
Dr. Karl-Heinz Wiesemann (li.) und Dompropst und Weihbischof Otto Georgens vor der Gedenkplatte.
Fotos (bearb. red/ Friederike Walter /Gedenkplatte: Klaus Landry © Domkapitel Speyer
Speyer – Am 3. Oktober wird überall in Deutschland zum 25. Mal der Tag der Einheit gefeiert.
Wenige Tage zuvor wurde im Speyerer Dom dem Mann gedankt, der den Speyerer Dom in den weltpolitischen Prozess der deutschen und der europäischen Einigung immer wieder mit einbezog: Häufig besuchte Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl mit seinen Staatsgästen den Dom und – so Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Laudatio – machte die Kathedrale des Speyerer Bistums damit in der Welt bekannt.
Mit seinen Besuchen verknüpfte Kohl die Botschaft, dass sich Deutschland als Teil einer auf christlichen Werten basierenden europäischen Gemeinschaft verstehe. Der Bischof von Speyer und das Speyerer Domkapitel würdigten am Sonntag in einer öffentlichen Feierstunde das Engagement des Altkanzlers.
Daran erinnern soll fortan eine Gedenktafel in der Vorhalle des Doms.
Etwa hundert geladene Gäste, darunter zahlreiche politische Repräsentanten, wie die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU und Landtagsabgeordnete Julia Klöckner, Ministerpräsident a. D. Bernhard Vogel und der Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, und auch Freunde und Förderer des Doms nahmen an der Feier im Speyerer Dom teil.
Ehrung in Abwesenheit
In seinen Willkommensworten bedauerte Dompropst und Weihbischof Otto Georgens, dass er Bundeskanzler Helmut Kohl an dieser Stelle nicht selbst begrüßen könne. Aus gesundheitlichen Gründen war dem Altkanzler eine persönliche Teilnahme nicht möglich.
Das Ehepaar Kohl sei mit der Ehrung durch das Domkapitel am ursprünglich dafür geplanten Termin aber ausdrücklich einverstanden gewesen.
„Atem der Geschichte und Atem des Gebets“
Der Bischof von Speyer Dr. Karl-Heinz Wiesemann sprach unter der Überschrift „Helmut Kohl und der Speyerer Dom – eine Liebesgeschichte“ umfassend über die Beziehung des ehemaligen Bundeskanzlers zu der romanischen Kathedrale.
Seit Helmut Kohl in seiner Kindheit an der Hand der Mutter den Dom betreten habe, sei ihm der Dom ein wichtiger Ort gewesen, der sowohl den „Atem der Geschichte als auch den Atem des Gebets spüren ließe“, so Wiesemann.
Die Erinnerung an die Bombennächte des zweiten Weltkriegs hätten Helmut Kohls politische Vision von einem geeinten und friedlichen Europa geprägt. Eine Vision, die Kohl im Speyerer Dom verortete: „Der Dom ist ein Aufruf zum realistischen Optimismus“, sagte der Bundeskanzler bei der Gründung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, deren Kuratorium er bis heute vorsteht.
Kohl habe auch viele Kirchenfeste im Dom – seiner „Hauskirche“ – inmitten der Gemeinde mitgefeiert.
In der Vorhalle des Doms wurde eine Gedenkplatte enthüllt. Auf ihr ist zu lesen: „In Würdigung der Verdienste von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl um den Dom zu Speyer als Sinnbild für die christlichen Wurzeln eines geeinten Europas. In Dankbarkeit Das Domkapitel„. (Friederike Walter/red)

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