
Vulcan informierte mit einem Info-Truck die Bevölkerung in Landau.
Foto: Vulcan
Landau. Gestern Abend (12. Dezember) hat der Landauer Stadtrat der Umsetzung einer Vereinbarung zwischen der Stadt Landau und Vulcan zugestimmt.
Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung ermöglicht es dem Unternehmen, die Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage (G-LEP) auf dem vorgesehenen Grundstück innerhalb des geplanten Landauer Gewerbegebietes „Am Messegelände Südost“ zu errichten.
Sobald die bereits zwischen der Stadt Landau und Vulcan abgestimmten Bedingungen erfüllt sind, kann nach erneuter Zustimmung ein endgültiger Kaufvertrag unterzeichnet und das Grundstück von Vulcan erworben werden. Die Entscheidung des Stadtrats „untermauere die unterstützende Haltung der Stadt Landau gegenüber dem Projekt von Vulcan“, so der Betreiber.
Die Errichtung der Geothermieanlage soll es der Stadt Landau ermöglichen, die CO2-neutrale Energie sowohl zur kommunalen Fernwärmeversorgung als auch zur klimaneutralen Energieversorgung von Industrie und Gewerbe zu nutzen.
Vulcan strebt mit der Umsetzung seines Projekts nicht nur eine CO2-neutrale Lithiumproduktion an, sondern will auch durch die Fernwärmelieferung „einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten“.
„Für die Bevölkerung in Landau und der Region ergeben sich durch unser ZERO CARBON LITHIUM™ Projekt mehrere Vorteile, die durch den positiven Beschluss des Stadtrats Anerkennung finden. Unser Ziel ist es, bis 2030 im Gebiet des Oberrheingrabens langfristig klimaneutrale Wärme für mehr als eine Million Menschen zu erzeugen. So unterstützen wir tatkräftig die Mission der Bundesregierung, bis 2035 vollständig auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Die Bevölkerung in Landau und der Region profitiert damit von einer grundlastfähigen und klimafreundlichen Wärmeversorgung“, so Vulcans Chief Development Officer, Thorsten Weimann.
Der angestrebte Grundstückserwerb sei ein wichtiger Meilenstein zur Sicherung der Grundstücke, die für die Anlagen in der Projektphase Eins benötigt werden. Für die Zentrale Lithiumanlage (CLP) habe sich Vulcan bereits ein Gelände im Industriepark Frankfurt-Höchst gesichert, so Weimann.
Darüber hinaus hat das Unternehmen im November seine Lithiumextraktionsoptimierungsanlage (LEOP) in Landau eröffnet und die Projektfinanzierung der Phase Eins begonnen. In dieser ersten Phase beabsichtigt Vulcan die kommerzielle Produktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr. Dies würde für die Herstellung von Batterien für rund 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr ausreichen.
„Die Entscheidung des Landauer Stadtrats stellt einen wichtigen Schritt für die Umsetzung der ersten Phase unseres ZERO CARBON LITHIUM™ Projekts dar. Gleichzeitig unterstreicht sie auch die bedeutenden Fortschritte auf dem Weg hin zum Aufbau einer nachhaltigeren Batterie-Lieferkette für Elektroautos in Europa. Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Landau und ihre Verwaltung so vertrauensvoll mit uns zusammenarbeiten, um unser Projekt und die damit einhergehenden Vorteile für die Region zu realisieren.
Die positive Entscheidung verringert das Risiko für die erste Projektphase entscheidend. Unser unmittelbarer Fokus liegt auf der Lithiumproduktion im Tonnenmaßstab aus unseren Optimierungsanlagen im ersten Quartal 2024 und dem Abschluss der Finanzierung der ersten Projektphase bis zum Ende des zweiten Quartals“, so Vulcans CEO und Managing Director, Cris Moreno.
Hintergrund
In der G-LEP in Landau wird in Zukunft heißes Wasser zur Erzeugung von klimaneutraler Wärme und grünem Strom genutzt. Das Wasser wird zusammen mit dem lithiumreichen Thermalwasser aus dem Oberrheingraben über Pipelines dorthin geleitet.
Die klimaneutrale Wärme und der grüne Strom werden dann den Bürgerinnen und Bürgern in Landau und Umgebung zur Verfügung gestellt. Das Lithium wird in der Lithiumextraktionsanlage (LEP) aus dem Thermalwasser extrahiert, bevor es wieder zurück in den Untergrund geleitet wird – ein geschlossener Kreislauf.
In der LEP wird Vulcan das Vorprodukt Lithiumchlorid gewinnen, das in der Zentralen Lithiumanlage (CLP) in Frankfurt-Höchst zu batteriefertigem Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) verarbeitet wird. Abnahmeverträge mit Stellantis, Volkswagen, Renault, LG und Umicore wurden bereits geschlossen.

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