Mittwoch 14.Oktober 2026

Kreis Germersheim: Stahl auf dem Papier, Drogen auf der Palette – 18 Razzien bringen Koks, Amphetamin, Waffen und Luxusautos ans Licht

14. Oktober 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Betäubungsmittel ordentlich im Kühlschrank.
Quelle: Polizeipräsidium Rheinpfalz

Kreis Germersheim – Offiziell sollten die Paletten Stahlteile aus den USA enthalten. Tatsächlich sollen sich zwei junge Männer aus dem Kreis Germersheim auf diesem Weg große Mengen Cannabis liefern lassen haben, um es über soziale Netzwerke weiterzuverkaufen.

Die beiden stehen im Mittelpunkt eines mutmaßlichen Drogengeschäfts, dem die Ermittler seit Juli 2025 nachgingen.

Das Geschäft soll den Männern reichlich Geld eingebracht haben: Die Ermittler gehen von Einnahmen von mindestens einem hohen sechsstelligen Betrag aus. Doch dann griff die Polizei zu. Vier von insgesamt fünf Tatverdächtigen wurden festgenommen und kamen in Untersuchungshaft. Der fünfte soll ins Ausland geflüchtet sein und wird mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht.

Quelle: Polizeipräsidium Rheinpfalz

Palettenweise Cannabis und eine eigene Amphetaminproduktion

Den beiden 23-Jährigen wird vorgeworfen, sich in mehreren Fällen Paletten mit mindestens 50 Kilogramm Cannabisprodukten aus den USA liefern lassen zu haben. Als Tarnung dienten Lieferungen von Stahlteilen. Anschließend sollen sie die Drogen vor allem über soziale Netzwerke gewinnbringend verkauft haben.

Einer der beiden soll noch deutlich mehr im Geschäft gewesen sein: Laut Staatsanwaltschaft stellte er Amphetamin im zweistelligen Kilogrammbereich selbst her und verkaufte es weiter. Außerdem soll er mit insgesamt mehr als drei Kilogramm Kokain gehandelt haben.

Bei seiner Festnahme fanden die Ermittler mehr als 20 Kilogramm Haschisch und knapp sechs Kilogramm Marihuana. Auch ein Teleskopschlagstock und ein Einhandmesser lagen neben den Drogen.

Bargeld und zwei Mercedes AMG

Begonnen hatten die Ermittlungen mit dem Verdacht gegen einen der 23-Jährigen. Er soll Kokain, Amphetamin und Cannabisprodukte verkauft haben.

Nach und nach stießen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Landau auf weitere Verdächtige: den zweiten 23-Jährigen und einen 24-Jährigen, die an dem Handel beteiligt gewesen sein sollen. In ihrem Umfeld gerieten außerdem ein weiterer 24-Jähriger und ein 32-Jähriger ins Visier. Auch sie sollen Drogen verkauft haben. Alle fünf stammen aus dem Kreis Germersheim.

Die Kriminalpolizei richtete eine eigene Ermittlungsgruppe ein. In den vergangenen Monaten vollstreckten Polizeikräfte insgesamt 18 Durchsuchungsbeschlüsse. Die Liste der beschlagnahmten Funde ist lang: rund 46.000 Euro Bargeld, sieben Kilogramm Marihuana, 23 Kilogramm Haschisch, drei Kilogramm Amphetamin und 260 Gramm Kokain.

Die Beamten stellten außerdem zwei hochwertige Mercedes AMG sicher. Hinzu kamen Datenträger, gefälschte Dokumente und verschiedene Waffen, darunter eine Pfefferpistole und Schlagwerkzeuge. Auch mutmaßliche Helfer und Käufer rückten in den Blick: Gegen sie wurden bislang 28 weitere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Vier hinter Gittern und einer auf der Flucht

Gegen alle fünf Männer wurden Untersuchungshaftbefehle erlassen. Die beiden 23-Jährigen, einer der 24-Jährigen und der 32-Jährige wurden nach ihrer Festnahme einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Die vier wurden in unterschiedliche Gefängnisse gebracht. Der zweite 24-Jährige soll sich nach bisherigem Kenntnisstand ins Ausland abgesetzt haben.

Für die beiden 23-Jährigen geht es inzwischen um eine Anklage vor dem Landgericht Landau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem vor, mit Betäubungsmitteln und Cannabis in nicht geringer Menge gehandelt zu haben. Bei einem der beiden hat das Gericht die Anklage bereits zur Hauptverhandlung zugelassen. Beim anderen steht diese Entscheidung noch aus.

Bei einer Verurteilung dürfen die Männer die Einnahmen aus ihren Drogengeschäften natürlich auch nicht behalten: Der Staat zieht die Umsätze aus nachgewiesenen Geschäften grundsätzlich ein. 

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