
Ratssaal der Stadt Wörth.
Foto: Pfalz-Express
Wörth – Die Aufsuchende Jugendsozialarbeit, die seit 2011 in Wörth praktiziert wird, steht aktuell auf dem Prüfstand. Der bestehende Vertrag mit dem Träger soll vorerst nicht verlängert werden, nachdem im Stadtrat am 1. Juli 2025 mehrheitlich gegen eine Fortführung in der bisherigen Form entschieden wurde.
Schon bei der Einführung der Aufsuchenden Jugendsozialarbeit im Jahr 2011 zeigte sich die CDU-Fraktion dem Thema gegenüber sehr skeptisch. Insbesondere zweifelte man daran, ob die sogenannten „Streetworker“ Missstände wie Ruhestörung, Alkoholkonsum und Ähnliches überhaupt wirksam beseitigen könnten. CDU-Stadtratsmitglied Klaus Ritter sah damals solche Zustände vor allem als Aufgabe der Polizei an. Dass nun für fehlende Personalressourcen die Stadt aufkommen solle, sei für die CDU-Fraktion – gerade vor dem Hintergrund gekürzter Vereinszuschüsse, die ebenfalls Jugendarbeit leisten – nicht tragbar.
Nach längerer Diskussion beschloss der Stadtrat damals mit 16 Ja- und 11 Nein-Stimmen die Erhöhung des Zuschusses an den IB, um die Aufsuchende Jugendsozialarbeit durchzuführen. Die vorgesehenen 50.000 Euro waren zunächst auf zwei Jahre begrenzt und wurden in den Folgejahren mehrfach verlängert. Zuletzt entschied der Stadtrat im Jahr 2022, die Maßnahme um weitere drei Jahre fortzuführen und die Stelle jährlich mit 30.000 Euro zu bezuschussen.
Mit dem Träger wurde vereinbart, dass die Fachkraft informelle Treffpunkte für Jugendliche wie Bürgerpark, Rathaus, Parkhaus, Bahnhaltepunkte und Spielplätze aufsucht. Die Einsatzgebiete umfassen die Ortsbezirke Wörth, Maximiliansau, Schaidt und Büchelberg.
Die Fachkraft soll Gespräche und alternative Beschäftigungen anbieten, um Vertrauen aufzubauen, die Jugendlichen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Lebensperspektiven unterstützen, eng mit lokalen Netzakteuren, insbesondere den Regeldiensten, zusammenarbeiten, zu gegenseitiger Rücksichtnahme, etwa in Bezug auf Lärm und Nachtruhe, anleiten sowie Öffentlichkeitsarbeit leisten und den Dialog fördern, um die Akzeptanz für die Problemlagen der Jugendlichen zu erhöhen.
Im Bericht zur Tätigkeit der Fachkraft für das Jahr 2024 wurde aus Sicht der CDU-Fraktion deutlich, dass die Erwartungen, die bei der damaligen Beschlussfassung im Stadtrat bestanden, nicht erfüllt wurden. Sicherlich hätten sich die Rahmenbedingungen seit 2011 geändert, jedoch finde die Arbeit nach dem aktuellen Vertrag fast ausschließlich im Mehrgenerationenhaus statt, so CDU-Fraktionssprecher Jürgen Weber. Er betonte, dass dies nicht dem eigentlichen Auftrag eines „Streetworkers“ entspreche. Ein Straßensozialarbeiter arbeitet direkt im sozialen Bereich auf der Straße oder im öffentlichen Raum und unterstützt Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die aufsuchende Sozialarbeit sei die Hauptaufgabe, nicht die – wichtige – Sozialarbeit im Mehrgenerationenhaus.
Aufgrund dieser Einschätzung sprach sich die CDU-Fraktion gegen eine weitere Verlängerung des Vertrags in der bisherigen Form aus. Mehrheitlich folgte der Stadtrat am 1. Juli 2025 dieser Haltung. Der Vertrag soll nun unter Berücksichtigung der gewünschten Inhalte überarbeitet werden.

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