
Die Streetworker mit Bürgermeister Marcus Schaile (re.).
Foto IB Südwest gGmbH /über Stadt Germersheim
Germersheim – „Menschsein stärken“ – getreu diesem Leitsatz arbeitet die aufsuchende Jugendsozialarbeit der IB Südwest gGmbH in Germersheim und Sondernheim.
Zielgruppe sind dabei vorwiegend Jugendliche, die sich von der einrichtungsgebundenen Jugendarbeit abgewandt haben und über klassische Beratungsangebote nicht mehr erreicht werden können. Gerade vor dem Hintergrund der pandemischen Lage in den vergangenen Jahren konnten soziale Kontakte nur unzureichend wahrgenommen werden und viele Jugendliche vereinsamten. Auch gerieten sie aus dem Fokus der Jugendsozialarbeit und deren Angebote.
Durch neue Ansätze auf Bedürfnisse reagieren
IB-Streetworker Dimitri Esch wird durch seine aufsuchende Tätigkeit seit Anfang Februar dort aktiv, wo er gebraucht wird – unmittelbar innerhalb der Lebenswelt der Jugendlichen.
Deshalb ist sein Arbeitsplatz „mobil“ und er ist innerhalb des Einzugsgebiets der Stadt Germersheim und des Stadtteils Sondernheim unterwegs. Als gelernter Jugend- und Heimerzieher, mit erlebnispädagogischer Zusatzausbildung besitzt er große fachliche Expertise und weiß um die Herausforderungen in seinem Arbeitsfeld.
Als ein „Kind Germersheims“ ist er zudem bestens mit den örtlichen und strukturellen Bedingungen vertraut und kennt das Stadtgebiet gut. Nicht zuletzt ist er neben seiner Tätigkeit mit der Zielgruppe selbst in die Arbeit der regionalen Gremien und Netzwerke eingebunden und tritt so in gewinnbringenden Austausch mit allen relevanten Akteuren.
„Es ist wichtig, neue Wege zu gehen, wenn wir die Jugendlichen erreichen wollen. Wir müssen uns auf ihre Bedürfnisse einstellen und sie niedrigschwellig gezielt an den Orten ansprechen, an denen sie sich bevorzugt aufhalten. Wichtig ist, die Selbstwirksamkeit der jungen Menschen zu stärken, ihnen Beteiligung zu ermöglichen und sie allumfassend zu ermutigen. Denn all dies ist Voraussetzung dafür, dass die Jugendlichen ihre Zukunft wieder zuversichtlich sehen, sie aktiv gestalten und selbstbestimmt ihren Lebensweg beschreiten“, resümiert Esch.
Drei Angebote – drei Möglichkeiten
Die aufsuchende Jugendsozialarbeit der IB Südwest gGmbH bietet mit drei Ansätzen der jugendlichen Zielgruppe vielfältige Unterstützungsangebote.
Ein offenes Ohr vor Ort
Mit den gruppenspezifischen Angeboten wird die Zielgruppe an denen von ihr gewählten Treffpunkten angesprochen. Ob Bushaltestelle, Parkplatz oder Parkanlage: Die pädagogischen Fachkräfte der IB Südwest gGmbH bieten den Jugendlichen – stets deren soziale Integration im Auge – direkt vor Ort Unterstützungsleistungen und Hilfen an. Durch die regelmäßige Kontaktaufnahme können tragfähige Beziehungen zu den jungen Menschen aufgebaut werden, die die Basis für weitere Förderungen darstellen.
„Wir möchten Vertrauen aufbauen und wissen, was die Jugendlichen bewegt. Sie sollen das Gefühl haben, dass sie ernst genommen werden und aktiv an der Realisierung ihrer Anliegen beteiligt werden. Entfaltungsräume, projektorientierte Angebote – all diese Wünsche werden von den IB-Pädagogen mit den Jugendlichen ausgehandelt und geplant. So schaffen wir soziale Integration, Teilhabe und Inklusion. Wir freuen uns sehr, ein Teil dieser wichtigen Aufgabe in der Stadt Germersheim und dem Stadtteil Sondernheim zu sein“, unterstreicht Karim Eibad, IB-Leitung Soziale Arbeit in der Süd- und Vorderpfalz.
Erfolg durch individuelle Unterstützung
Die gruppenspezifischen Ansätze werden zudem durch eine zweite pädagogische Säule gestützt. Bei Bedarf bietet die IB Südwest gGmbH auch die Einzelfallhilfe an. In diesem Rahmen werden die klassischen Themen wie Wohnungslosigkeit, Schulden, Drogenprobleme, Ausgrenzung oder sexuelle Identität fokussiert – stets unter der Berücksichtigung geschlechterspezifischer und kultureller Hintergründe.
Zudem gehört die individuelle Unterstützung bei Behördengängen oder die Begleitung zu Beratungsstellen zur Einzelfallhilfe der aufsuchenden Jugendarbeit.
Nachhaltigkeit wird großgeschrieben
Last but not least gehört auch die Sekundärprävention als dritte Dimension zum Alltag der Streetworker. So unterbreiten die Pädagogen in ihrem Wirkungskreis ein- oder mehrtägige freizeit- und erlebnispädagogische Angebote. Vom gemeinsamen Besuch eines Fußballspiels über Sport- und Kulturangebote bis hin zu themengebundenen Tagesaktionen – hier gibt es viele Möglichkeiten, die Jugendlichen nachhaltig zu unterstützen und in ihrer Entwicklung zu festigen.
Es wird offensichtlich – die aufsuchende Jugendsozialarbeit ist überaus facettenreich und durch ihre verschiedenen Ansätze nachweislich sehr erfolgreich. Sie unterstützt junge Menschen dabei, sich beruflich und sozial zu integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Förderprogramm & Förderer
Im Rahmen des Förderprogramms JES! (JUNG. EIGENSTÄNDIG. STARK.) des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration in Rheinland-Pfalz, konnte der Internationale Bund die aufsuchende Jugendsozialarbeit in der Stadt Germersheim und dem Stadtteil Sondernheim realisieren.
Mit der Unterstützung von Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile und Michael Rheude (Leiter des Ordnungsamts) konnten die Weichen für die Stelle der aufsuchenden Jugendsozialarbeit gemeinsam gestellt werden.
Über die IB Südwest gGmbH:
IB Südwest gGmbH für Bildung und soziale Arbeit Menschsein stärken – in der IB Südwest gGmbH stellen wir den „Menschen“ in den Mittelpunkt, glauben an eine lebendige Kultur der Vielfalt! Rund 2.700 Mitarbeitende engagieren sich deshalb jeden Tag voller Leidenschaft für eine bunte, tolerante und inklusive Gesellschaft. Als die größte gemeinnützige Gesellschaft unter dem Dach des Internationalen Bundes e.V. (IB) bieten wir in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein weitverzweigtes Netz von gemeindenahen Bildungsangeboten, Wohn-, Beratungs- und Betreuungsformen an.
Informationen zu unserem Standort in Germersheim im Web unter: www.ib-suedwest.de/juz-germersheim
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