Sonntag, 20. September 2020

Wieviel Einfluss hat ein Bürgermeister: Marcus Schaile zur bedrohten Existenz des Germersheimer Werks der Gumasol Rubber Tec

13. November 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Bürgermeister Marcus Schaile sichert dem Personal die meistmögliche Unterstützung zu.

Germersheim – Streik bei der Firma Gumasol Rubber Tec am 5. November. Die Belegschaft hat Angst, ihre Arbeitsplätze zu verlieren, die Lohnzahlungen kommen verspätet.

Nachdem die indische Ruia-Group das wankende Unternehmen nach einer längeren Insolvenz-Phase im Jahr 2010 übernommen hatte, schienen zur Erleichterung der rund hundert Beschäftigten des Spezialherstellers für Reifen die größten Probleme zunächst vom Tisch zu sein.

Da jedoch bislang kein verantwortlicher Entscheider der Ruia-Group sich dauerhaft vor Ort im Werk in Germersheim aufhält und alle Entscheidungen weiterhin in Indien getroffen werden, hat sich die Situation in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert. Das Werk steht unter anderem wegen Zahlungsstaus bei wichtigen Lieferanten und entsprechenden Lieferengpässen praktisch vor dem Stillstand.

An manchen Tagen haben man in den vergangenen Wochen und Monaten fast pausenlos telefoniert, „unter anderem, um verschiedene Einflussmöglichkeiten zu prüfen, damit die Dinge für die Gumasol Rubber Tec endlich positiv in Bewegung gebracht werden können“, sagte der Germersheimer Bürgermeister Marcus Schaile.

Wer die Historie der Gumasol Werke in den vergangenen Jahre und die, insbesondere aktuell sehr angespannte Situation kenne, wisse um die Schwierigkeiten und Probleme, mit der sich die Belegschaft auseinander setzen müsse.

„Ich verstehe die Ängste und Nöte der Belegschaft und die Frustration über den aktuellen Stillstand, die daraus erwachsende Unsicherheit und die Frage, wie es weitergeht. Deshalb tun wir alles was in unserer Macht steht, um hier im Rahmen unserer Möglichkeiten und Befugnisse zu Unterstützen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Allerdings können wir uns über bestimmte Gesetzmäßigkeiten nicht hinwegsetzen“, so Schaile.

Von den Gesprächen die seit langem hinter den Kulissen liefen, bekäme die Tagespresse und die Bevölkerung fast nichts mit, so Schaile. Man habe alle politischen Kanäle und die verfügbaren Hebel genutzt, um die Dinge in Bewegung zu bringen: „In engem und intensivem Kontakt mit dem Betriebsrat und der Belegschaft der Gumasol versuchen wir auch weiterhin alles, um die prekäre Situation zu entschärfen und das Werk nach Möglichkeit zu retten.“ (red)

Juristische Entscheidungen werden in Indien gefällt – schwierig für den Betriebsrat, rechtliche Schritte einzuleiten.

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