Montag, 16. Mai 2022

Vorstellung Zooprojekt Demenz: Tiere öffnen den Zugang zu Menschen

22. März 2013 | Kategorie: Landau, Regional

Dr. Gudrum Hollstein übergibt Zoodezernentin Schlösser ein niedliches Frettchen, das sich auch als Streicheltier für die Demenzkranken eignet. Foto: Ahme

 

Landau. Das Forum Demenz der Stadt Landau und des Landkreises Südliche Weinstraße möchte zusammen mit der Zooschule Landau an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen, mit einem gemeinsamen Erlebnis im Landauer Zoo eine Auszeit vom Alltag ermöglichen. Dabei sollen das Wohlbefinden und die Sinneswahrnehmung der Betroffenen durch die Begegnung mit Tieren positiv gefördert werden.

Sozialdezernent Bürgermeister Thomas Hirsch, die Beigeordnete Maria Helene Schlösser, Dr. Gudrun Hollstein, Leiterin der Zooschule Landau sowie Birgit Herdel vom Pflegestützpunkt Landau und Susanne Hassinger (Diakoniezentrum Bethesda) stellten heute das Zooprojekt Demenz vor.

Das Forum Demenz ist eine gemeinsame Arbeitsgruppe der regionalen Pflegekonferenzen des Landkreises SÜW und der Stadt Landau. Mit regelmäßigen Infoständen, Projekten klären sie über die Krankheit Demenz auf und sind mit anderen Institutionen vernetzt. Tiere bedeuten Labsal für die Seele. Viele ältere Menschen sind mit Tieren aufgewachsen und haben auch mit Tieren gelebt. „Tiere beruhigen, sie öffnen den Zugang zu Menschen“ sagt Birgit Herdel. Tiere werden in vielen Bereichen zur Linderung von Symptomen eingesetzt, man denke nur an das therapeutische Reiten oder an „Schwimmen mit Delphinen“. Sie öffnen auch den Zugang zu Menschen, die durch die Demenz in ihrer eigenen Welt leben.

Susanne Hassinger besucht regelmäßig mit Bewohnern des Bethesda den Zoo. Gemeinsam mit Birgit Herdel wandte sie sich an die Zooschule Landau, eine Kooperation der Uni Koblenz-Landau und Zoo Landau. Die Einrichtung wurde vor 20 Jahren von ihrer Leiterin, Dr. Gudrun Hollstein als Praxisfeld für angehende Lehrer, gegründet. Rund 30 Studenten unterrichten heute mehr als 13.000 Kinder ganzjährig im Rahmen von 25 Unterrichtseinheiten. Eine ganz neue Zielrichtung (und „besondere Herausforderung“) stellt nun die Betreuung dementer Personen dar. 14 Studenten werden bei dem Projekt mitarbeiten; sie wurden von Birgit Herdel und Susanne Hassinger intensiv dafür geschult. Die Beiden werden zudem bei den Terminen zugegen sein, um notfalls beratend einzugreifen.

Das Angebot richtet sich an Demenzerkrankte Personen aus dem Kreis Südliche Weinstraße und Landau. Geplant ist, in kleinen Gruppen zu je 5 bis 6 Personen plus Angehörige, zunächst einen Rundgang durch den Zoo zu unternehmen und Tiere zu beobachten. Es werden Medien wie Fotos und anderes zur Erklärung eingesetzt. Als nächstes erfolgt der direkte Tierkontakt zu Frettchen, Schildkröten, dem Zooschulhund „Felix“ und anderen braven Tieren. Bei jeder Veranstaltung steht nur ein Tier im Vordergrund, über das gesprochen wird. Natürlich wird auch Rücksicht darauf genommen, ob jemand Angst vor bestimmten Tieren hat. Hilfreich ist dabei ein Fragebogen, der von den Angehörigen ausgefüllt wird.

Geplant ist das Angebot von März bis Oktober, immer am letzten Donnerstag des Monats von 15 bis 17 Uhr. Es muss nur der Zooeintritt entrichtet werden. Die Betreuung durch das Forum Demenz und die Zooschule ist kostenfrei. Die Kosten für die Zooschule werden vom Serviceclub Ladies-Circle 46 und Tangent Club 46 übernommen. Charterpräsidentin Doris Möhlig: „Alte Menschen verdienen unsere Wertschätzung, deshalb setzen wir uns für dieses Projekt ein“. Am 27. April wird ein Kleiderflohmarkt veranstaltet (Beginn 9 Uhr, Ende 16 Uhr im Alten Kaufhaus), dessen Erlös dem Demenzprojekt zugute kommt.

Anmeldung für das Zooprojekt Demenz ab sofort  bei Susanne Hassinger, Diakoniezentrum Bethesda, 06341-282212 und Joachim Vogel, Pflegestützpunkt Annweiler-Bad Bergzabern, 06343-6100851. (desa)

Susanne Hassinger, Birgit Herdel, Dr. Gudrun Hollstein und Doris Möhlig (Tangent Club 46) (v.l.). Foto: Ahme

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