Bagdad/Berlin – Die kurdische Regionalregierung im Nordirak wünscht sich weitere Waffenlieferungen aus Deutschland im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS).
Dabei bekundete sie auch Interesse an den deutschen G36-Sturmgewehren, welche bei der Bundeswehr ausrangiert werden sollen. „Je mehr, desto besser“, sagte der Peschmerga-Minister, Mustafa Sayid Qadir, der F.A.Z. in Arbil. „Mit diesen 180.000 Gewehren könnten alle unsere Peschmerga ausgerüstet werden, auch wenn ich natürlich die Details noch prüfen müsste.“
Gespräche mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen über eine mögliche Nutzung habe er noch nicht geführt, ihr jedoch eine Liste mit Wünschen der kurdischen Seite überreicht. Dazu zählten Panzer, panzerbrechende Waffen und Hubschrauber sowie die Ausweitung der Ausbildungsmission der Bundeswehr, wie der Minister weiter sagte.
Die kurdische Regionalregierung wünscht sich nach seinen Worten aber auch Technik und Know-how mit Blick auf die Räumung verminter Gebiete. In vielen Gegenden, aus denen sich der IS zurückziehen musste, hatten die Terroristen Sprengfallen gelegt, die eine vollständige Einnahme erheblich erschweren.
Trotz der Verluste, welche die Peschmerga dem IS zugefügt hätten, schätzt Qadir die Terrororganisation weiter als „sehr gefährlich“ ein. Da die Terrorgruppe nach wie vor über moderne Waffen verfüge, die sie aus Beständen der irakischen und syrischen Armee geplündert habe, müssten die Peschmerga weiter aufgerüstet werden.
„Da die Regierung in Bagdad uns nicht hilft, und wir bis zum letzten Jahr nicht selbst importieren durften, ist unser Bedarf weiter sehr groß“, so Qadir. (dts Nachrichtenagentur)

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