
Menschenkette in Tihange: Gefordert wird die sofortige Abschaltung zweier belgischer Atommeiler.
Foto: Copyright Heike Lachmann.
Aachen/Maastrich/Lüttich – Am Wochenende haben sich rund 50.000 Menschen gegen die Atomkraftwerke Tihange und Doel daran beteiligt. Die Kette reichte über eine Länge von 90 Kilometer von Aachen über das niederländische Maastricht und Lüttich in Belgien bis nach Tihange.
Jörg Schellenberg, einer der Organisatoren der Menschenkette: „Das gab es so noch nie: Eine Menschenkette durch drei Länder und drei Sprachräume gemeinsam gegen überalterte Reaktoren.“ Ab 14:45 Uhr hätten sich alle Menschen die Hände gereicht und so „Hand in Hand ein Band des Protestes im Herzen Europas“ gebildet.
Gründe für den Protest sind Sicherheitsmängel, wie beispielsweise Risse im Druckbehälter des Reaktors Tihange. Beide Reaktoren waren wegen verschiedener Mängel im März 2014 heruntergefahren und erst mit jahrelanger Verzögerung wieder angefahren worden.
Auch aus der deutschen Politik waren zuletzt Forderungen nach einer Abschaltung der beiden Reaktoren laut geworden.
Dazu Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, die die regionalen Organisatoren tatkräftig unterstützt hat: „Wir haben den größten Anti-Atom-Protest seit den Demonstrationen nach der Katastrophe von Fukushima erlebt. Immer mehr Menschen nehmen die Bedrohung durch die störanfälligen Reaktoren nicht länger hin und beginnen sich zu wehren. Der grenzüberschreitende Protest gibt dem ganzen noch eine besondere Note: Die Menschen schließen sich zusammen gegen eine Atomwirtschaft, die längst international kooperiert. Die heutige Aktion bringt Rückenwind für die Forderung nach einem europäischen Atomausstieg.“
Jetzt müsse die Politik handeln, so Stay. „Zum einen die Regierung in Belgien – dort müssen die maroden Atommeiler endlich abgeschaltet werden. Aber auch in Deutschland, wo immer noch acht alte Atomkraftwerke am Netz sind und die Brennelementefabrik in Lingen weltweit Reaktoren mit Brennstoff versorgt. Damit muss endlich Schluss sein. Wir können ja schlecht die belgische Regierung kritisieren, wenn wir in Deutschland nicht unsere Hausaufgaben machen.“ (red/dts)
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