurückzuholen. Diese Termine seien aber zu selten und nicht immer regelmäßig.

Eine Kinderpsychologin, die sie zu einem Erstgespräch aufgesucht hatte, verwies auf eine monatelange Warteliste.

Mittlerweile hat der kleine K. auch Probleme in der Schule. Mit dem Lesen und Schreiben klappe es plötzlich nicht mehr, sagt die Mutter. Dabei sei K. bislang ein guter Schüler gewesen.

Am meisten drückt jedoch die Wohnsituation. Die Alleinerziehende 37-Jährige lebt mit ihren sechs Kindern beengt in drei Zimmern direkt neben der Wohnung, in der sich der Missbrauch zugetragen haben soll. Eine neue Wohnung zu finden war bislang nicht möglich – von Vermietern erhielt sie nur Absagen.

Dazu hat sich nun auch der AfD-Landtagsabgeordnete für den Kreis Germersheim, Matthias Joa, zu Wort gemeldet. Eine neue Wohnung zu finden, gestalte sich für die Mutter aufgrund der familiären Verhältnisse und dem angespannten privaten Wohnungsmarkt als schwierig, stellte er fest.

„Hier ist dringend schnelle und unbürokratische Hilfe geboten, um die Situation der Familie zu verbessern und weitere psychische Belastungen, vor allem für die Kinder, zu vermeiden“, so Joa.

Die Stadt Germersheim, insbesondere die „Wohnbau Germersheim GmbH“ als kommunales Wohnungsunternehmen der Kreisstadt, könne hier tätig werden. „Als alleinige Gesellschafterin sehe ich auch die Stadt Germersheim in der Pflicht“, so Joa weiter.

„Die „Wohnbau Germersheim GmbH“ sieht in ihrem Selbstverständnis in sozialer Hinsicht eine besondere Verantwortung für die Menschen unserer Stadt, der sie gerade in diesem Fall sicher gerne nachkommt. Ich appelliere in diesem Zusammenhang auch an Herrn Bürgermeister Schaile als Aufsichtsratsvorsitzendem, zum Wohle der betroffenen Familie mit seinen Mitarbeitern eine gute und schnelle Lösung zu finden“, schreib Joa in einer Mitteilung.

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8 Kommentare auf "Missbrauchsfall in Germersheim: Kindern geht es schlechter – Joa fordert unbürokratische Opferhilfe"

  1. Mia sagt:

    Ich möchte mich an der Hilfe beteiligen.

    Bitte an den Herr Joa….

    Einen Spendenaufruf für die Familie….

    Damit dir Familie schnellstmöglich alles bekommt um wieder ins Normalität zu kehren..Vorallem dieKinder.

    Wenn man mehr bezahlt bekommt man auch bei Psychologen schnell ein Termin…
    SO SIEHT NUN MAL UNSERE JETZIGE REALITÄT AUS..
    DA DER STADT UN REGIERUNG VERSAGEN.

    Bitte teilen Sie auch im Radio….wo das Geld überwiesen soll..
    Es möchten viele helfen, wiessen nur nicht wie undenkbar wohin.

    • Redaktion sagt:

      Wir haben Ihnen per E-Mail die Mail-Adresse der Mutter übermittelt (mit deren Einverständnis).
      Bitte schauen Sie in Ihr Postfach.
      Beste Grüße,
      die Red.

  2. Tatsachen sagt:

    Liebe Redaktion,

    ist der Beitrag von „Mia“ ernst gemeint ??
    Auf wirkt das eher ziemlich zynisch und auf die Ereignisse in Kandel bezogen.

  3. Philipp sagt:

    Erbärmlich – diese Unterstellung!!
    Natürlich ist das grundsätzlich möglich aber dass jemand so schnell eine solch bösartige Unterstellung in die Welt setzt, zeigt doch wie in seinem Milieu agiert wird.
    Oder hat man bei den „Alleinguten“ festgestellt, dass hier „nur“ eine Familie „die schon länger hier lebt“ betroffen ist und damit kein Grund zum Handeln besteht?
    Könnte es sein, dass die Forderung nach Straffreiheit für Pädophilie der Grünen in einer bestimmten Ecke immer noch aktuell ist?
    Jedenfalls ist hier für die, die noch selber denken, ein deutlicher Hinweis darauf da, was man von „Tatsachen“ und Genossen zu halten hat.

  4. Tatsachen sagt:

    @Philipp

    lies mal die Kommentare zum Spendenaufruf für die Kandeler Familie
    den sog. Gutmenschen initiiert haben und den die Volks-Netz-Mehrheit für nicht angebracht hält
    dass sich hier jemand erneut lustig über gute hilfsbereite Menschen macht, wäre doch denkbar
    sollte es ernst gemeint sein, beteilige ich mich sofort

    ach ja .. Pädophile .. wo ist eigentlich die AfD-Mahnwache in Freiburg? .. bei deutschen Tätern nicht nötig ??
    Nein, hier will niemand Straffreiheit für Pädophile, gewagte Interpretation, einfach nur falsch

    ansonsten wünsche ich es mir schon lange, dass die Flüchtlingshilfe ihre Angebote für alle öffnet
    Die Frage, warum da auf einmal Millionen Euro da sind, wo es bei anderen sozialen Problemen immer hieß „kein Geld“, die ist schon berechtigt

    • Philipp sagt:

      Ein schäbiges Verhalten mit dem unschönen Verhalten in einer vollkommen anderen Sache zu entschuldigen ist üblicherweise die Logik von Kleinkindern.
      Genauso müssen ja auch die Praktiken der National-Sozialisten als Begründung dafür herhalten, dass „Antifaschisten“ und „Antirassisten“ heutzutage die gleichen Methoden wieder praktizieren.
      Wenn jemand sich darüber aufregt, dass Menschen aus Karlsruhe ihre Betroffenheit über den Kandeler Mädchenmord hier im benachbarten Kandel zum Ausdruck bringen und gleichzeitig kritisiert, dass von hier niemand eine Kundgebung zu einem Verbrechen im deutlich weiter entfernten Freiburg veranstaltet, hat sich derjenige endgültig disqualifiziert.

  5. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    „wo ist eigentlich die AfD-Mahnwache in Freiburg?“

    Sie werden es mir vielleicht nicht glauben, aber Mitstreiter vom „Frauenbündnis Kandel“ standen im Januar vor dem OLG Karlsruhe. Richterin Voßkuhle, die Ehefrau des BVerfG-Vorsitzenden Andreas Voßkuhle, hat in diesem Fall zweimal eklatante Fehlentscheidungen getroffen.

    Die Mahnwache ist mit Fotos dokumentiert.

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