Samstag 14.März 2026

Wörth: Streit um Schauffele-Gelände: SPD warnt vor Risiko, Stadt sieht Entwicklungschance

13. Februar 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Rathaus in Wörth.
Foto: Pfalz-Express/Licht

Wörth – Der Beschluss des Stadtrats zu weiteren Planungsschritten auf dem Schauffele-Areal sorgt weiter für politische Kontroversen.

Während die SPD-Fraktion die Entscheidung scharf kritisiert und vor finanziellen und stadtplanerischen Risiken warnt, betont die Stadtverwaltung die Chancen einer schrittweisen und ergebnisoffenen Entwicklung.

SPD sieht „stadtplanerischen Fehler“

Mit 17 zu 13 Stimmen beschloss der Stadtrat die nächsten raumplanerischen Schritte für eine mögliche Wohn- und Gewerbebebauung auf dem Gelände. Die SPD-Fraktion, die gemeinsam mit den Grünen dagegen stimmte, bezeichnet die Entscheidung als problematisch.

Fraktionsvorsitzender Mario Daum erklärte: „Diese Entscheidung ist in jeder Hinsicht fragwürdig.” Die Mehrheit kippe damit einen einstimmigen Beschluss von 2018 und ignoriere sowohl den damaligen Beteiligungsprozess als auch erhebliche Standortnachteile.

Nach Einschätzung der SPD weist das ehemalige Kiesgelände mehrere Belastungen auf, darunter eine Gipskeuper-Verfüllung bis zu 25 Meter Tiefe mit möglichen Setzungsproblemen, schadstoffbelasteten Gleisschotter sowie Hochspannungsleitungen. Für Sport- und Freizeitnutzung seien diese Faktoren weniger problematisch, für Wohnen und Gewerbe dagegen mit erheblichen Kosten verbunden.

Zudem kritisiert die Fraktion eine aus ihrer Sicht unzureichende Berücksichtigung des Hochwasserschutzes. Das Hochwasser 2024 habe die wichtige Pufferfunktion des Schauffele-Sees gezeigt.

Auch die starke Lärmbelastung durch Bahnverkehr, Bahnhof sowie nahegelegene Verkehrsachsen mache das Areal nach Ansicht der SPD zu einem wenig attraktiven Wohnstandort. Mit Blick auf die geplante Nutzung meinte Daum: „Wer soll dort einziehen wollen? Die Vermarktung wird zum Albtraum und finanziellen Desaster.”

Darüber hinaus warnt die Fraktion vor finanziellen Risiken für die Stadt. Die notwendigen Vorleistungen lägen bereits bei mindestens 13 Millionen Euro, während mögliche Erlöse aus der Vermarktung unsicher seien.

Die SPD hält deshalb weiterhin an dem früheren Konzept fest, Sport- und Freizeitflächen am Schauffele-See zu entwickeln und Wohnbebauung auf dem Dorschberg zu konzentrieren.

Stadt: „Perspektive für Wörth schaffen“

Die Stadtverwaltung betonte dagegen auf Nachfrage des Pfalz-Express, dass es sich zunächst um vorbereitende Planungsschritte handelt. In der Stadtratssitzung sei mit großer Mehrheit beschlossen worden, Förderanlagen und Kieshaufen zurückzubauen sowie den Gipskeuper in eine Randlage zu verlagern. Zudem soll ein Verkehrsgutachten erstellt und die Bauleitplanung auf dieser Grundlage weitergeführt werden.

Bürgermeister Steffen Weiß (FWG) erklärte: „Die Bewertung des Schauffele-Geländes soll auf Grundlage aller Vorüberlegungen weiter verfolgt werden, damit hier eine Perspektive für Wörth entsteht. Dabei gibt es keine unmittelbare Wechselwirkung mit der Dorschbergentwicklung, der Zukunft der Bäder oder der fördertechnisch anspruchsvollen Altortplanung.“

Weiter sagte er: „Wir prüfen in alle Richtungen und auch der Hochwasserschutz spielt eine Rolle. Der Schauffele-See bleibt in seiner Ausdehnung unverändert, die Landflächen auf dem Schauffele-Areal werden aufgefüllt, weshalb dort das Hochwasserrisiko sogar sinkt.“

Nach Informationen der Stadt sollen mehrere Wohnbauprojekte im Stadtgebiet überwiegend von privaten Investoren oder städtischen Gesellschaften umgesetzt werden, sodass die Verwaltung zwar die planerischen Grundlagen schaffe, jedoch nicht selbst die Bauprojekte realisieren müsse.

Weiß erklärte außerdem: „Die Beschlüsse dienen dazu, die Stadt nicht in ein finanzielles Abenteuer zu stürzen, wie es die Verlagerung der Sportstätten und die gleichzeitige Schaffung von Wohnraum auf dem Dorschberg bedeutet hätten. Wir wollen eine verantwortliche Planung auf Basis von Fakten, die unserer Stadt Nutzen bringt, ohne sie zu überfordern.“

Damit stehen sich beim Schauffele-Areal weiterhin zwei Positionen gegenüber: Die SPD warnt vor langfristigen Risiken und plädiert für die frühere Sport- und Freizeitlösung, während Stadtverwaltung und Ratsmehrheit die laufenden Prüfungen als notwendigen Schritt sehen, um Entwicklungsmöglichkeiten für das Gelände offen zu halten.

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