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Beschäftigungspilot für Flüchtlinge in Neustadt: Potentiale erkennen, Netzwerke nutzen und Perspektiven eröffnen

13. Februar 2016 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional
Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer, Christine Groß-Herick, Geschäftsführung Agentur für Arbeit Landau und Joachim Seitz, Beschäftigungspilot. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer, Christine Groß-Herick, Geschäftsführung Agentur für Arbeit Landau und Joachim Seitz, Beschäftigungspilot in dessen Büro.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt. Am 1. Februar hat der Beschäftigungspilot für Flüchtlinge in Neustadt seine Arbeit aufgenommen.

Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer, Christine Groß-Herick, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Landau, Marion Walz, Fachbereichsleiterin Familie, Jugend und Soziales der Stadt Neustadt, Joachim Seitz, CJD, Beschäftigungspilot, Andreas Schmidt, Gesamtleiter CJD Rhein-Pfalz/Nordbaden und Bernd Rinderlin, Fachbereichsleiter Aktivierung und Beschäftigung CJD erläuterten das Projekt bei einem Pressegespräch.

Diplomsozialpädagoge Joachim Seitz (46), Beschäftigungspilot beim CJD Neustadt, hat im CJD Erfahrung in der Förderung und Vermittlung benachteiligter Jugendlicher sowie in der interkulturellen Arbeit sammeln können.

„Er ist als engagierter Netzwerker in und um Neustadt aktiv. Praktischerweise ist sein Büro direkt neben der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der GDA in der Haardter Straße, so dass der unmittelbare Kontakt für beide Seiten einfach möglich ist“, so Marion Walz.

Seitz will in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt an der Weinstraße und der Agentur für Arbeit daran arbeiten, dass Asylsuchende mit Bleibeperspektive schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Er stelle so eine optimale Ergänzung zu dem in Neustadt existierenden und gut funktionierenden Netzwerk der Flüchtlingsarbeit aus Haupt- und Ehrenamtlichen dar, berichtet Bürgermeister Röthlingshöfer.

Seitz wird die Flüchtlinge an ihren jeweiligen Wohnorten, also den Flüchtlingsunterkünften, Privatwohnungen und Treffpunkten des Netzwerks in Neustadt aufsuchen und ihnen die rechtlichen, inhaltlichen und formalen Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes erläutern.

Joachim Seitz mit dem erst im Oktober angekommenen Flüchtling Mohammed. Foto: cjd

Joachim Seitz mit dem erst im Oktober angekommenen Flüchtling Mohamed Seido (20) aus Syrien.
Foto: cjd

Anhand eines standardisierten Fragebogens werden schulische und berufliche Qualifikationen und Kompetenzen erfasst. In enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit geht es dann daran, wie man die vorhandenen Kompetenzen und Stellenangebote optimal zusammen bringt und welche Qualifizierungs- und Förderangebote dazu nötig sind.

Groß-Herick sprach von einem allgemeinen „Demografieproblem“ und einem „Facharbeitermangel“, den man mit geeigneten Bewerbern entgegenwirken möchte.

Im GDA hat die Stadt 20 Appartements angemietet, in denen je zwei Personen leben. Nicht nur sie, sondern natürlich alle anderen, in der Stadt und den Stadtdörfern verteilten Flüchtlinge, sollen qualifiziert werden. Und wenn sie zunächst auch nur eigenen Wohnraum renovieren oder mit Praktika starten, so sei das schon ein Anfang.

Herausgefunden werden muss, wie die mitgebrachten Qualifikationen der Flüchtlinge aussehen und was konkret benötigt wird um sie „arbeitsmarkt-oder ausbildungsfähig“ zu machen, so Röthlingshöfer.

Man habe ganz unterschiedliche Voraussetzungen und eine „ungeheuere Bandbreite“ vom „Mediziner bis zum Schafhirten“. Die Menschen wollen arbeiten und wir müssen Brücken bauen“, so Röthlingshöfer.

Verhindert werden müsse eine Migration in die Sozialsysteme. Zunächst würden Diejenigen vermittelt, die erfolgreich die sogenannten B-Kurse absolvieren konnten. Alle anderen werden mit gemeinnütziger Arbeit betreut um Sprachpraxis zu bekommen.

Das sei „sinnvoll für sie und wertvoll für die Gesellschaft“, so Röthlingshöfer. Auch die von der Stadt in der Zusammenarbeit mit Rotary Neustadt angeschafften Mappen für wichtige Dokumente, sind für den Beschäftigungspiloten hilfreich um Flüchtlinge besser und schneller in den Qualifikationsprozess einbinden zu können. Damit könne die Beratungs- und Behördenarbeit verbessert werden.
Siehe auch: http://www.pfalz-express.de/gefluechtete-erhalten-ordner-fuer-persoenliche-dokumente/

Joachim Seitz hat ein umfangreiches Aufgabenfeld. In seinem Büro in der GDA ist er nicht immer anzutreffen, dafür besucht er die Flüchtlinge in ihren jeweiligen Wohnungen und freut sich: „Ich werde überall mit offenen Armen aufgenommen“.

Info:

Die Finanzierung des Beschäftigungspiloten erfolgt im Rahmen des Europäischen Sozialfonds durch das Land Rheinland-Pfalz, die Agentur für Arbeit Landau und die Stadt Neustadt an der Weinstraße. (desa/red)

Das GDA Wohnstift. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Das GDA Wohnstift.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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Ein Kommentar auf "Beschäftigungspilot für Flüchtlinge in Neustadt: Potentiale erkennen, Netzwerke nutzen und Perspektiven eröffnen"

  1. Sepp Böckmann sagt:

    „Die Finanzierung des Beschäftigungspiloten erfolgt im Rahmen des Europäischen Sozialfonds durch das Land Rheinland-Pfalz, die Agentur für Arbeit Landau und die Stadt Neustadt an der Weinstraße.“

    Also letztendlich durch die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

    Aber der Flüchtlingszustrom hat auch sein Gutes: Herr Seitz und das CJD haben ein gesichertes Auskommen!

    Was das „Demografieproblem“ und einem „Facharbeitermangel“ angeht: Diese Argumente der Asyl-Industrie haben mittlerweile einen meterlangen Bart!

    Eine echte Familienförderung bringt mehr Nachwuchs für unser Land – und somit künftige Beschäftigte und Steuerzahler – als der Import von Analphabeten und Wirtschaftsflüchtlingen, die man mittlerweile bis zum 25. Lebensjahr beschulen will und die nachweislich bestenfalls zu 10% sofort auf dem Arbeitsmarkt verwendbar und bestenfalls in 15 Jahren auf unserem „Level“ sind.

    Und: Hätten wir tatsächlich einen „Facharbeitermangel“ müssten in diesen Branchen die Löhne und Gehälter explodieren. Tun sie aber nicht. Es ist kein Geheimnis, daß man sich durch die geduldete massenhafte illegale Immigration nur ein billiges Arbeitskräftereservoir aufbauen will, um inländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter an der langen Leine zu halten.