
Stadtbummel in Neustadt. Hier wird gerne eingekauft. Keine guten Noten gab es allerdings für die Arbeit von Wirtschaftsförderung und Verwaltung.
Foto Rolf Schädler
Neustadt. Rund 120 Unternehmer waren der Einladung von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler und der IHK Pfalz zu einem Treffen im Saalbau zum Thema „Wirtschaftsstandort Neustadt an der Weinstraße“ gefolgt.
Angeschrieben worden waren Unternehmen, Handwerker, Einzelhändler, die Dehoga sowie die Bauern- und Winzerschaft. Anlass war das Ergebnis einer IHK-Umfrage zu verschiedenen Fragen des Wirtschaftslebens und der Verwaltung. Insbesondere die Punkte Wirtschaftsförderung und Genehmigungsverfahren waren genannte Kritikpunkte.
„Im Bereich der Wirtschaftsförderung und Verwaltung bildet Neustadt als Wirtschaftsstandort klar das Schlusslicht in der Pfalz. Dieses Zeugnis stellt die Unternehmens-Umfrage 2013 der IHK Pfalz unserer Stadtspitze aus. Es ist ein erschütterndes Zeugnis, vor allem da die Umfrage 2011 bereits ähnliche Ergebnisse erbracht hat. Die Neustadter Unternehmer haben mit der aktuellen Umfrage nun wieder einen Appell an die Verantwortlichen der Stadt gerichtet, die Wirtschaftsentwicklung in Neustadt endlich ernst zunehmen“, äußerten sich SPD-Stadtverband und SPD-Stadtratsfraktion schon im September 2013 zur IHK-Studie und nannten das Ganze einen „Weckruf der Neustadter Unternehmer“.
Gute Noten hatte die Stadt für „Umwelt,-Lebens-, und Wohnqualität von der Studie erhalten, doch für die Arbeit von Wirtschaftsförderung und Verwaltung gab es im pfalzweiten Vergleich nur eine 3,1, also nur „schwache Zufriedenheitswerte“, wie es in der IHK-Studie formuliert wurde.
Nun also kam die Einladung des OB an die Unternehmer. „Wir haben Sie eingeladen, um mit Ihnen zu diskutieren, um auszuloten, wie wir die Stadt voranbringen können“, sagte Oberbürgermeister Löffler zur Begrüßung. In über 250 Betriebsbesuchen habe er das Gespräch mit Unternehmern gesucht, nach den Sorgen und Nöten gefragt.
In vielen Sitzungen habe man gemeinsam mit den Bürgern eine Stadtkonzeption entwickelt. „Umso mehr schmerzen mich die Ergebnisse der Umfrage.“ Löffler bat ausdrücklich um unverblümte Kritik und gute Vorschläge. „Ich kann nur helfen, wenn ich die Probleme kenne. Melden Sie sich!“
In der Diskussionsrunde wurde unter anderem angeregt, eine Art Lotsen in der Verwaltung zu benennen, der sich als zentrale Ansprechperson um die Anliegen der Firmen kümmert.
Vorstellen konnte sich ein Teilnehmer auch die Einrichtung eines Handwerkerparks. Kritik gab es für die vorhandenen Internetverbindungen, teilweise sei man zum Beispiel auch in Lachen-Speyerdorf per Handy nicht erreichbar. Genehmigungsverfahren bei Bauvorhaben würden zu lange dauern. Ausdrücklich gelobt wurde das Bürgerbüro.
Die Anwesenden waren sich am Ende einig, dass solche Veranstaltungen zweimal im Jahr stattfinden sollten. Um – auch untereinander – ins Gespräch zu kommen. (desa/stadt-nw)

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