Dienstag, 03. August 2021

Fragen zur Landtagswahl: Lea Heidbreder (Bündnis 90/Grüne), Wahlkreis 50

5. Februar 2021 | Kategorie: Allgemein, Wahlspecial: Landtagswahl RLP 2021

Lea Heidbreder
Foto: Niko Martin

Wie vor jeder Wahl stellte der Pfalz-Express den Kandidaten zur Landtagswahl einige Fragen zu ihren Prioritäten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Antworten, die bis zum Stichtag, 3. Februar nicht eingegangen sind, konnten leider nicht mehr berücksichtigt werden.

Fragen an Lea Heidbreder, Bündnis 90/Grüne, Wahlkreis 50, Landau (Landau, VG Edenkoben, VG Maikammer)

Für meinen Wahlkreis will ich vor allem erreichen:

o   konsequenter Ausbau der Rad- und Schieneninfrastruktur in der Südpfalz: Es muss genauso leicht sein in Bus oder Bahn zu steigen wie nach dem Autoschlüssel zu greifen, ohne Tarifdschungel beim Ticketkauf und mit einem zuverlässigen Anschluss beim Umsteigen. Das Tempo beim Ausbau der Radwege muss verdoppelt und entspannte Alltagsmobilität auf durchgängigen, kreuzungsfreien Radwegen ermöglicht werden.

o   bezahlbaren, barrierefreien & energieeffizienten Wohnraum schaffen: Ich setze mich dafür ein, dass Wohnen für Alle in der Südpfalz bezahlbar bleibt und Orte lebenswert gestaltet werden. Bauprojekte müssen an ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichtet sein. Barrierefreiheit, Energiestandards und ressourcenschonende Baumaterialien müssen immer mitgedacht werden. Denn wir dürfen uns nicht die Zukunft verbauen.

o   Familien durch verbesserte Kinderbetreuung und Bildungsangebote stärken: Bildung muss gebührenfrei bleiben – von der Kita bis zur Hochschule und sollte zukünftig auch auf die Handwerksausbildung ausgeweitet werden. Das Ganztagsangebot in Kitas und Grundschulen muss in allen Ortschaften ausgebaut werden. Ich setze mich dafür ein, dass gerade Frauen gleichberechtigte Möglichkeiten einer beruflichen Entfaltung bekommen.

Wenn ich Abgeordnete bin, werde ich als erstes…?

…mich für wirksame Maßnahmen im Bereich der Energie- und Mobilitätswende einsetzen – Ziel muss sein bis 2035 klimaneutral zu werden

Die drei dringlichsten Themen sind aus meiner Sicht…

Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit, demokratische Gesellschaft

Worin sehen Sie Ihre größte Stärke?

Ich suche den direkten Austausch, um zu erfahren, was die Menschen vor Ort bewegt und um daraus konkrete politische Maßnahmen abzuleiten. In der Umsetzung hilft mir die Bereitschaft Kompromisse eingehen zu können, aber gleichzeitig bei wichtigen Themen hartnäckig zu bleiben. Denn es geht um unsere Zukunft.

Wenn ich nicht in den Landtag gewählt werde, dann…

…werde ich weiterhin kommunalpolitisch aktiv bleiben und als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr der rheinland-pfälzischen GRÜNEN für eine Verkehrswende im Land streiten. Beruflich würde ich meine Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der interdisziplinären Forschungsgruppe Umwelt an der Universität fortsetzen.

Zur aktuellen Lage: Wie beurteilen Sie die bisherigen Corona-Maßnahmen in Abwägung mit den wirtschaftlichen und psychosozialen Folgen?

Die Maßnahmen sind absolut notwendig, um die Zahl der Erkrankten und Toten zu begrenzen und einer Überlastung der Krankenhäuser Einhalt zu gebieten. In dieser Krise brauchen wir den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Corona-Maßnahmen mitzutragen, ist gelebte Solidarität.

Wichtig ist aber auch, dass Politik mehr erklärt, was hinter einzelnen Maßnahmen steht und sowohl kurzfristige als auch nachhaltige Strategien entwickelt.

Klar ist auch, dass die Maßnahmen unser aller Alltag auf den Kopf gestellt haben. Sie treffen in Einzelfällen besonders hart, wenn Menschen mit Einsamkeit und Existenzängsten zu kämpfen haben oder wenn Kinder ihre Freundinnen und Freunde nicht mehr sehen können. Die Unterstützungshilfen müssen an dieser Stelle schnellstmöglich und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Und gerade Kinder dürfen nicht die Verlierer dieser Krise werden. Eine schnellmögliche Öffnung der Kitas und Schulen mit Wechselunterricht halte ich für geboten, aber nicht auf Kosten der Gesundheit oder der Lehrkräfte und Erzieher*innen.

Zur Person:

Alter: 29

Beruf: wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Umweltpsychologie

Wohnort: Landau

 

 

 

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