Freitag, 15. Januar 2021

Leserbrief zu Sportstätten am Schauffele-Gelände in Wörth

17. April 2018 | Kategorie: Kreis Germersheim

Foto: red

„In der Stadtratssitzung am Dienstag, 17.4., kommt es mutmaßlich zum endgültigen Beschluss bzgl. des Schauffele-Geländes.

Die geplante Sportstättenverlagerung in Wörth hat leider zu Gräben in der Stadt geführt. Das war unnötig und überflüssig.
Dass bei unterschiedlichen Darstellungen von angeblich getroffenen Vereinbarungen nicht alle gleichzeitig richtig sein können, liegt auf der Hand. Diverse Dokumente aus Kreisgremien, von der Schulbehörde und von den Schulleitungen bestätigen die Sichtweise und Darstellung von uns Elternvertretern, die sich in einer Petition an den Wörther Stadtrat gewendet hatten.

Diese Petition hatten über 250 Menschen gezeichnet, davon 111 aus Wörth. Die begleitende Debatte auf der Petitionsseite war und ist eindeutig.
Dass in der einzigen lokalen gedruckten Tageszeitung keine ausgewogene Berichterstattung stattgefunden hat und die Stadt einen Aufruf zur Petition im Amtsblatt nicht zugelassen hat, ist hinsichtlich der Diskussionskultur bedauerlich, erklärt aber auch die geringe Beteiligung.

Die gebetsmühlenhafte Darstellung der „breiten Zustimmung“ der Schulen, dem wenigstens manchmal der Nachsatz angehängt wurde, dass diese ausschließlich bei der Umsetzung des Gesamtprojektes gelte, hat diese Darstellung nicht richtiger gemacht.

Da die Sporthalle am Schauffele nur optional vorgesehen wird, gibt es keine „Umsetzung des Gesamtprojektes“, folglich auch keine Zustimmung der Schulen.
Der Stadtrat ist natürlich frei in seiner Entscheidung und es ist für diese Entscheidung selbstverständlich völlig egal, ob die Schulen (oder sonst irgendjemand) zustimmen oder nicht.

Diese angebliche Zustimmung aber so darzustellen, ohne dass es der Wahrheit entspricht, ist falsch – eine andere Bezeichnung werde ich nicht verwenden.

Man könnte bei so mancher Äußerung meinen, die Eltern würden die Stadt Wörth in ihrer Entwicklung hemmen wollen. Genau das Gegenteil ist der Fall! Wir wollen einen attraktiven und leistungsfähigen Schulstandort. Eigentlich geht es doch nur darum, dass die Stadt Wörth eine Aussage etwa in folgender Form trifft: (vielleicht findet sich ja eines der 32 Stadtratsmitglieder, das einen entsprechenden weitergehenden Antrag stellt?!)

„Die Stadt Wörth ist sich mit den Schulen, dem Kreis und der ADD in der Sache nicht einig, wird die Sportstätten aber dennoch verlagern, um in Wörth eine städtebauliche Entwicklung vornehmen zu können.

Die städtischen Gremien nehmen die Bedenken der Schulen, der Eltern, des Schulträgers und der Schulbehörde ernst und stellen daher sicher, dass nach der Verlagerung der Sportplätze zum Schauffele-Gelände jeweils von April bis Oktober die Fahrzeiten der Stadtbahn (S5) zwischen den Haltestellen „Bürgerpark“ und „Alte Bahnmeisterei“ an den Stundenplan bedarfsorientiert angepasst werden, denn immerhin zahlt die Stadt das jährliche Betriebskostendefizit des Streckenabschnittes zwischen „Alter Bahnmeisterei“ und „Badepark“.

Lässt sich der Beförderungsbedarf mit der S5 nicht abdecken, weil z.B. eine Erweiterung der Stadtbahn nach Kandel oder Landau der Haltestelle „Badepark“ ihre Funktion als Endhaltestelle und damit die Fahrplangestaltungsmöglichkeiten nimmt, setzt die Stadt in den Monaten April bis Oktober zu den Bedarfszeiten laut Stundenplan Pendelbusse ein.

Bis zum Jahr 2028 wird sich nach dem aktuellen Stand durch notwendige Vorarbeiten und Planungen an der Sportstättensituation für die Schulen in Wörth nichts ändern. Für die genannte Sicherstellung der Beförderung gibt die Stadt Wörth eine Zusage bis zum Jahr 2045.“

Damit könnten wir als Elternvertreter sehr gut leben. Das hätten wir auch darstellen und vermitteln können, wenn man einem unserer zahlreichen Versuche, eingebunden zu werden, nachgegeben hätte, wenn man einmal mit uns gesprochen hätte. Oder vielleicht auch mal eines unserer Schreiben beantwortet hätte. Das hat Anfang 2016 wenigstens noch der Bürgermeister getan, als er u.a. von den „Partikularinteressen“ der Schulen sprach.

Als Schulelternbeiräte haben wir über Monate stets den direkten Kontakt zu Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden gesucht und konstruktive Kritik geübt. Diese Haltung verdient Respekt. Dazu gehört es, neben dem Beantworten von Schreiben, die Handlungsweisen und Aktivitäten der Elternbeiräte nicht falsch darzustellen (angebliche fehlende Vertretungsfunktion laut Schulgesetz usw.) und in der Öffentlichkeit zu kritisieren.

Als Eltern sind wir uns unserer Vorbildfunktion für unsere Kinder bewusst. Bei der Sportstättenverlagerung geht es weder um die konkreten Belange von uns als betroffene Eltern, noch um die der aktuellen Schüler.

Bis die Sportstätten tatsächlich verlagert werden, werden die Schulelternbeiräte, die Schulleitungen und die handelnden Personen bei Schulträger und Schulbehörde mutmaßlich andere sein. Natürlich geht es hier um kommende Generationen. Und genau aus dieser Verantwortung heraus agieren wir, diesen Anspruch reklamieren wir genauso wie es der Stadtrat für die Stadt Wörth tut.

Als SEB haben wir alle Schüler befragt, die Ergebnisse kennen Sie. Zusätzlich haben wir alle Sportlehrer am EGW befragt.
Diese Befragung hat großes Interesse beim Schulträger und der Schulbehörde ausgelöst.

Warum hat man nicht von Seiten der Stadt oder des Stadtrates solche Befragungen erwogen, gefordert oder durchgeführt?
Über den Sportunterricht von heute und morgen sollte man mit den Sportlehrern von heute und morgen sprechen! Das sind die Experten.

Noch eine Anmerkung zu der Sportstättensituation bei den Schulen bzgl. Trägerschaft:

Die EGW-Halle und die Dorschberghalle gehören dem Kreis, ebenso die Sportflächen draußen zwischen GS Dorschberg, Dorschberghalle und Autobahn.

Diese wurden in der Zeit der städtischen Trägerschaft der RS plus ganz schön vernachlässigt. Natürlich standen ja andere städtische Sportanlagen in der Nähe zur Verfügung.

Und die Stadt fordert jetzt vom Kreis eine Kostenbeteiligung für die Sanierung der Sportflächen und die Sanierung der städtischen Bienwaldhalle?!

Und wenn die Schulen in Kreisträgerschaft dann auf ihrem Gelände und in ihren Hallen Sportunterricht machen, wo genau geht dann die städtische Grundschule hin?

Die Schulleiterin sagt ja, dass für die GS die (städtischen) Flächen am Schauffele nicht in Betracht kommen.“

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Weiß

Schulelternsprecher EGW

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